Peter
Forsberg wird am 20. Juli 1973
in Örnsköldsvik, eine Stadt am baltischen Meer, in Schweden
geboren. In frühesten Jahren dreht er bereits auf den zugefrorenen Teichen
von Örnsköldsvik seine Runden. Sein Vater Kent
Forsberg, selbst ein guter Eishockeyspieler, lehrt ihn das Schlittschuhlaufen
und die Handhabung des Stocks. Er wird bestens ausgebildet, denn die schwedische
Nachwuchsarbeit ist hervorragend. Aber zunächst spielte er nur widerwillig.
Er folgt einfach seinem älteren Bruder Roger und seinem Vater, bevor
seine Fähigkeiten offensichtlich werden. Vor allem sein Spielverständnis
macht ihn so besonders. Vor allem sein Wille zu gewinnen ist schon früh
stark ausgeprägt. Eines Tages kommte der kleine Peter von einem Spiel weinend
nach Hause. Auf die Frage warum er denn weine, antwortet er. "Wir haben verloren!"
Als der Vater weiter fragt, ob er denn kein Tor geschossen habe, antwortet der
kleine: "Doch, 7!!" Aber die Idee Eishockey professionell zu spielen,
kommt ihm erst viel später. Mit 17 Jahren spielt er in der Juniorenmannschaft
vom MoDo AIK und macht in seiner ersten Saison 1990
in 30 Spielen schon 15 Tore und 27 Punkte. Dabei kommt
er auf 42 Strafminuten. Anschließend macht er ein Spiel
bei den Profis, erzielt einen Punkt und kassiert 4 Strafminuten.
1991 macht er in seiner zweiten Saison
für die Junioren 39 Spiele mit 38 Toren und 102 Punkten.
Er spielt aber auch bereits für die Profis von MoDo und macht in 23
Spielen immerhin 7 Tore und 17 Punkte. Danach wechselt er
ganz zu den Profis. 1991 wird Peter von
den Philadelphia Flyers beim Entry Draft, in der ersten Runde, an 6.
Stelle gesamt gezogen. 1992 macht er
in 39 Spielen zwar nur 9 Tore kommt aber auf 27 Punkte.
Vor allem aber seine 78 Strafminuten sind beeindruckend. Peter wird der
erste Teenager, der in der schwedischen Elite Serie als Spieler des Jahres
ausgezeichnet wird.
Sein
Spitzname in Schweden ist übrigens "Foppa", was so viel wie Puckzauberer
bedeutet. Aber noch immer denkt er nicht an eine Profikarriere. Er will weiter
zur Schule gehen und Volkswirtschaft studieren. Erst als sein Vater Trainer
bei MoDo wird, beschließt er eine Karriere als Profi zu starten. Wayne
Gretzky sieht ihn spielen und sagt, Peter Forsberg sei der beste
Nachwuchsspieler der Welt. Am 30. Juni 1992
wird er bei einem spektakulären Trade, zusammen mit einigen anderen Spielern,
für Eric Lindros nach Quebec
getauscht. Die Nordiques bieten ihm einen Vier-Jahres Vertrag über
6,5 Mio. $. Erst vier Jahre später wagt er den Sprung in die NHL.
1993 wechselt er zum MoDo Domsjo und macht in 39 Spielen
starke 23 Tore und 47 Punkte, wobei er diesmal sogar auf 92
Strafminuten kommt. 1994 spielt er
wieder für MoDo AIK. Er erzielt in 39 Spielen gute 18
Tore und 44 Punkte. Er ist mit 20 Jahren bereits der Topscorer bei
MoDo und führt sein Team ins Finale. Im gleichen Jahr spielt er unter seinem
Vater Kent Forsberg, dem Trainer der schwedischen Nationalmannschaft, bei den
olympischen Spielen in Lillehammer. Im Finale ist er der entscheidende Spieler,
der die Kanadier im Penaltyschießen bezwingt. Er gewinnt olympisches
Gold und erzielt wenig später 24 Assists in 7 Spielen
bei der Junioren-WM. Außerdem wird er Weltmeister zusammen
mit Mats Sundin. Zum Gedenken an die heldenhafte
und herausragende Leistung bei den olympischen Spielen, wird in seiner Heimat
Schweden eine Briefmarke rausgebracht, die seine Penaltyszene darstellt. Seit
dem ist Peter Forsberg bereits jetzt eine lebende Legende und Volksheld.
Am
21. Januar 1995 kommt Peter Forsberg endlich
in die NHL. Wegen des Spieler -Lockouts beginnt die Saison erst viel später.
Sein erstes Spiel macht er gleich gegen Eric Lindros
und die Philadelphia Flyers. Der Start in die erste Saison läuft
schlecht. Aber am Ende wird der lang erwartete "beste Spieler außerhalb
der NHL" bei den Quebec Nordiques gleich zweitbester Scorer hinter Joe
Sakic mit 15 Toren und 50 Punkten in 47 Spielen
und wird mit der Calder Trophy als bester Rookie ausgezeichnet. Beeindruckend
ist auch seine plus/minus Bilanz von +17 bei den schwachen Nordiques.
In den Play Offs kommt er in 6 Spielen auf 2 Tore und 6 Punkte.
Aber auch er kann das Ausscheiden in der ersten Runde nicht verhindern. 1996
werden die Nordiques in die USA verkauft. Hier spielen sie von nun an als Clorado
Avalanche in Denver. Vor der Saison nimmt Peter Forsberg mit Schweden
am World Cup teil. Die Schweden scheitern aber im Halbfinale an Kanada.
In der Saison erzielt Peter bereits 30 Tore und 116 Punkte in
82 Spielen. Zusammen mit Joe Sakic
bildet er das beste Center Duo der NHL. In den Play Offs kommen die Avs bis
ins Finale und schlagen hier die Florida Panthers glatt in 4 Spielen.
Peter macht in 22 Spielen gute 10 Tore und 21 Punkte. Er
gewinnt den Stanley Cup mit der Avalanche und gehört von
nun an zu den besten Spielern der NHL. 1997
kommt er auf 28 Tore und 86 Punkte in 65 Spielen. Seine
plus/minus Bilanz ist +31 und verdeutlicht seine Defensivstärke.
Er ist überall auf dem Eis zu finden, geht in die Ecken und checkt auch
wesentlich größere Spieler ohne zu zögern. In den Play Offs
scheiden die Avs aber in der zweiten Runde aus. Peter kommt in 14 Spielen
auf 5 Tore und 17 Punkte. Im Jahr 1998
wird die Saison für die Olympischen Spiele in Nagano unterbrochen.
Hier macht Peter in 4 Spielen nur 1 Tor und 5 Punkte. In
der Saison kommt er auf 25 Tore
und
91 Punkte in 72 Spielen. In den Play Offs scheitern die Avs bereits
in der ersten Runde an den Edmonton Oilers, die sie unterschätzten. Peter
macht in 7 Spielen aber 6 Tore und 11 Punkte. Gleich nach
dem Ausscheiden fliegt er nach Europa und wird Weltmeister mit Schweden,
an der Seite von Mats Sundin. Er ist der
wichtigste Spieler seiner Mannschaft. Seine Vielseitigkeit macht ihn so besonders
wertvoll und unberechenbar für seine Gegner. Auch in der Saison 1999
erzielt er 30 Tore und 97 Punkte in 78 Spielen. Damit zählt
er wieder zu den Topscorern der NHL. Viel beeindruckender sind aber seine 108
Strafminuten. In den Play Offs schlagen die Avs zwar den Erzrivalen aus
Detroit, scheitern aber im Conference Finale an den Dallas Stars.
Forsberg macht 8 Tore und 24 Punkte in 19 Spielen. Die
Saison 2000 bendet er nach einer langen
Verletzungspause mit 14 Toren und 51 Punkten in nur 49 Spielen.
In den Play Offs schlagen die Avs wieder die Detroit Red Wings, nach
dem sie bereits mit 0:2 Spielen auf eigenem Eis hinten lagen. Aber im Conference
Finale unterliegen sie erneut den Dallas Stars. Peter kommt auf 7
Tore und 15 Punkte in 16 Spielen. In der Saison 2001
sind die Colorado Avalanche so stark wie nie. Am Ende der Saison spielen im
Team neben Sakic, Forsberg und Patrick Roy
noch Ray Bourque und
Rob Blake. Peter erzielt in 73 Spielen gute 27 Tore
und 89 Punkte. Die Avs spielen stark in den Play Offs. aber bereits im
letzten Spiel der zweiten Runde verletzt sich Peter Forsberg so schwer, dass
er im Krankenhaus einer Notoperartion unterzogen wird. Man entfernt ihm
die Milz und somit sind die Play Offs für ihn beendet. Aber auch ohne ihn
kommt sein Team bis ins Finale. Hier schlagen die Avs in einer packenden Serie
über 7 Spiele die Titelverteidiger New Jersey Devils. Peter kommt
in 11 Spielen auf 4 Tore und 14 Punkte und gewinnt seinen
zweiten Stanley Cup. Die Saison 2002 ist für
Peter Forsberg ein Tiefpunkt. Er setzt verletzungsbedingt die komplette Saison
aus. Nach der operativen Entfernung seiner Milz braucht er lange um sich zu
erholen. Zudem wird er an beiden Knöcheln operiert. Training und Schlittschuhlaufen
sind für die nächsten Monate kein Thema. Er beschließt freiwillig
die bevorstehende Saison zu pausieren um seinen Körper eine Erholung zu
gönnen und verzichtet damit auf 11 Mio $ Jahresgehalt. Zwar schließt
er nicht aus im Laufe der Saison wieder zum Team zu stoßen, nennt aber
auch keinen Zeitpunkt einer Rückkehr. Vielmehr betont er, dass auch ein
Teilnahme an den Olympischen Spielen nicht in Frage kommt, wenn er nicht vorher
auch in der NHL gespielt hat. Die Hoffnungen des schwedischen Eishockeyverbands
schwinden von Monat zu Monat. Die Olympiade findet ohne Forsberg statt. Nach
den Spielen kündigt er seine Rückkehr ins Team der Avalanche an, aber
nur wenige Tage später verletzt er sich beim Training erneut am Knöchel
und muss wieder operiert werden. Dann aber komt seine Zeit. Zu Beginn der Play
Offs 2002 ist er wieder im Team. Und er spielt, als wäre er nie weg gewesen.
Er checkt, macht Tore und geht keinem Zweikampf aus dem Weg. Er ist der wichtigste
Spieler für die Avalanche und macht 9 Tore und 27 Punkte
in 20 Spielen. Im Conference Finale scheitern die Avs aber an den Red
Wings. Sie unterliegen mit 3:4 und kassieren in Spiele 7 eine 0:7 Packung. Trotzdem
hat Peter eine plus/minus Bilanz von +8.
Jaromir
Jagr ist vielleicht der beste Spieler der Welt, aber Peter Forsberg
ist der kompletteste Spieler der Welt. Er ist ein absolut herausragender
Spielmacher. Seine Fähigkeit ein Spiel zu lesen errinnert an Wayne Gretzky.
Er denkt immer zwei Schritte voraus. Seine Pässe und seine Stocktechnik
sind nahezu perfekt. Er ist sehr schnell und äußerst beweglich.
Dabei ist er gleichzeitig ein sehr starker Checker und selbst kaum von den Beinen
zu holen. Er besitzt die Fähigkeit noch im Fall einen Pass anzubringen.
Aber er besitzt auch Torjägerqualitäten. Zu seiner Offensivkraft kommt
aber auch noch seine defensive Stärke. Er ist überall auf der Eisfläche
zu finden. In dem einen Moment bringt er den Puck aufs gegnerische Tor, im nächsten
Augenblick räumt er vor dem eigenen Tor auf und Sekunden später teilt
er einen knallharten Check an der Bande aus. Er geht keinem Zweikampf aus dem
Weg. Er kann sich auch gegen zwei Gegenspieler an den Bande durchsetzen und
anschließend irgendwie noch den Puck vors Tor bringen. Seine Stärke
ist eigentlich die Mittelstürmerposition, aber er wird auch auf dem linken
Flügel neben Joe Sakic eingesetzt. Dazu spielt er im Powerplay wie auch
in Unterzahl und ist in jeder Situation enorm wichtig für sein Team. Vor
allem sein Siegeswille ist enorm stark. Er will unbedingt jedes Spiel gewinnen
und gibt niemals auf. Er ist für die NHL besser geeignet als jeder andere
Europäer, denn er spielt hart auf den Körper und kann sehr gut austeilen.
Aber er kann auch sehr viel einstecken, was er auch immer wieder unter Beweis
stellen muss. Auf Grund seiner Spielweise hat er immer wieder mit Verletzungen
zu kämpfen. Seine Gefährlichkeit und seine Vielseitigkeit sind ebenfalls
ein Grund dafür, dass er von gegnerischen Spielern ständig aufs Korn
genommen wird und sehr hart attackiert wird. Er ißt übrigens vor
jedem Spiel eine Schüssel Haferbrei. Das ist eine Angewohnheit aus seiner
Jugend, die er bis heute beibehalten hat. Zwei Stanley Cups, die Calder
Trophy, Olypiasieger und zwei Weltmeistertitel sind seine
Auszeichnungen. Dabei ist er noch viel wichtiger als diese Ehrungen erahnen
lassen. Peter ist sehr gut befreundet mit seinem ehemaligen Teamkamerad Adam
Deadmarsh. Er ist auch nicht sehr glücklich mit der Entscheidung
der Vereinsführung, Deadmarsh an Los Angeles abzugeben. Gemeinsam verbringen
sie viel Zeit zwischen den Spielen und im Urlaub. Er mag italienisches Essen,
Musik von U2, spielt gerne Golf und Fußball und geht gerne ins Kino. Er
lebt in dem Städtchen Golden in Colorado.