Am 9. August 1964 wird Brett Hull in Kanada, genauer in Belleville, Ontario geboren. Sein Vater, Bobby Hull, ist ein Mitglied der Hall of Fame und einer der besten Spieler die in der NHL gespielt haben. Er erzielte 610 Tore in der NHL. Auch sein Onkel spielte viele Jahre als Profi. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß Brett sehr früh schon mit diesem typisch kanadischen Sport beginnt. Wie fast jeder Junge in Kanada, lernt er das Schlittschuhlaufen im frühen Kindesalter auf den zugefrorenen Seen in Kanada. Schnell stellt sich heraus, daß Brett besonders talentiert ist. 1982 spielt er mit 16 Jahren in der Juniorenliga von British Columbia, für die Pentincton Knights, und erzielt bereits 48 Tore in 50 Spielen und kommt insgesamt auf 104 Punkte. Ein Jahr später erzielt er sogar 105 Tore in 56 Spielen und kommt auf 193 Punkte. Sein Torinstinkt ist bemerkenswert. Nur wenige Spieler haben einen so ausgeprägten Sinn für das Spiel und diesen Zug zum Tor. Er ist der Schrecken jedes Goalies.
1984
wird er von den Calgary Flames im Entry Draft erst in der 6. Runde an
117. Stelle gezogen. Er beschließt aber, erst zwei Jahre für die
Universität von Minnesota, in Duluth, zu spielen. In
diesem Zeitraum erzielt er in 90 Spielen genau 84 Tore und kommt
auf 144 Punkte. 1986 macht er seinen
ersten beiden Spiele für die Calgary Flames. Er komt in den Play
Offs zum Einsatz, weil ein Stammspieler verletzt ist, kann aber keine Punkte
erzielen. 1987 macht er 5 Spiele
für die Flames, in denen er 1 Tor erzielt. In den Play Offs macht
er 4 Spiele, bleibt aber wieder ohne Punkt. Für die NHL ist er scheinbar
noch nicht bereit und so spielt er zunächst noch eine Saison für
Moncton in der AHL. Hier kommt er in 67 Spielen auf 50
Tore und 92 Punkte, wird zum Rookie des Jahres gewählt
und spielt im AHL All Star Team. 1988 macht
er seine erste komplette Saison in der NHL. Er macht 52 Spiele für
die Calgary Flames, wobei er auf 26 Tore und 50 Punkte kommt.
Am 7. März 1988 wird er zu den St.
Louis Blues abgegeben. Er geht zusammen mit Steve
Bozek im Austausch für Rob Ramage
und Rick Wamsley zu den Blues. Für
die Blues erzielt er immerhin noch 6 Tore und 14 Punkte in
13 Spielen. In den Play Offs macht er in 10 Spielen gute 7 Tore
und 9 Punkte.
Hier in St. Louis beginnt die NHL Karriere des Brett Hull erst so richtig.
1989 erzielt er in 78 Spielen 41 Tore und 84 Punkte.
In den Play Offs macht er 5 Tore und 10 Punkte in 10 Spielen.
Aber in der zweiten Runde komt das Aus für die Blues. 1990
explodiert er förmlich. Er kommt er in 80 Spielen auf 72 Tore
und 113 Punkte. In diesem Jahr erhält er auch die Lady Byng Trophy
und wird ins First All Star Team gewählt. Brett ist kein Spieler
der auf den Körper geht oder in den Ecken den Zweikampf sucht. Er braucht
den freien Raum und verläßt sich auf seinen Torinstinkt.
Das
macht ihn so wertvoll für die Blues. Gefürchtet ist vor allem sein
Schlagschuß, der extrem hart und äußerst präzise ist.
In den Play Offs macht er 13 Tore und 21 Punkte in 12 Spielen,
aber wieder ist in der zweiten Runde Schluss für die Blues. 1991
ist sein bestes Jahr. Er erzielt 86 Tore und 131 Punkte in 78
Spielen. Damit hält er immer noch den Rekord für einen Außenstürmer
mit den meisten Toren in einer Saison. Überhaupt hat nur Wayne
Gretzky mehr Tore in einer Saison erzielt. Selbst Mario
Lemieux hat nur 85 Tore in einer Saison geschafft. In diesem Jahr
erhält er zudem den Lester B. Pearson Award und die Hart Memorial
Trophy. Außerdem wird er erneut ins First All Star Team gewählt.
In den Play Offs macht er 11 Tore und 19 Punkte in 13 Spielen.
Aber wieder kommen die Blues über die zweite Runde nicht hinaus. Brett
spielt in diesem Jahr auch beim Canada Cup für die USA, denn
er ist verärgert darüber, dass Kanada ihn nicht in die Nationalmannschaft
berufen hat und nutzt seine zweite Staatsbürgerschaft. Er ist dermaßen
entäuscht, daß er beschließt, niemals für Kanada zu spielen.
1992 erzielt er in 73 Spielen wieder
starke 70 Tore und 109 Punkte. Er wird wieder ins First All
Star Team gewählt. Brett ist ein Torjäger, wie man ihn nur selten
zuvor gesehen hat. In den Play Offs macht er 4 Tore und 8 Punkte
in 6 Spielen. Wieder scheiden die Blues in der ersten Runde aus. 1993
macht er 80 Spiele und kommt dabei auf 54 Tore und 101 Punkte.
Er spielt erneut im All Star Team. In den Play Offs kommt er auf 8
Tore und 13 Punkte in 11 Spielen. Das Aus kommt für die
Blues in der zweiten Runde. 1994 erzielt
er in 81 Spielen 57 Tore und 97 Punkte. Wieder spielt er im All
Star Team. In den Play Offs fliegen die Blues glatt in 4 Spielen in der
ersten Runde raus. Brett kommt dabei auf 2 Tore und 3 Punkte in
4 Spielen. 1995
macht er in der verkürzten Saison in 48 Spielen immerhin
noch 29 Tore und 50 Punkte. In den Play Offs scheiden die Blues
erneut in der ersten Runde aus. Hull macht in 7 Spielen gute 6 Tore
und 8 Punkte. 1996 kommt er in
70 Spielen auf 43 Tore und 83 Punkte. Die Play Offs sind für
die Blues wieder in der zweiten Runde beendet. Hull macht in 13 Spielen
dabei 6 Tore und 11 Punkte. In diesem Jahr spielt er auch für
die USA bei der WM und gewinnt den World Cup, bei dem
er auch der Topscorer ist. 1997 erzielt
er in 77 Spielen gute 42 Tore und 82 Punkte. Seine Torproduktion
hat zwar inzwischen etwas nachgelassen, aber er ist immer noch ein torgefährlicher
Stürmer. In den Play Offs macht er in 6 Spielen noch 2 Tore
und 9 Punkte. Die erste Runde bringt wieder das Aus für die Blues.
1998 macht er 66 Spiele und kommt
dabei auf 27 Tore und 72 Punkte. In diesem Jahr spielt er für
die USA bei den olympischen Spielen, ist aber entäuschend,
wie das ganze Team. Immerhin macht er in 4 Spielen dabei 2 Tore
und eine Vorlage. In den Play Offs macht er in 10 Spielen immerhin
noch 3 Tore und 6 Punkte. Das Aus kommt in der zweiten Runde für
die Blues. Es scheint so, als könne Brett Hull einfach nicht den Cup gewinnen.
Im
Juli 1998 unterschreibt er als Free Agent einen
Vertrag bei den Dallas Stars. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er bereits
527 Saisontore erzielt. In der Saison 1999
erzielt er in 60 Spielen gute 32 Tore und 58 Punkte.
Damit macht er zum ersten mal seit zehn Jahren weniger Punkte als Spiele, arbeitet
aber dafür auch in der Defensive mit. Ein völlig anderer Brett Hull
spielt hier in Dallas unter Ken Hitchkock als Trainer. In den Play Offs kommen
die Stars bis ins Finale und schlagen hier die Buffalo Sabres. Hull macht
in 22 Spielen gute 8 Tore und 15 Punkte. In diesem Jahr
gewinnt er endlich den Stanley Cup, auf den er so lange gewartet hat.
Er erzielt das Gamewinning Goal, welches trotz Torraumabseits gegeben wird.
In der Saison 2000 macht er in 79 Spielen
nur 24 Tore, aber immer noch 59 Punkte. Insgesamt hat er mittlerweile
die 600er Toremarke längst überschritten. In den Play Offs
kommen die Stars wieder bis ins Finale, müssen sich aber hier den New
Jersey Devils geschlagen geben. Hull macht in 23 Spielen starke 11
Tore und 24 Punkte. In der Saison 2001
kommt er in 79 Spielen auf 39 Tore und 79 Punkte. In den
Play Offs scheitern die Stars ausgerechnet an den Blues in der zweiten
Runde. Hull macht 2 Tore und 7 Punkte in 10 Spielen.
Im Sommer 2001 unterschreibt er kurz vor Saisonbeginn einen Vertrag bei den Detroit Red Wings. Er ist das letzte Teil eines großen Mosaik, das gebaut wurde um den Stanley Cup zu gewinnen. Zuvor verpflichteten die Red Wings bereits Dominik Hasek, Luc Robitaille und Fredrik Olausson. Auch Igor Larionov holte man aus Florida zurück. 2002 dominieren die Red Wings die gesamte Liga über die komplette Saison. Am Ende gewinnen sie die President's Trophy als punktbestes Team. Hull kommt in 82 Spielen auf 30 Tore und 63 Punkte. Seine plus/minus Bilanz ist +18, was seine gute Defensivarbeit bestätigt. In den Play Offs kommen die Red Wings souverän bis ins Finale. Hier schlagen sie in 5 Spielen die Carolina Hurricanes. In 23 Spielen macht Hull 10 Tore und 18 Punkte. Er macht in der Finalserie drei wichtige Tore. Er gewinnt seinen zweiten Stanley Cup. Zuvor gewann er bereits die Silbermedaille mit den USA bei den Olympischen Spielen, wo er mit seinem Team im Finale Kanada unterlag.
Sein Vater Bobby Hull spielte für die Chicago Blackhawks und war dreimal der Topscorer der NHL, zweimal MVP und spielte in 10 All Star Games. Zudem ist er Mitglied im 500er Club, das heißt er erzielte mehr als 500 Tore in seiner Karriere. Mit ihm zusammen bildet "The Golden Brett", wie man Brett Hull in Anlehnung an seinen Vater "The Golden Jet" nennt, das einzige Vater-Sohn Duo, das jeweils die Lady Byng Trophy erhielt, 50 Tore in einer Saison erzielte und insgesamt mehr als 500 Tore schoß. Zudem gewann Brett noch die Hart Trophy und den Lester B. Pearson Award. Wegen seiner unauffälligen Spielweise nennt man Brett auch manchmal "Stealth Bomber". Überhaupt wirft man Brett Hull oft vor, er sei ein Weichei, da er nie in die Ecken geht und nicht auf den Körper spielt. Er baut auf seinen Torinstinkt und steht meistens da, wo der Puck hinkommt. Er ist auch kein Spielmacher und war viele Jahre auch nicht an Defensivarbeit interessiert. Das änderte sich erst mit dem Spielkonzept in Dallas. Seitdem ist Brett Hull mehr zum Zwei-Wege-Stürmer geworden. In Dallas fühlte er sich sehr wohl. Er hätte wohl auch gerne seine Karriere hier beendet. Da die Dallas Stars auf seine Dienste in Zukunft verzichten wollten, unterzeichnete er kurzfristig einen Vertrag bei den Detroit Red Wings, was sich am Ende auch ausgezahlt hat. Er gewinnt mit Detroit seinen zweiten Cup, die Stars verpassen die Play Offs. Privat ist er ein sehr freundlicher und gut gelaunter Mensch. Er lebt mit seiner Frau Allison, einem Sohn und einer Tochter in der Nähe von Detroit.