
Autor :Hannes Gramberger (habsfannr1)
Saku
Koivu wird am 23. November 1974 in der finnischen
Hafenstadt Turku als Sohn von Jukka und Puire Koivu geboren.
Sein jüngerer Bruder Mikko kommt 9 Jahre später, 1983, ebenfalls
in Turku zur Welt. Saku besucht die Hauptschule in Turku und da er sich schon
sehr früh für Fremdsprachen interessiert will auch er später
einmal als Lehrer tätig werden. Doch wie jeder andere finnische Junge verfällt
auch Saku schon sehr früh der Leidenschaft Eishockey. Seine Profi-Karriere
beginnt der mittlerweile 16-jährige Koivu in der finnischen Juniorenliga
wo er von 1990 bis 1992 spielt. In der ersten Saison 1991
macht er in der zweiten Mannschaft seines Heimatvereins TPS Turku 20 Tore
und 48 Punkte in 24 Spielen. Nachdem er 1992
bereits 12 Spiele hinter sich hat, wobei er 3 Tore und 10 Punkte
für sich verbuchen kann, steigt er in die erste Mannschaft des TPS Turku
auf und erzielt in den übrigen 34 Saisonspielen 25 Tore und 53 Punkte.
Erstmals kommt er mit seiner Mannschaft auch in die Playoffs und erzielt dabei
5 Tore und 14 Punkte in 8 Spielen. 1992 beginnt
auch die erfolgreiche internationale Karriere Koivu’s. Er wird in den Juniorenkader
Finnland’s einberufen und erzielt bei der Junioren Europameisterschaft
immerhin 3 Tore und 8 Punkte in 6 Spielen. Nach diesen
Leistungen wird Saku 1992 endgültig in die "Kampfmannschaft"
des TPS Turku aufgenommen. Er erzielt in seiner ersten Profi - Saison 1993
zwar nur 3 Tore und 10 Punkte in 46 Spielen, wird aber
wiederum für den Juniorenkader Finnland’s nominiert und erzielt bei der
Junioren Weltmeisterschaft 1993 wieder 1 Tor und 9 Punkte
in 7 Spielen. Im selben Jahr darf er auch in der Nationalmannschaft
Finnland’s bei Freundschaftsspielen und bei der Weltmeisterschaft in Deutschland
spielen. Die folgenden 2 Jahre, von 1993 bis 1994, sind gleichzeitig auch seine
bisher international erfolgreichsten. Die Talent - Scouts der NHL haben schon
lange ein Auge auf den jungen Stürmer geworfen und letztendlich wird Saku
1993 von den Montreal Canadiens in der ersten Runde an 21.
Stelle gezogen. Doch bevor er in die NHL wechselt, holt er sich noch einige
nationale und internationale Titel ab. So scort er 1994
für TPS Turku 23 Tore und 53 Punkte in 47 Spielen
und spielt wiederum bei den Junioren Weltmeisterschaften in Tschechien
(3 Tore, 9 Punkte). Seine Führungsqualitäten trotz seines
jungen Alters werden von allen bewundert und so wird er Captain Finnland’s.
Er führt das Team Suomi 1994 zur Bronzemedaille bei den Olympischen
Spielen in Lillehammer, Norwegen und zur Silbermedaille bei den
Weltmeisterschaften in Italien. 1995 holt er als
Topscorer der Liga, 27 Tore und 74 Punkte in 45 Spielen,
mit TPS Turku die Meisterschaft. Doch Saku hat noch nicht genug und holt das
erste Gold für Finnland bei den Weltmeisterschaften 1995 in Schweden.
Nachdem er mit 5 Toren und 10 Punkten in 10 Spielen zum
Topscorer des Turniers avanciert, wird er als bester Spieler des Turniers gekrönt
und ins All Star Team gewählt. Dieses Turnier war gleichzeitig auch der
Abschied von TPS Turku, denn er entscheidet sich für den Sprung in die
NHL.
Gleich
in seiner ersten Saison 1996 für die Habs beendet
Saku mit 20 Toren und 45 Punkten in 82 Spielen die Sason
an vierter Stelle der Rookie Scorer Wertung. Playoff Luft darf er auch schnuppern,
doch nach 6 Spielen mit 3 Toren und 4 Punkten ist in der
ersten Runde Schluss. Ebenfalls in diesem Jahr spielt er mit Finnland beim World
Cup wobei er 4 Punkte in 4 Spielen macht. In der darauffolgenden
Saison 1997 führt Saku zwischenzeitlich die Liga
mit 13 Toren und 25 Assists an, bevor er eine Knieverletzung im Spiel gegen
Chicago erleidet. Nach einer mehrwöchigen Pause beendet er die Saison mit
17 Toren und 56 Punkten in 50 Spielen. Die Playoffs bringen
aber wiederum eine Enttäuschung in der ersten Runde für die Habs,
wobei Saku 4 Punkte in 5 Spielen macht. In dieser Sasion erreicht
er auch seinen 100. NHL Punkt. Selbstverständlich vertritt er bei
der Heim WM in Finnland die Farben seines Landes, doch zu einer Medaille reicht
es dennoch nicht. In der folgenden Saison 1998 muss
Saku jedoch wieder einige Spiele aussetzen, er kommt aber trotzdem auf 14
Tore und 57 Punkten in 69 Spielen. Seine Leistungen bringen
ihm einen Platz im All Star Game 1998, wo er neben seinem Kumpel Teemu Selänne
für die Weltauswahl stürmen darf. Er kann auch seinen 100. NHL
Assist, im Spiel gegen Florida, und sein 200. NHL Spiel, gegen Carolina,
bejubeln. Doch wie in den vorangehenden 2 Jahren ist für die Habs in der
ersten Runde der Playoffs Endstation. Im selben Jahr stehen auch wieder Olympische
Spiele in Nagano, Japan ins Haus. Dort führt er mit 10 Punkten
in 6 Spielen Finnland wiederum zur Bronzemedaille, wobei man die
Kanadier mit Wayne Gretzky in einem spannenden Spiel um Platz 3 schlägt.
In der Saison 1999 machen ihm wiederum einige kleine Verletzungen
Probleme und so kommt er in 65 Spielen "nur" auf 14 Toren
und 44 Punkte. Wieder gibt es auf Grund seines 200. NHL Punkt
ein kleines Jubiläum zu feiern. Die Playoffs erreichen die Canadiens seit
einiger Zeit das erste Mal nicht, was bei solch einem Traditionsteam eine kleine
Katastrophe ist. Trotz der Verletzungssorgen vertritt er auch in diesem Jahr
seine Farben bei der Weltmeisterschaft in Norwegen, wobei er mit 12
Punkte in 10 Spielen sein Team wiederum zu seiner Silber Medaille
führen kann. Nachdem er ja schon seit einiger Zeit Assistent Captain
ist, wird Saku 1999, nach dem Abgang von Vincent Damphousse, der
27. und gleichzeitig auch der erste europäische Captain der Habs.
Doch auf Grund von 2 Verletzungen kann er in der Saison 2000
wieder nur 24 Spiele bestreiten, wobei er trotzdem 3 Tore und
21 Punkte erzielt. Wiederum werden die Playoffs verfehlt und sinkende
Publikumszahlen bzw. Horror Trades tragen nicht dazu bei die Situation bei den
Canadiens zu entschärfen. 2001 bestreitet er sein 300. NHL Spiel
und erzielt in dieser Saison 17 Tore und 30 Assists in 54 Spielen.
Leider bleibt ihm das Pech auch in dieser Spielzeit nicht fern und so erleidet
er wiederum eine Knieverletzung in einem Spiel gegen die Rangers. Was man vor
der Saison vermute, aber keiner es aussprechen möchte, wird leider wahr:
die Habs verpassen zum 3. Mal hintereinander die Playoffs. Doch das Hauptproblem,
General Manager Réjean Houle, der Spieler wie Pierre Turgeon,
Marc Recchi oder Vinnie Damphousse in schrecklichen Trades aus
Montreal lotste, wird
während
der Saison von André Savard abgelöst. Endlich besteht wieder
so etwas wie ein Funke Hoffnung in Montreal. Schlüsselspieler wie Joé
Juneau, Andreas Dackell, Stéphane Quintal und Yanic
Perreault werden verpflichtet und somit rückt das Ziel Playoff’s 2002
wieder etwas näher. Doch vor dem Start des Trainingscamps kommt dann die
Hiobsbotschaft: Saku Koivu erkrankt an Unterleibskrebs und es besteht nur sehr
wenig Hoffnung an einer Wiedergenesung. Seine besten Freunde Craig Rivet,
Brian Savage und natürlich seine Familie, mitsamt seiner Verlobten
Hanna, stehen jeder Zeit an seiner Seite. Auch die vielen Wünsche, und
Ermunterungen seiner vielen Fans und natürlich seine eigene große
mentale Stärke geben Saku die Kraft den Krebs zu besiegen. Während
seiner fast 8 monatigen Behandlung nutzt er fast jede freie Zeit um seine Teamkameraden
zu besuchen, ihnen bei Spielen von der Tribüne aus anzufeuern oder manchmal
auch selber aufs Eis zu gehen. Währenddessen war allen klar dass sie die
Playoffs extra für Saku erreichen wollen, dabei tut sich José
Théodore als der Schlüsselspieler für dieses Vorhaben hervor.
Die Canadiens liegen sehr gut im Kampf um den letzten Playoffplatz und am 9.
April ist es dann soweit. Die Habs brauchen nur noch einen Sieg um denn Playoffplatz
zu sichern und just an dem Tag macht Saku, nach erfolgreichen Kampf über
den Krebs, sein unglaubliches Comeback. Er wird mit 8 mintütigen Standing
Ovations empfangen und jedesmal wenn er die Eisfläche betritt braust eine
Woge der Begeisterung durch das mit 21.273 Fans ausverkaufte Molson Centre.
Um das "Märchen" perfekt zu machen gewinnen die Habs das Spiel
mit 5:3 und erreichen somit nach 3 Jahren endlich wieder die Playoffs. In den
3 Saisonspielen erreicht Saku zwar nur 2 Assists, aber in den
Playoffs zeigt er dann allen wieder das mit "Sak" zu rechnen ist.
Die Habs besiegen die hohen Favoriten aus Boston mit 4:2 Siegen und scheiden
erst gegen den späteren Stanley Cup Finalisten Carolina nach 6 Spielen
aus. Saku macht insgesamt 4 Tore und 10 Punkte in 12 Spielen.
Als Anerkennung für seine Engagiertheit als Captain des Teams auch während
seiner schweren Krankheit, wird Saku die Bill Masterton Trophy verliehen.
Für 2003 haben sich "LesGlorieux" wieder viel vorgenommen und
mit MVP und Vezina Trophy Gewinner José Théodore hat der Traditionsverein
neben Saku ein weiteres heißes Eisen im Feuer.
Saku gehört mit seinen 1, 80 m zwar nicht zu den Größten der Liga, doch was ihn an Größe fehlt das macht er mit seiner unglaublichen Schnelligkeit, seinem Antritt, seiner Puckkontrolle und seiner unschlagbaren 1 gegen 1 Qualitäten wett. Seine Spielmacherfähigkeiten sind bei weitem mit die Besten, welche die Liga kennt. Manchmal glaubt man wirklich das Saku 2 weitere Augen im Hinterkopf hat. Seine Führungsqualitäten sind extrem wichtig für jedes "seiner" Teams, ob es nun die Habs oder das Team Suomi sind. Jeder akzeptiert ihn und sogar ältere, erfahrenere Spieler schauen zu ihm auf. Leider konnte Saku nur eine NHL Saison bisher voll durchspielen und das war seine Rookie Saison. Immer wieder wurde er vom Pech verfolgt und erlitt viele Verletzungen, doch seine Fans hoffen, dass er nächste Sasion es endlich seinen Kritikern in der Liga beweisen kann. In der Nationalmannschaft hat er es schon oft genug bewiesen, wo er auch in Teemu Selänne einen kongenialen Partner vorfindet. Zwar wird er nie an seine Idole Wayne Gretzky oder Guy Lafleur rankommen was die Gesamtpunkteausbeute anbelangt, aber wenn er noch länger spielt (und wenn er verletzungsfrei bleibt) dann kann er zu den Topscorern der Liga gehören.
Auch als Privatmensch ist Saku Koivu ein sehr netter, kluger und charismatischer Mann, der jedesmal ein Lachen auf dem Gesicht hat. Er ist wie jeder andere Canadiens Spieler bei diversen Stiftungen engagiert und natürlich liegt seit seiner Krebserkankung das Hauptaugenmerk auf Stiftungen für krebskranke Menschen. Inzwischen macht auch sein Bruder Mikko Koivu von sich reden und wurde von den Minnesota Wild beim Draft 2001 gezogen. Man darf gespannt sein wie er sich entwickelt.
Seine Freizeit verbringt Sak mit seiner Verlobten Hanna beim Snooker, Badminton und Golf spielen oder beim Grillen mit seiner Familie in Finnland. Doch auch seinen zweiten Traum als Fremdsprachenlehrer hat er noch lange nicht aufgegeben, nach Karriereende wäre ja noch reichlich Zeit.
"Always wanting to go further and win!" .... das Geheimnis seines Erfolgs und hoffentlich geht sein erfolgreicher Weg noch bis zum 25 Stanley Cup Erfolg für die Habs
