Mario
Lemieux wird am 5. Oktober 1965 in Ville
Emard, Quebec, geboren. Wie alle Kanadier lernt er das Schlittschuhlaufen
von klein an mit seinen Brüdern Alain
und Richard, in der freien Natur, und spielt
auch schon bald bei den Kleinsten Eishockey. Er beweißt schon in frühsten
Jahren großes Talent für diesen Sport und schnell ist klar, der kleine
Mario wird mal ein ganz großer werden. In jungen Jahren trägt Mario
die Nummer 27, die auch schon sein Bruder Alain trug, doch sein späterer
Agent rät ihm eine andere Nummer zu wählen, da er mal der "neue
Gretzky" werden wird. Daraufhin will Mario die 99 tragen,
aber davon rät ihm sein Agent ab, da ihm dieses als Größenwahn
angelastet werden würde. Schließlich einigt man sich auf die 66,
die ja im Grunde die 99 auf dem Kopf gestellt ist und das ist nicht größenwahnsinnig,
aber doch etwas besonderes.
In der Junioren Liga pulverisiert Lemieux alle Rekorde. Die Scouts der NHL werden schnell auf ihn aufmerksam. Mario Lemieux wird 1984 von den Pittsburgh Penguins beim Entry Draft als 1. gesamt gezogen. Die Penguins verloren zu jener Zeit Millionen und die Zuschauerzahlen waren bedrohlich rückläufig, sodass der Besitzter überlegte, den Verein nach Hamilton zu verkaufen. Es gab nur eine Chance den Verein zu retten. Man musste diesen phänomenalen Spieler haben. Um sich den jungen und unglaublich spielenden Stürmer zu sichern, verloren die damals finanziell und wirtschaftlich schlecht stehenden Pittsburgh Penguins, absichtlich 15 ihrer letzten 18 Spiele. Der Stammgoalie wurde kuzerhand ins Farmteam gesteckt und ein junger unbekannter Goalie aus der Minorleague für ihn ins Team geholt. Der kassierte im Schnitt 6 Tore pro Spiel und der letzte Platz war gesichert. Schnell stehen die General Manager der NHL-Vereiene Schlange und machen Pittsburgh unglaubliche Angebote. Alle wollen unbedingt das Erstziehungsrecht der Penguins haben. Die Montreal Canadiens bieten sogar eine komplette Sturmreihe mit Anton, Peter und Marian Stasny an, damals eine der besten Sturmreihen der Welt. Doch der GM der Penguins sagt nur. "Steckt euch die Stasnys in den Hintern, wir nehmen Lemieux!"
Sein
erstes Spiel in der NHL macht Mario für die Pittsburgh Penguins,
am 11. Oktober 1984, vier Tage nach seinem
19. Geburtstag. Gleich mit seinem ersten Schuß erzielt er auch sein erstes
Tor. Mario Lemieux entfacht eine neue Begeisterung in der Stahlmetropole und
alles schwärmt von dem neuen Supertalent. Natürlich wird er auch als
bester Rookie mit der Calder Trophy ausgezeichnet. Die Saison
1985 schließt er mit 43 Toren und 100 Punkten
in 73 Spielen ab. Trotzdem verpassen die Penguins die Play Offs. In der
Saison 1986 erzielt er satte 48 Tore
und 141 Punkte in 79 Spielen. Dafür wird er mit dem
Lester B. Pearson Award ausgezeichnet. Die Play Off schaffen die Penguins
aber wieder nicht. In der Saison 1987 kommt
er auf 54 Tore und 107Punkte in 63 Spielen. Aber wieder
verpassen die Penguins die Play Offs. In diesem Jahr gewinnt er
aber mit Kanada den Canada Cup. Am 31. Dezember 1988
stellt Super Mario einen ganz besonderen Rekord auf. Er schießt in
einem Spiel ein Powerplay-Tor, ein Unterzahl-Tor, ein Penalty-Tor,
eins ins leere Tor und ein Tor bei 5 gegen 5. Damit ist Mario
der einzige Spieler in der NHL Geschichte dem dieses Kunststück
gelang. Die Saison beendet er mit 70 Toren und 168 Punkten in
77 Spielen. Er gewinnt als Topscorer der NHL die Art Ross Trophy,
gewinnt die Hart Trophy als MVP und wird als Spieler des Jahres
mit dem Lester B. Pearson Award ausgezeichnet. Die Play Offs verpassen
die Penguins aber erneut. Seine beste Saison hat er 1989
mit 85 Toren, 114 Assists und 199 Scorerpunkten in 76
Spielen. Damit fehlen ihm aber immer noch 16 Punkte zu Wayne
Gretzkys Rekordsaison, wobei Gretzky nur vier Spiele mehr dazu brauchte.
Bei einem Punkteschnitt von 2,62 pro Spiel in der Saison 88/89, hätte Mario
also 10,48 Punkte mehr erzielen können, und selbst wenn er in den vier
fehlenden Spielen jeweils drei Punkte erzielt hätte, also 12 Punkte mehr,
hätten immer noch drei Punkte zu Gretzkys Rekord gefehlt. Aber das ist
sowieso nur reine Spekulation. Wenn Mario Lemieux lange genug gespielt hätte,
wäre vielleicht der eine oder andere Rekord von Wayne Gretzky gefallen.
Aber man darf auch nicht vergessen, daß Mario auf dem Höhepunkt seiner
Karriere angelangt war, und ebenso wie Gretzky langsam aber sicher auch nachgelassen
hätte, daß liegt nun mal in der Natur des Menschen. Aber auch in
dieser Saison ist er der Topscorer der Liga. Dabei hat er auch 100
Strafminuten und eine plus/minus Bilanz von +41 vorzuweisen.
Er erhält die Art Ross Trophy und führt die Penguins in die
Play Offs. Hier macht Mario zwar in 11 Spielen
ganze 12 Tore und 19 Punkte, trotzdem ist in der zweiten Runde
Schluss für die Penguins. 1990
beendet er die Saison, auf Grund einer schweren Verletzung, mit 45 Toren
und 123 Punkten in nur 59 Spielen. Die
Penguins verpassen wieder die Play Offs und so
langsam macht sich wieder Unmut in Pittsburgh breit. Trotz Lemieux's Genialität
gelingt der große Wurf einfach nicht.
1991 absolviert er auf Grund einer langen Verletzung nur 26 Spiele,
kommt dabei aber immer noch auf 19 Tore und 45 Punkte. Die Penguins
erreichen endlich wieder die Play Offs und Mario ist rechtzeitig zur Endrunde
wieder fit. Im Finale treffen die Penguins auf die Minnesota North Stars.
Lemieux erzielt in 23 Spielen
unglaubliche 16 Tore und 44 Punkte. Und er krönt
die Saison mit seinem ersten Stanley Cup und gewinnt die Conn Smythe
Trophy als MVP der Play Offs. Außerdem gewinnt er mit Kanada
den Canada Cup. 1992 kommt er dann
wieder auf 44 Tore und 131 Punkte in 64 Spielen. Er ist
der Topscorer der Liga und erhält die Art Ross Trophy. Die
Penguins erreichen erneut die Play Offs und kommen wieder bis ins Finale. Eine
Verletzung zwingt Lemieux zum Aussetzen in den Play Offs, aber im entscheidenden
Moment ist er wieder da. Im Finale warten die Chicago Blackhawks. Er
erzielt in 15 Spielen satte 16 Tore und 34 Punkte und gewinnt
seinen zweiten Stanley Cup. Zudem erhält er erneut die Conn Smythe
Trophy. 1993 erzielt er 69 Tore
und 160 Punkte in 60 Spielen. Dabei kommt er auf eine plus/minus
Bilanz von +55. Er erhält die Hart Trophy als MVP, die
Art Ross Trophy als Topscorer und den Lester B. Pearson Award. In
den Play Offs macht er 8 Tore und 18 Punkte in 11 Spielen.
Die Penguins scheiden als Titelverteidiger aber in der zweiten Runde aus. 1994
ist er erneut lange verletzt. Er macht nur 22 Spiele in denen er 17 Tore
und 37 Punkte erzielt. Er kommt auch auf 32 Strafminuten in den
22 Spielen. Die Penguins kommen zwar in die Play Offs, scheiden aber bereits
in der ersten Runde aus. Mario Lemieux macht in 6 Spielen nur 4 Tore
und 7 Punkte.
1995
hat Mario Lemieux auch eine schwere Zeit. Man stellt fest,
daß er an einer bösartigen Krankheit unserer Zeit leidet: Lymphdrüsenkrebs.
Er setzut die komplette Saison aus und muß sich über einen längeren
Zeit insgesamt 20 mal einer Bestrahlung unterziehen, bevor er den Krebs besiegen
kann. Nach der letzten Bestrahlung 1996,
fliegt er gleich von Pittsburgh nach Philadelphia, wo sein Team gegen die Flyers
antreten muß, und schießt auch gleich wieder ein Tor. Die Saison
beendet er mit 69 Toren und 161 Punkten in 70 Spielen.
Er erhält als bester Spieler des Jahres den Lester B. Pearson Award
und gewinnt erneut die Hart Trophy. Topscorer wird
allerdings ein anderer Pinguin: Jaromir Jagr! Sein einstiger Schüler
hat sich zum Topspieler der Mannschaft entwickelt. In den Play Offs macht Lemieux
11 Tore und 27 Punkte in 18 Spielen. Aber in der dritten
Runde kommt das Aus für die Penguins.
1997 erzielt Mario Lemieux in seiner letzten Saison als Spieler
50 Tore und 122 Punkte in 76 Spielen. Er ist erneut Topscorer
der Liga und erhält die Art Ross Trophy. In den Play Offs macht
er nur 5 Spiele in denen er 3 Tore und 6 Punkte erzielt.
In der ersten Runde scheitern die Penguins an den Flyers und Mario's letzte
Worte gelten Eric Lindros. Er flüstert ihm ins Ohr: "Jetzt ist es
an dir! Spiele clever und bleib von der Strafbank weg."
Im Alter von 31 Jahren beendet Mario Lemieux viel zu früh seine Karriere, weniger aus gesundheitlichen Gründen, als vielmehr wegen der zu laschen Regelauslegung in der NHL. Er ist der Meinung, daß das ständige Haken, Halten und Behindern härter geahndet werden müsse, da sonst einfach die guten Cracks nicht zu ihrem Spiel kämen und damit der Sport immer mehr an Attraktivität verlieren würde. Unter diesen Umständen macht ihm Eishockey einfach keinen Spaß mehr.
Nach
3 1/2 Jahren schlägt dann eine Meldung ein wie eine Bombe. Mario Lemieux
kehrt zurück in die NHL. Er läßt sein Amt als Besitzer der
Mannschaft ruhen und streift erneut das Trikot der Penguins über. Und was
er dem erwartungsvollenm Publikum bietet, ist Eishockey vom Feinsten. Selbst
nach dieser langen Phase, in der er sich lediglich fit gehalten hat, spielt
er noch auf höchstem Niveau. Und selbst Gretzky sagt, was Mario Lemieux
hier leistet, nach dieser langen Zeit und in dem Alter, ist einfach unglaublich.
Die Saison 2001 schließt er mit 35
Toren und 76 Punkten in nur 43 Spielen ab. Die Penguins kommen
in die Play Offs und erreichen sogar das Conference Finale. Hier müssen
sie sich allerdings den zu starken Devils geschlagen geben. Mario kommt in 18
Play Off Spielen immerhin noch auf 6 Tore und 17 Punkte. Aber hier wird nun
deutlich, daß er wohl doch nicht mehr ganz so fit ist wie man zu Anfang
dachte. In den Play Offs wird härter und intensiver gespielt. Das macht
ihm schwer zu schaffen. Es ist eine Freude ihn spielen zu sehen und man darf
hoffen, daß er noch zwei bis drei Jahre so weiter machen kann. Aber auch
ein Mario Lemieux muß der Zeit Tribut zollen. Die Saison 2002
ist für Mario eine schwere Saison. Aufgrund eines Hüftleidens macht
er nur 24 Spiele. Zwar erzielt er immerhin noch 6 Tore und 31
Punkte, aber die Penguins verpassen die Play Offs. Ein Lichtblick ist dafür
aber die Olympiade in den USA. Hier gewinnt Mario Lemieux mit dem Team Canada
die Goldmedaille.
Mario Lemieux hat für sein Team, die Pittsburgh Penguins, sehr viel getan. Als er 1984 bei den Penguins anfing, holte er den Verein aus einer tiefen Krise. Von Beginn an stiegen die Zuschauerzahlen und auch die Siege wurden wieder häufiger. Er war 5mal Topscorer und erhielt dafür die Art Ross Trophy. Er gewann 2mal den Stanley Cup mit Pittsburgh, erhielt 3mal den Lester B. Pearson Award als bester Spieler des Jahres, 2mal die Conn Smythe Trophy als MVP der Play Offs und 3mal die Hart Trophy als MVP in der Saison. 1991 und 1992 führte Mario das Team zum Stanley Cup und die beiden Cupsiege waren fast allein sein Verdienst. Außerdem gewann er zweimal den Canada Cup mit Kanada. Er war zudem ein hervorragender Lehrer und Mentor für Jaromir Jagr, der heute Marios Rolle übernommen hat. Und dann hat Le Magnifique auch noch die Pittsburgh Penguins vor dem Aus gerettet. Nach monatelangen, zähen Verhandlungen mit Banken, Gerichten und NHL- Ligabeauftragten, ist es ihm gelungen, den Verein vor dem Verkauf, und damit dem Umzug in eine andere Stadt, zu bewahren. Statt dessen kaufte Mario mit Hilfe einiger Investoren den Verein selbst, und konnte somit den Verbleib der Penguins in der Stahlmetropole gewährleisten. Damit ist Mario Lemieux der erste ehemalige Spieler im amerikanischem Profisport, der Besitzer eines Profivereins ist. Jetzt hat er nur noch ein Ziel. Als Besitzer der Penguins das Team zu seinem dritten Stanley Cup zu führen.
