Am 28. Februar 1973 wird Eric
Bryan Lindros in London, in der Nähe von Toronto, Ontario
geboren. Wie jeder Junge in Kanada wächst auch Eric von klein an mit dem
Eishockey Sport auf. Mit zwei Jahren beginnt er bereits mit dem Schlittschuhlaufen
auf zugefrorenen Seen. Mit fünf Jahren spielt er bereits Eishockey. Seine
Eltern Carl und Bonnie Lindros halten den National-Sport
für das Beste um den sehr aktiven Jungen zu beschäftigen. Er wächst
auf mit seinem jüngeren Bruder Brett
und seiner Schwester Robin. Beginn an seine große Leidenschaft.
Er ist sehr talentiert und beweißt bereits früh viel Geschick.
Mit 12 Jahren arbeitet Eric bereits als Helfer bei einem Instandhaltungsmonteur.
1989
spielt er zunächst in der OJHL für die St. Michaels.
Er macht 25 Tore und 67 Punkte in 36 Spielen.
1990 spielt er für die Detroit Compuware in der USHL.
Hier erzielt er sogar 25 Tore und 52 Punkte in nur 14 Spielen.
Danach wechselt er zu den Oshawa Generals in der OHL, wo er sehr
erfolgreich ist. In 25 Spielen macht er zunächst 17 Tore
und 36 Punkte. Anschließend
spielt er mit dem Team Canada bei der Junioren WM. 1991
kommt er in 57 Spielen auf 71 Tore und 149 Punkte. In diesem
Jahr wird er von den Quebec Nordiques, in der ersten Runde als
1. gesamt, beim Entry Draft gezogen. Im gleichen Jahr spielt der noch
ohne Profivertrag ausgestattete Teenager Eric Lindros, zusammen mit seinem großen
Idol Mark Messier, im Team Canada
und gewinnt den Canada Cup. Auch bei der Junioren WM ist er wieder
dabei. Im Jahr 1992 spielt er ebenfalls
bei der Junioren WM wo er in 8 Spielen auf 5 Tore und 11
Punkte komt. Er macht eine Tour mit Team Canada zur Vorbereitung auf die
Olympischen Spiele. Er macht dabei in 24 Spielen starke 19 Tore
und 35 Punkte. Aber viel wichtiger ist die Teilnahme mit dem Team
Canada bei den Olympischen Spielen wo er die Silbermedaille gewinnt.
Er macht in 8 Spielen auch hier 5 Tore und 11 Punkte. In
diesem Jahr wollen die Quebec Nordiques ihn ins Team holen, doch er weigert
sich für ein franko-kanadisches Team zu spielen. Deshalb wird er, in einem
der spektakulärsten Trades der amerikanischen Sportgeschichte, an die Philadelphia
Flyers abgegeben. Die Quebec Nordiques erhalten im Austausch dafür
Peter Forsberg, Steve
Duchesne, Kerry Huffman, Mike
Ricci, Ron Hextall, Chris
Simon, First Round Draft Choice 1993 (Jocelyn
Thibault), zwei weitere First Round Draft Choices 1994 und 15
Mio $.
In
seiner ersten Saison macht er in seinem ersten Spiel, gegen die Toronto Maple
Leafs, gleich sein erstes Tor. Kurz darauf erzielt er im Spiel gegen
die Ottawa Senators seinen ersten Hattrick. Die Saison 1993
beendet er mit 41 Toren und 75 Punkten in 61 Spielen.
Dabei kommt er bereits auf 147 Strafminuten. Zudem hat er eine plus/minus
Bilanz von +28 in seiner Rookie-Saison. Die dabei erzielten 45
Tore sind ein Vereinsrekord für einen Rookie, die 75 Punkte
die dritthöchste Punktzahl eines Rookies überhaupt. Leider
sind die Flyers nicht für die Play Offs qualifiziert, deshalb spielt
Eric mit dem Team Canada bei der WM und wird Topscorer des
Turniers mit 11 Toren und 17 Punkten in 8 Spielen.
Vor Beginn seiner zweiten Saison 1994 wird
Eric zum Kapitän der Flyers ernannt. Am Ende der Saison kommt Eric
auf 44 Tore und 97 Punkte in nur 65 Spielen. Aber die Play
Offs verpassen die Flyers wieder. 1995
ist ein gutes Jahr für Eric. Auf Grund vertraglicher Schwierigkeiten legen
alle Spieler die Arbeit nieder und es kommt zum Streik. Deshalb beginnt die
Saison erst viel später und wird auf 47 Spiele verkürzt. Eric
kommt in 46 Spielen dabei auf 29 Tore und 70 Punkte. Seine
plus/muns Bilanz ist +27. Und endlich klappt es mit den Play Offs.
Hier macht er in 12 Spielen immerhin 4 Tore und 15 Punkte. Aber in der zweiten
Runde kommt das Aus für die Flyers. Am Ende wird er mit der Hart Trophy
als wertvollster Spieler ausgezeichnet und erhält zudem den Lester B.
Pearson Award für den herausragendsten Spieler. 1996
macht er seine bislang beste Saison und kommt in 73 Spielen auf 47
Tore und 115 Punkte. Auch 163 Strafminuten sammelt er in diesem
Jahr. Leider hat die Saison auch einen bitteren Beigeschmack. Sein jüngerer
Bruder Brett, der für die New York
Islanders spielt, muss seine so junge Karriere bereits beenden, da er schon
mehrfach schwere Gehirnerschütterungen hatte. In den Play Offs macht Eric
6 Tore und 12 Punkte in 12 Spielen. Die Flyers scheiden
aber in der zweiten Runde erneut aus. 1997
erwischt es auch Eric wieder. Er kommt nur auf 52 Spiele, erzielt dabei
aber noch 32 Tore und 79 Punkte. Er kommt aber auch auf eine plus/minus
Bilanz von +31. In dieser Saison macht er auch ein 6-Punkte Spiel
gegen die Toronto Maple Leafs (4 Tore, 2 Assists) und sogar ein 7-Punkte
Spiel gegen die Ottawa Senators (1Tor, 6 Assists). Das ist ein neuer
Clubrekord für Assists in einem Spiel. In den Play Offs kommen die Flyers
diesmal bis ins Finale, scheitern hier aber an den Detroit Red Wings. Lindros
macht in 19 Spielen starke 12 Tore und 26 Punkte. Weil
er in der Finalserie nicht sehr efektiv ist, muss er harte Kritik einstecken.
Die 26 Punkte in 19 Spielen scheinen für manche Leute nicht
wichtig zu sein. Die Niederlage gegen Detroit hängt man größtenteils
ihm an. Dabei war es eher die Schuld vonBobby Clarke, dem GM der Flyers, der
es seit Jahren versäumt hatte, einen starken Goalie und gute Verteidiger
zu verpflichten. 1998 bleibt er
wieder nicht von Verletzungen verschont. Er erzielt in 63 Spielen aber
immerhin noch 30 Tore und 71 Punkte.
In
der extra eingelegten Pause der NHL ist er auch der Kapitän des
Teams Canada bei den Olympischen Spielen in Nagano. Hier erleidet
er eine bittere Niederlage mit Kanada und seinen besten Spielern. Sie scheiden
unglücklich im Penaltyschießen aus gegen die Tschechen. In den Play
Offs scheiden die Flyers bereits in der ersten Runde aus. Eric macht in 5
Spielen nur 1 Tor und 3 Punkte. Auch 1999
macht er keine komplette Saison. In 71 Spielen erzielt er 40 Tore
und 93 Punkte. Dabei kommter sogar auf eine plus/minus Bilanz
von +35. Er wird zum fünften mal ins All Star Team berufen
und wird zum vierten mal mit der Bobby Clarke Trophy als wertvollster
Spieler des Teams ausgezeichnet. Die Play Offs verpassen die Flyers, weil noch
immer kein starker Goalie verpflichtet wurde und das Managment weiterhin auf
Größe und Gewicht setzt, als auf Schnelligkeit und Technik zu bauen.
Die Saison 2000 ist ein dunkles Kapitel
in seiner Laufbahn. Er erzielt 27 Tore und 59 Punkte in 55
Spielen, ist aber wieder schwer verletzt. Wegen einer schweren Gehirnerschütterung,
seiner fünften insgesamt, muss er lange pausieren. In den Play Offs macht
er erstes Spiel im Conference Finale. Hier erzielt er gleich ein Tor.
Im folgenden Spiel wird er erneut schwer verletzt und erleidet seine sechste
Gehirnerschütterung in 14 Monaten. Die Saison 2001
setzt er komplett aus, da er sich mit General Manager Bobby Clarke nicht versteht
und finaziell nicht einigen kann. Ein Angebot über 8,5 Mio $ pro Saison
lehnt er ab. Die Situation eskaliert im Laufe der Saison und bald steht fest,
dass Eric Lindros nie wieder für die Flyers spielen wird.
Aber immer liegt ein dunkler Schatten über seinem Haupt. Seine ständigen Verletzungen und vor allem seine Auseinandersetzungen mit General Manager Bobby Clarke machen ihm das Leben in Philadelphia immer schwerer. Clarke, der in den 70er Jahren zweimal den Stanley Cup mit den Flyers gewinnen konnte, baut sein Team rein auf körperliche Masse auf, statt schnelle Läufer und gute Techniker zu verpflichten. Deshalb scheitern die Flyers immer wieder an spielerisch überlegen Mannschaften in den Play Offs. Die Schuld dafür schiebt er stets Eric Lindros zu. Das geht soweit, dass Eric das Kapitänsamt entzogen wird. Eric wird definitiv nicht mehr für die Flyers spielen. Transfergerüchte gab es inzwischen genügend, aber kein Verein konnte sich mit Bobby Clarke einigen. Denn auf Grund mehrerer Gehirnerschütterungen droht ihm das gleiche Schicksal das seinen Bruder schon ereilt hat und es ist ein Risiko ihn zu verpflichten. Zudem kommen die Schwierigkeiten mit Lindros selbst, der nicht überall spielen will. Für ihn kommen nur wenige Vereine in Frage. Man kann nur hoffen, dass er sich wieder erholt und noch einige Jahre spielen kann. Denn er ist zweifellos einer der herausragendsten Spieler der NHL. Das beweist auch sein Punkteschnitt zu diesem Zeitpunkt von 1,34. Sein Schnitt ist besser als der von Jaromir Jagr (1,30), Joe Sakic (1,25), Peter Forsberg (1,23), Paul Kariya (1,20), Pavel Bure (1,14) oder Sergei Fedorov (1,07) und das sind zweifellos die besten Spieler der NHL. Nur zwei Spieler haben eine höheren Punkteschnitt als Eric Lindros: Wayne Gretzky und Mario Lemieux!
Im
Sommer 2001 wird er zu den New York Rangers
transferiert. Im Austausch für Eric gehen Verteidiger Kim Johnson
und die Stürmer Pavel Brendl und Jan Hlavac zu denn Flyers.
Die Saison 2002 ist ein neuer Anfang für ihn.
Hier spielt er wieder mit seinem großen Idol Mark Messier
in einem Team. Er macht bei den Rangers eine klasse Saison. Zwar erleidet er
eine weitere Gehirnerschütterung, aber diesmal ist es eine eher harmlose
Sache. Er macht 72 Spiele in der Saison, soviele wie in keiner Saison
zuvor. Dabei erzielt er 37 Tore und macht 73 Punkte. Dabei hat
er auch eine plus/minus Bilanz von +19. Er ist der Topscorer und der
beste Torjäger der Rangers. Trotzdem verpassen die Rangers zum fünftenmal
in Folge die Play Offs. Sein Trost: Die Flyers erreichen zwar die Endrunde,
fliegen aber mit 1:4 und mickrigen 2 Toren in fünf Spielen gegen die Ottawa
Senators sang - und klanglos schon in der ersten Runde raus. Einen weiteren
kleinen Trost gibt es noch für Eric. Er gewinnt bei seinen dritten Olympischen
Spielen mit Team Canada die Goldmedaille.
Eric Lindros ist ein überragender Spielmacher. Er kann ein Spiel lesen und seine Mitspieler bestens in Szene setzen. Aber er ist auch ein ausgezeichneter Torjäger. Er besitzt den nötigen Instinkt und ist immer an der richtigen Stelle. Er ist trotz seiner Größe und seines Gewichts (1,93 m/107 Kg) schnell und beweglich. Was ihm an Spritzigkeit fehlt, gleicht er durch sein exzellentes Körperspiel wieder aus. Er ist der Prototyp des kanadischen Eishockeyspielers. Kaum ein anderer versteht es so gut seinen Körper einzusetzen. Er ist ein sehr starker Checker und besitzt zudem auch sehr gute Defensivqualitäten. Er hat ein sehr gutes Positionsspiel und ein starkes Backchecking. Das beweist jedes Jahr seine +/- Bilanz. Er hat einen sehr guten und vor allem sehr harten Schuss und ist einer der besten Bullyspieler der NHL. Seine Pässe und seine Stocktechnik sind ausgezeichnet. Er spielt sehr aggressiv und kann sich gegen jeden Gegner durchsetzen. Auch bei einer Schlägerei behält er stets die Oberhand. Er sammelt 9mal weit über 100 Strafminuten. Kaum ein kanadischer Spieler hat so eine große internationale Erfahrung wie Eric Lindros. Er spielte 3mal bei der Junioren Weltmeisterschaft (1990, 1991 und 1992), 1mal bei der WM (1993), 3mal bei den Olympischen Spielen (1992, 1998 und 2002), beim Canada Cup 1991 und beim World Cup 1996. Er wurde mit der Hart Trophy ausgezeichnet und erhielt den Lester B. Pearson Award. 2002 gewann er die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen.
Privat ist Eric Lindros, der übrigens von seinem Vater Carl Lindros gemanagt wird, noch ungebunden. Während der Saison lebt er in Voorhies, New Jersey. Seinen Urlaub verbringt er in seinem Haus am See in London, bei Toronto. Dort lebt er mit seiner Dogge Bacchus. Sein Nachbar ist übrigens sein Freund Paul Coffey. Er fährt einen schwarzen Chevy Tahoe und einen Mercedes convertible. Er widmet sich in seiner Freizeit vor allem dem Children's Miracle Network und dem Children's Hospital. Das CMN ist eine Einrichtung, die sich um kranke Kinder kümmert. Ebenso wie das Children's Hospital, eine spezielle Kinderklinik, ist das CMN eine Einrichtung, die sich über die gesamten USA und Kanada erstreckt. Von beiden wurde Eric bereits wegen seines Engagements ausgezeichnet. Er besucht regelmäßig während der Saison die Kinder im Children's Hospital in Philadelphia und im Urlaub arbeitet er für das CMN. Er spielt gerne Golf (wie ungewöhnlich) und geht gerne zum Angeln. Er vertreibt eine eigene Kollektion von Sportbekleidung, deren Gewinn zu 100% an das CMN geht.