Paul Kariya wird am 16. Oktober, 1974
in Vancouver, British Columbia, geboren. Sein Vater Tetsuhiko, der jahrelang
mit der kanadischen Rugbynationalmannschaft spielte, ist zu 100 % japanischer
Abstammung. Seine Mutter Sharon ist Kanadierin. Paul, sein vollständiger
Name ist Paul Tetsuhiko Kariya, wächts
als zweitältester von fünf Kindern auf. Er beginnt, wie fast jedes
Kind in Kanada, schon sehr früh mit dem Eishockey, und bald wird
klar,
daß er ein großes Talent ist. Er spielt zunächst in der British
Columbus Junior Hockey League für Pencington. Hier wird schnell
klar, dass Paul eine besonders gute Spielauffassung besitzt. Er kommt in der
ersten Saison 1991 in 54 Spielen
bereits auf 45 Tore und 112 Punkte. In der folgenden Saison 1992
macht er sogar in 40 Spielen hervorragende 46 Tore und 132
Punkte. Aber im Gegensatz zu vielen anderen, die ihre Karriere in den Minor
Leagues beginnen, geht Paul zum College und spielt in der College League.
Hier werden schnell die Scouts der NHL auf ihn aufmerksam. Er spielt für
die University of Maine, bei den Maine Black Bears. Hier kommt
er in der ersten Saison 1993 in 39 Spielen
auf 25 Tore und 100 Punkte. In dieser Saison gewinnt Paul den Hobey Baker
Memorial Award, wird zum besten Spieler gewählt und spielt im
All-Star Team. Damit war er der herausragendste Spieler im College-Eishockey
in diesem Jahr. 1993 wird er dann auch von
den Anaheim Mighty Ducks an 4. Stelle gesamt beim Draft gezogen.
In der zweiten Saison 1994 macht er nur
12 Spiele, erzielt dabei aber 16 Tore und 24 Punkte. Dann
spielt Paul zunächst für das Team Canada. Er macht 23 Vorbereitungsspiele,
in denen er 7 Tore und 41 Punkte erzielt. Er wird für die
Olympiamannschaft nominiert und spielt bei den Olympischen Spielen
in Lillehammar. Hier gewinnt Paul mit dem Team Canada die Silbermedaille
und kommt in 8 Spielen auf 3 Tore und 7 Punkte. Im gleichen
Jahr gewinnt er auch den WM Titel mit dem Team Canada.
Wenige
Monate später beginnt er seine Karriere in der NHL, für die
Anaheim Mighty Ducks. Er macht 1995 in
seiner ersten Saison 18 Tore und 39 Punkte in 47 Spielen.
Leider verpassen die Mighty Ducks die Play Offs. Das Team ist zu schwach und
befindet sich am Ende der Liga. In seiner zweiten Saison
1996 erzielt er in 82 Spielen schon 50 Tore und
108 Punkte. Er sammelt nur 20 Strafminuten und erhält dafür
die Lady Byng Trophy als fairster Sportler. Er harmoniert hervorragend
mit seinem Sturmpartner Teemu Selänne,
den man eigens aus Winnipeg geholt hat. Mit ihm bildet er eins der besten Sturmduos
aller Zeiten. Die Play Offs schaffen die Mighty Ducks aber wieder nicht. Von
nun an gehört Paul Kariya zu den absoluten
Stars der NHL. Er ist unglaublich schnell und wendig, ein herausragender Techniker
und verfügt über eine exzellente Spielübersicht. Was ihm an Körpermasse
fehlt, gleicht er durch Klasse wieder aus. Schon zu seiner Collegezeit hatte
er den Spitznamen "Mighty Mouse", und auch heute noch spricht man immer
wieder vom "kleinen Paul Kariya". Dabei ist er mit 180 cm Körpergröße
genau so groß wie Joe Sakic, Steve
Yzerman oder Wayne Gretzky. Aber
niemand käme auf die Idee vom "Little Joe", vom "Kleinem Stevie"
oder gar vom "Kleinen Wayne" zu sprechen. 1997
kommt er in 69 Spielen auf 44 Tore und 99 Punkte.
Dabei sammelt er nur 6 Strafminuten und kommt auf eine plus/minus
Bilanz von +36. Er erhält seine zweite Lady Byng Trophy und
beweißt zudem seine Defensivstärke. Die Mighty Duck schaffen zum
erstenmal den Sprung in die Play Offs. Sie schlagen in der ersten Runde die
Phoenix Coyotes. Erst in der zweiten Runde kommt das Aus für die
Mannschaft aus Kalifornien. Sie scheitern am späteren Champion Detroitn
Red Wings. Paul sammelt in 11 Spielen aber gute 7 Tore und
13 Punkte. Die Saison 1998 beginnt
gut für Paul. Ganz Kanada erwartet den großen Auftritt Paul Kariyas
bei den Olympischen Spielen in Nagano, Japan. Aber kurz vor Beginn
der Spiele wird er durch einen äußerst harten Cross-Check von Gary
Suter außer Gefecht gesetzt. Die Spiele finden ohne ihn statt,
und Kanada erleidet eine bittere Niederlage mit dem 4. Platz. Nach seiner Genesung
entschließt sich Paul noch härter zu trainieren. Er hat genug von
den ständigen unfairen Angriffe auf seinen Körper. Er trainiert sich
fünf Kilo Muskelmasse an, um in Zukunft besser für das
harte
Körperspiel in der NHL gewappnet zu sein. Seitdem zählt das Gewichtheben
zu seine Hobbies. Auf Grund der langen Verletzung macht er nur 22 Spiele,
erzielt dabei aber immer noch 17 Tore und 31 Punkte. Die Play
Offs werden nicht erreicht. 1999 erzielt
er in 82 Spielen satte 39 Tore und 101 Punkte. Sein Körperspiel
ist stärker geworden und er kann sich auch an der Bande nun besser durchsetzen.
Die Mighty Ducks schaffen zwar die Play Offs, aber nach der ersten Runde ist
bereits alles vorbei. Paul macht in 3 Spielen dabei 1 Tor und
4 Punkte. Paul Kariya und Teemu Selänne bilden das Herz und die
Seele der Mannschaft, aber dahinter klafft ein großes Loch. Das Team ist
nicht konkurrenzfähig. In der Saison 2000
erzielt er in 74 Spielen wieder 42 Tore und 86 Punkte.
Dabei kommt er, in der defensiv schwachen Mannschaft, auf eine plus/minus
Bilanz von +22. Die Play Offs werden wieder nicht erreicht. Die Saison
2001 ist besonders entäuschend für Paul. Sein Sturmpartner
Teemu Selänne wird zu den San Jose Sharks transferiert. Er
beendet die Saison mit 33 Toren und 67 Punkten in 66 Spielen.
Aber nun steht er völlig auf verlorenem Posten. Die Play Offs verfehlen
die Mighty Ducks um mehr als 20 Punkte. Die Mannschaft zeigt auf allen Positionen
große Schwächen und es ist keine Verbesserung in Sicht.
2002 verpassen die Mighty Ducks erneut die Play Offs, diesmal sogar um
25 Punkte. Die Defensive der Ducks ist zwar diesmal sehr solide, doch in der
Offensive ist Paul Kariya auf sich alleine gestellt. In 82 Spielen macht
er zwar 32 Tore, aber nur 57 Punkte. Seine plus/minus Bilanz von
-15 verdeutlicht die schwache Saison. Dabei liegt es nicht an ihm, sondern vielmehr
an der fehlenden Unterstützung. Bei den Olympischen Spielen gewinnt er
mit dem Team Canada dafür aber die Goldmedaille.
Paul Kariya bildete zusammen mit seinem kongenialen Sturmpartner, Teemu Selänne, für Jahre eines der besten Sturmduos aller Zeiten. Die beiden sind bekannt als "Das Dynamische Duo". Sie verstehen sich nicht nur auf dem Eis blendend. Sie sind auch privat sehr gute Freunde. Deshalb war der Trade Selännes nach San Jose ein harter Schlag für Paul. Bei den Kanadiern ist Paul Kariya äußerst beliebt und auf seinen Schultern ruht die Hoffnung einer ganzen Nation. Nebenbei engagiert er sich außerdem für wohltätige Zwecke. Privat ist der sympathische Kapitän der Mighty Ducks eher scheu und zurückhaltend. Erst nach langer Zeit lernte er den Umgang mit den Medien und den Reporten. Als Superstar der NHL steht er ständig im Rampenlicht, was nicht seinem Naturell entspricht. Neben dem Gewichtheben zählen Tennis, Golf, Schwimmen, Meditieren und Lesen zu seinen Hobbies. Inzwischen spielt auch sein kleiner Bruder Steve in der NHL. Er macht seine erste Saison für die Vancouver Canucks und das recht erfolgreich. Die beiden Brüder werden sich im Laufe der Saison mehrmals auf dem Eis begegnen und man darf gespannt sein, wie sich der jüngere der beiden entwickeln wird.
