Paul
Coffey wird am 1. Juni 1961 in Weston, Ontario geboren.
Wie alle großen Spieler, lernt auch er schon in frühester Kindheit
das Schlittschuhlaufen. Auf zugefrorenen Seen bestreitet er mit anderen Kindern
seine ersten Eishockeyspiele. Seine Jugend verbringt er in einer der vielen
Juniorenligen die es in Kanada gibt. Schon als Kind zeigt sich Pauls besonderes
Talent auf den Kufen. Wie kaum ein anderer kann er schon in den ersten Jahren
seine ausgeprägten Fähigkeiten unter Beweis stellen. Auch technisch
ist er allen anderen in seinem Alter voraus. Seine großes Idol ist Bobby
Orr, der beste Verteidiger aller Zeiten und es ist sein Traum einmal so
gut und berühmt zu werden wie er. Er spielt für die Sault St. Marie
und Kitchener in der OHL. 1979
erzielt er hier 89 Punkte in 68 Spielen. In der Ontario Hockey
League lernt er auch Wayne Gretzky kennen, der hier bereits das größte
Talent aller Zeiten ist.
Am 11. Juni 1980 wird Paul Coffey
beim Entry Draft von den Edmonton Oilers in der ersten Runde als sechster
gesamt gezogen. Hier spielt er mit den besten Spielern der Welt, Wayne
Gretzky, Mark Messier, Jari
Kurri, in einem Team. Er spielte bereits in der OHL gegen Gretzky,
nun durfte er mit ihm zusammen spielen. In seiner ersten Saison 1981
erzielt er in 74 Spielen als Rookie 9 Tore und 32 Punkte.
Dabei kommt er auch auf 130 Strafminuten. In den Play Offs macht er 4
Tore und 7 Punkte in 9 Spielen. Die Oilers scheiden aber in
der zweiten Runde aus. I
n
seiner zweiten NHL Saison erzielt er 1982
in 80 Spielen bereits 29 Tore und 89 Punkte für die
Oilers. Auch 106 Stafminuten sammelt er in dieser Saison. In den Play
Offs macht er nur 1 Tor und 2 Punkte in 5 Spielen und die
Oilers überstehen nicht mal die erste Runde. In der folgenden Saison 1983
erzielt er unglaubliche 29 Tore und 96 Punkte in 80 Spielen.
In den Play Offs kommen die Oilers bis ins Finale, scheitern
aber an den New York Islanders. Coffey macht in 16 Spielen gute
7 Tore und 14 Punkte. 1984 erzielt
er sogar zum ersten mal mehr als 100 Punkte. In 80 Spielen erreicht er
40 Tore und kommt dabei auf 126 Punkte. In den Play Offs läuft
diesmal alles nach Plan. Die Oilers schlagen im Finale die New York Islanders
und Coffey macht 8 Tore und 22 Punkte in 19 Spielen. Die
Saison krönt er mit seinem ersten Stanley Cup. Im gleichen Jahr
gewinnt er auch mit Kanada den Canada Cup. Im folgenden Jahr 1985
erzielt er fantastische 37 Tore bei 121 Punkten in 80 Spielen.
Er sammelt dabei 104 Strafminuten. In den Play Offs kommt er auf 12
Tore und eine Fabelpunktzahl von 37 Punkten in 18 Spielen.
Das ist noch heute absoluter Rekord für einen Verteidiger. Er gewinnt
seinen zweiten Stanley Cup und anschließend wird er als bester
Verteidiger mit der Norris Trophy ausgezeichnet. 1986
hat er die beste Saison seiner Karriere mit 48 Toren und 138
Punkten in 79 Spielen. Dabei sammelt er auch 120 Strafminuten.
Mit seinen 48 Toren hält er noch heute den Rekord mit den meisten Toren
eine Verteidigers. Den Punkterekord von Bobby Orr verfehlt er nur
um einen Punkt, da Glen Sathers ihn in der Saison 1986/86 einige Spiele auf
der Bank sitzen lässt, um ihn zu maßregeln. In Sathers Augen vernachlässigte
er zu oft die Verteidigung seiner eigenen Zone, deshalb verpasste Coffey 3 Spiele
und damit den Punkterekord. Von solchen Zahlen träumen die meisten Stürmer
nur. Für diese überragende Leistung wird er erneut mit der Norris
Trophy als bester Verteidiger geehrt. In den Play Offs kommt das Aus für
die Oilers in der zweiten Runde. Coffey erzielt 1 Tor und 10 Punkte
in 10 Spielen. Paul Coffey dominiert über Jahre die Verteidigerposition.
Kaum ein anderer Spieler ist läuferisch so stark wie er. Selbst die besten
Stürmer sehen meistens blass gegen ihn aus. Zudem ist er sehr schnell und
ein überragender Techniker. Nach diesen starken Jahren hat Paul Coffey
zum ersten mal in seiner NHL Karriere mit einer schweren Verletzung zu kämpfen.
Aber er erzielt trotzdem in der Saison 1987
noch 17 Tore und 67 Punkte in nur 59 Spielen. In den Play
Offs macht er nur 3 Tore und 11 Punkte in 17 Spielen, wird
aber durch den Sieg im Finale über die Philadelphia Flyers mit seinem
dritten Stanley Cup belohnt. Auch den Canada Cup gewinnt er erneut.
Am 24. November 1987 wird er zusammen mit
den Stürmern Dave Hunter und
Wayne Van Dorp im Austausch für die
Stürmer Craig Simpson und Dave
Hannan sowie die beiden Verteidiger Moe
Mantha und Chris Joseph nach
Pittsburgh geschickt. Coffey ist nicht sehr glücklich mit dieser
Transaktion, hatte er doch in Edmonton seine besten Freunde und seine besten
Jahre. Aber der 1,82 m große und 90 Kg schwere Offensivverteidiger
ist in der Defensive nicht so stark wie man es in Edmonton gerne hätte.
In der ersten Saison mit den Pittsburgh Penguins hat er erneut eine schwere
Verletzung und macht 1988 nur 46 Spiele.
Aber auch in dieser Saison erzielt er 15 Tore und 67 Punkte. Die
Play Offs
verpassen
die Penguins allerdings. Hier in Pittsburgh spielt er mit einem anderen ganz
großen Namen, Mario Lemieux. In der
folgenden Spielzeit 1989 läuft es wieder
besser für ihn. Er spielt fast die komplette Saison und kommt in 75
Spielen auf 30 Tore und 113 Punkte für die Penguins.
Dabei erreicht er auch seinen Rekord in Strafen mit 195 Strafminuten.
Die Zeit in Pittsburgh läuft gut für Coffey. In den Play Offs macht
er 2 Tore und 15 Punkte in 11 Spielen. In der zweiten Runde
fliegen die Penguins aber raus. 1990 erreicht
der offensiv ausgerichtete Verteidiger 29 Tore und 103 Punkte
in 80 Spielen. Damit erzielt Coffey als Verteidiger zum fünften
mal in seiner Karriere mehr als 100 Punkte. Die Play Offs verpassen
die Penguins aber erneut. 1991 kommt er
immerhin noch auf 24 Tore und 93 Punkte in 76 Spielen.
Die Penguins kommen bis ins Finale und schlagen die Minnesota North Stars.
Coffey macht in 12 Spielen noch 2 Tore und 11 Punkte und
gewinnt seinen vierten Stanley Cup. Anschließend gewinnt er zudem
seinen dritten Canada Cup. Nach dieser Saison ist die Zeit in Pittsburgh
zu Ende. Er wird am 19. Februar 1992, im
Austausch für die Verteidiger Brian Benning
und Jeff Chychrun, zu den L.A. Kings
geschickt.
In L.A. spielt Coffey eine Saison mit seinen alten Teamkameraden Gretzky
und Kurri zusammen. 1992 kommt er
am Ende der Saison auf 11 Tore und 69 Punkte in 64 Spielen.
In den Play Offs kommt das Aus für die Kings bereits in der ersten Runde.
Coffey macht 4 Tore und 7 Punkte in 6 Spielen. Am 29.
Januar 1993 wird er erneut getauscht. Die Kings schicken Coffey zusammen
mit den Stürmern Jim Hiller und Sylvain
Courturier nach Detroit. Sie erhalten dafür die Stürmer
Jimmy Carson, Marc
Potvin und Gary Shuchuk. Coffey
ist sehr entäuscht und verärgert. Auch bei den Detroit Red Wings
hat Coffey eine ganz starke Zeit. Zunächst macht er 1993
gute 12 Tore und 87 Punkte in 80 Spielen. In den Play Offs macht
er in 7 Spielen noch 2 Tore und 11 Punkte. Aber die Red
Wings scheitern in der ersten Runde. Danach, in der Saison 1994,
hat er zum ersten mal
seit
seiner Rookie Saison weniger Punkte als Spiele auf dem Konto, kommt aber noch
auf 14 Tore und 77 Punkte in 80 Spielen. In den Play Offs kommt
wieder das Ende bereits in der ersten Runde für die Red Wings. Coffey macht
in 7 Spielen aber noch 1 Tor und 7 Punkte. Aber 1995
kommt er in der verkürzten Saison in 45 Spielen wieder
auf 14 Tore und 58 Punkte und erhält seine dritte Norris
Trophy als bester Verteidiger. In den Play Offs kommen die Red Wings diesmal
bis ins Finale, scheitern aber hier an den New Jersey Devils. Coffey
macht 6 Tore und 18 Punkte in 18 Spielen. In der anschließenden
Saison 1996 erreicht er nochmals 14 Tore
und 74 Punkte in 76 Spielen. In den Play Offs macht er nochmal
5 Tore und 14 Punkte in 17 Spielen. Die Red Wings scheitern
im Conference Finale an der Colorado Avalanche. Paul Coffey's große
Zeit ist seitdem vorbei.
Am 9. Oktober 1996 geben die Detroit
Red Wings Paul Coffey zusammen mit Keith Primeau
ab an die Hartford Whalers. Dafür erhalten sie Brendan
Shanahan und Brian Glynn. Mit
diesem Trade ist Coffey sehr unglücklich. Er macht nur 20 Spiele und weigert
sich danach für Hartford zu spielen und wird am 15.
Dezember 1996 an die Philadelphia Flyers weitergereicht. Dafür
kommt Verteidiger Kevin Haller zu den Whalers.
In Philadelphia fühlt er sich recht wohl, denn er spielt hier mit seinem
besten Freund Eric Lindros zusammen, mit
dem er oft den Urlaub verbringt. In den ersten Wochen wohnt Coffey in Erics
Haus, da er noch kein eigenes Haus gefunden hat. Von Lindros wird er in einem
Spiel versehentlich umgefahren und verliert das Bewußtsein. Später
sagt er dazu nur: "Ich bin froh, dass ich mit Eric in einem Team spiele. Nicht
auszudenken was passiert wäre, wenn wir
gegeneinander
gespielt hätten." Aber die Vereinsführung ist mit seinen Leistungen
nicht zufrieden. Seine Produktivität läßt immer mehr nach und
er passt nicht in das Konzept von General Manager Bobby Clarke, da er
defensiv nicht so stark ist und körperlich nicht hart genug spielt. Zeitweise
sitzt er sogar auf der Tribüne. Mit dieser Situation ist er sehr unzufrieden.
Coffey beendet die Saison 1997 mit 9 Toren
34 Punkten in 57 Spielen. In den Play Offs macht er 1 Tor
und 9 Punkte in 17 Spielen. Die Flyers scheitern im Finale ausgerechnet
an den Detroit Red Wings. In der Saison 1998
macht er nur noch 2 Tore und 29 Punkten in 57 Spielen.
In den Play Offs wird er gar nicht erst eingesetzt. Am 27.
Juni 1998 wird er für ein Draftrecht nach Chicago tranferiert.
Am 29. Dezember 1998 geben ihn die Blackhawks weiter an die Carolina Hurricanes für Stürmer Nelson Emerson. Zwar ist er immer noch einer der besten Schlittschuhläufer in der NHL und stocktechnisch absolut hervorragend, aber er ist nicht mehr torgefährlich. Defensiv ist er nicht sehr stark und verliert dadurch an Effektivität. Aber er ist natürlich ein sehr wertvoller Spieler auf Grund seiner Erfahrung. Die Saison 1999 beendet er aber mit nur 2 Toren 14 Punkten in 54 Spielen. In den Play Offs fliegen die Hurricanes in der ersten Runde raus und Coffey kommt auf 1 Punkt in 5 Spielen. In der Saison 2000 kommt er allerdings nochmal auf 11 Tore und 40 Punkte in 69 Spielen. Die Play Offs verpassen die Hurricanes. Am 13. Juli 2000 unterschreibt er einen Vertag bei den Boston Bruins. Die Saison 2001 beendet er mit 4 Punkten in 18 Spielen. Im Laufe der Saison wird er auf die Waiver Liste gesetzt.
Paul Coffey ist ein großes Vorbild und Idol vieler junger Verteidiger. Er ist einer der herausragendsten Spieler in der Geschichte der NHL. Vielleicht ist er sogar der beste Verteidiger aller Zeiten. Er kann zurückblicken auf eine glanzvolle und erfolgreiche Karriere als Sportler. Vier Stanley Cups, drei Canada Cups, drei Norris Trophies und fünfmal mehr als 100 Punkte können nicht viele Verteidiger der NHL vorweisen. Dazu hält er einige Rekorde in der NHL, unter anderem die meisten erzielten Tore eines Verteidigers in einer Saison (48 Tore - 85/86), die meisten Scorerpunkte eines Verteidigers in den Play Offs in einer Saison (37 Scorerpunkte - '85), die meisten Punkte eines Verteidigers in einem Spiel (8 Punkte - 2Tore, 6 Assists). Außerdem ist er weit vorne in der All Time Scorerlist. Er lebt in der eishockeyfreien Zeit in London, Toronto. Sein Nachbar ist sein Freund Eric Lindros. Privat verbringt er möglichst viel Zeit mit seiner Familie und engagiert sich für die Make-A-Wish-Foundation.