Roy wird am 5. Oktober 1965 in Quebec City als Patrick Jacques Roy geboren. Er wächst zusammen mit seinem jüngeren Bruder Stephane und seiner jüngeren Schwester Alexandra bei seinen Eltern Michel Roy und Barbara Miller auf. Wie so viele Kinder verfolgt auch er an jedem Samstagabend die Spiele der NHL im TV. In seinem Zimmer bindet er sich Kissen um die Beine und spielt Torhüter. Mit 8 Jahren bekommt er seine ersten Goalie Pads. Sein großes Idol ist Daniel Bouchard, seine Lieblingsmannschaft sind die Quebec Nordiques. Von Bouchard bekommt Patrick eines Tages einen Torwartstock geschenkt, den er von da an immer mit ins Bett nimmt.
Patrick Roy durchläuft die üblichen Stationen des Sports. Von Klein an ist es sein Ziel als Torwart auf dem Eis zu stehen. Sein großes Vorbild ist Daniel Bouchard, von dem er eines Tages einen Stock erhält. Diesen Stock nimmt er stets mit ins Bett. Sein Lieblingsteam sind die Quebec Nordiques. Als jugendlicher fällt er nicht besonders auf durch außergewöhnliches Talent, aber durch seinen Willen zu gewinnen. Von 1982 bis 1985 spielt er für Granbury in der Hockey-Liga von Quebec. Bei den NHL-Scouts macht er keinen großen Eindruck. Seine Fähigkeiten mit dem Stock und auf den Kufen sind nur durchschnittlich. Seine Statistiken sind auch nicht sehr eindrucksvoll. Im ersten Jahr liegt sein Gegentorschnitt bei 6,26. Im zweiten Jahr liegt er immerhin nur noch bei 4,44 und im dritten bei 5,55. Am 9. Juni 1984 wird er von den Montreal Canadiens beim Entry-Draft, an 51. Stelle gesamt, gezogen. In der Saison 1985 macht er sein erstes Spiel für Montreal. Er wird nach 40 Minuten eingewechselt und bleibt im letzten Drittel ohne Gegentor. Danach macht er noch ein Spiel im Farmteam der Canadiens, für Sherbrooke in der AHL und kassiert 4 Tore.
Seine
erste Saison spielt Patrick Roy 1986. Die
Montreal Canadiens haben ein Torhüterproblem und kamen schon seit Jahren
nicht mehr ins Finale. Das ist Roy's große Chance. Die Habs holen den
erst 20-jährigen ins Team und für Roy wird ein Traum wahr. Er, der
unbekannte Bursche aus Quebec City, darf für den 22-fachen Stanley Cup
Sieger spielen. Als Kind hatte er immer davon geträumt mal ein einziges
Spiel in der NHL machen zu dürfen, nur um sagen zu können, er hat
es bis in die beste Liga der Welt geschafft. Nun ist er die Nummer 1 der Montreal
Canadiens. Die Habs gehen mit Roy ein großes Risiko ein, denn mit einem
unerfahrenen 20-jährigen als Nummer 1 in die Saison zu gehen, kann entscheidende
Auswirkungen haben. Seine Teamkollegen sind unter anderem Mats Näslund,
Larry Robinson, Guy Carbonneau, Bobby Smith sowie die jungen
Chris Chelios, Sergio Momesso, Claude Lemieux und Shanye
Corson. Für Roy ist die Saison nicht leicht. Zu Hause sprach seine
Familie nur französisch, daher spricht er praktisch kein Wort Englisch.
Englisch ist aber die Sprache der Verständigung, im Team und im Umgang
mit der Presse. Ständig fragt er Guy Carbonneau oder einen anderen Spieler,
was der Trainer gesagt hat. Und so nach und nach lernt er die Sprache. Roy wohnt
in einem kleinen Ein-Zimmer-Apartment in Montreal. Es liegt Souterrain, es ist
dunkel und spärlich eingerichtet. Die ideale Wohnung für einen Maulwurf.
Graue Wände, grauer Teppich, schwarze Möbel. Das ist sein Heim. Aber
Roy liebt die Dunkelheit. Im Dunkeln kann er sich besser konzentrieren. "Mehr
brauche ich nicht. Ich mag es hier" sagt er selbst. Nebenbei arbeitet er
als VeeJay für das kanadische MTV. Während andere Spieler auf eine
gesunde und fettarme Ernährung achten, isst er am liebsten bei McDonalds.
Seinen Wagen, einen Camaro, wechselt er alle 10.000 Kilometer. Ein guter Freund
besitzt einen Autohandel.
Seine erste Saison beendet er mit 23 Siegen, einem Gegentorschnitt von
3,35 und einer Fangquote von 87,5% in 47 Spielen. Die Canadiens
sind nur 7. nach Punkten, kommen in den Play Offs aber bis ins Finale und schlagen
hier die Calgary Flamnes. Roy hat einen Gegentorschnitt von 1,93
und hält 92,3 % aller Schüsse in 20 Spielen. Er gewinnt
als jüngster starting Goalie den Stanley Cup und wird mit der Conn
Smythe Trophy als MVP der Play Offs ausgezeichnet. 1987
macht er 46 Spiele für die Canadiens und erreicht einen Schnitt
von 2,93 und eine Quote von 89,2%. In dieser Saison wird Patrick
für acht Spiele gesperrt wegen Stockschlages. Aber am Ende der Saison wird
er mit der Jennings Trophy ausgezeichnet. In den Play Offs scheiden die
Canadiens in der ersten Runde bereits aus. Roy hält nur 87,3 % aller
Schüsse und hat einen Schnitt von 4,00 Gegentoren. 1988
ist die Fachwelt endgültig überzeugt von "Saint
Patrick", wie ihn alle in Kanada nennen. Er macht 45 Spiele,
erreicht den besten Gegentorschnitt der Liga mit 2,90 und die beste Fangquote
mit 90,00%. Er erhält die zweite Jennings Trophy und spielt
im All-Star Team. In den Play Offs scheiden die Canadiens in der zweiten
Runde aus. Roy kommt auf einen Schnitt von 3,35 Gegentoren und hält
89,0 % aller Schüsse. Er bestätigt seine Leistungen 1989
mit einem Schnitt von 2,47 und einer Quote von 90,8% in 48
Spielen.
Dabei
gewinnt er 33 Spiele und knackt zum erstenmal die 30 Siege-Marke. Er
ist erneut der beste Goalie der Liga in beiden Statistiken und erhält dafür
die dritte Jennings Trophy und die Vezina Trophy. In dieser Saison
stellt er auch einen Rekord auf und bleibt in 17 Spielen in Folge ungeschlagen.
In den Play Offs kommen die Candiens wieder bis ins Finale. Aber diesmal behalten
die Calgary Flames die Oberhand. Roy hat einen Gegentorschnitt von
2,09 und hält 92,0 % aller Schüsse in 19 Spielen.
1990 ist er erneut der beste Goalie der
Liga in den Statistiken mit einem Gegentorschnitt von 2,53 und einer
Fangquote von 91,2% in 54 Spielen. Er wird zum zweitenmal mit
der Vezina Trophy ausgezeichnet und spielt zum zweitenmal im All-Star
Team. In dieser Saison stellt er einen neuen Rekord auf und bleibt 167
Minuten und 47 Sekunden ohne Gegentor. In
den Play Offs kommt das Aus für die Canadiens in der zweiten Runde. Roy
hält 91,1 % aller Schüsse und hat einen Schnitt von 2,43
Gegentoren. 1991 macht er 48 Spiele und kommt auf
2,71 Gegentore und 90,6% gehaltene Schüsse. Er spielt zum drittenmal
im All-Star Team. In den Play Offs kommt das Aus wieder in der zweiten Runde.
Roy hat in 13 Spielen einen Schnitt von 3,06 Gegentoren und hält
89,8 % aller Schüse. 1992 macht
er 67 Spiele und beendet die Saison mit 2,36 Gegentoren und
91,4% gehaltene Schüsse. Er erhält zum viertenmal die Jennings
Trophy und zum drittenmal die Vezina Trophy. Er spielt sein viertes
All-Star Game und die Fachwelt nennt ihn "König",
abgeleitet von seinem Namen, der in französischer Sprache König bedeutet.
In den Play Offs scheitern die Canadiens erneut in der zweiten Runde. Roy kommt
auf einen Schnitt von 2,62 Gegentoren und hält 90,4 % aller
Schüsse. In der Saison 1993 hat er ein Formtief.
Seine Fangquote sinkt unter 90 % und sein Gegentorschnitt auf 3,2.
In den Play Offs aber ist Roy wieder voll da. Inzwischen verheiratet und Vater,
sitzt Roy immer auf dem gleichen Platz, wenn er bei Heimspielen die gegnerische
Mannschaft beim Training beobachtet, auf Platz B 7. Nach der Geburt seiner Tochter
wechselt er auf Platz J 2, denn Jana wurde am 2. Juni geboren. Die Habs schlagen
die Quebec Nordiques, die Buffalo Sabres und die New York Islanders.
Im Finale treffen sie auf Wayne Gretzky und die Los Angeles Kings.
Es wird eine harte Serie. Die Habs verlieren das erste Spiel. Dann aber gewinnen
sie dreimal in Folge jeweils in der Verlängerung. Am Ende hat Roy einen
Gegentorschnitt von 2,13 und eine Fangquote von 92,9 %. Wieder
wird er als wertvollster Spieler der Play Offs mit der Conn Smythe Trophy
ausgezeichnet. 1994 macht er erneut
68 Spiele und kommt dabei auf nur 2,50 Gegentore und fängt 91,8%
aller Schüsse. Er stellt seinen eigenen Rekord von '89 ein und bleibt wieder
17 Spiele in Folge ungeschlagen. In den Play Offs fliegen die Canadiens bereits
in der ersten Runde raus. Roy hat einen Schnit von 2,56 Gegentoren und
hält sogar 93,0 % aller Schüsse. Doch seine überragende
Leistung reicht diesmal nicht. 1995
ist ein Schicksalsträchtiges Jahr für Patrick Roy. Er macht
in der verkürzten Saison 43 Spiele und kommt auf 2,97 Gegentore
im Schnitt und hält 90,6% aller Schüsse. Am 12. Dezember
1995 kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Die Montreal Canadiens
spielen zu Hause gegen die Detroit Red Wings. Die Habs gehen völlig unter,
Roy wird im Stich gelassen. Erst nach dem neunten Gegentor nimmt ihn der Trainer
vom Eis. Roy ist völlig außer sich. Wutentbrannt läuft er zur
Spielerbank und schreit Trainer und Manager zu: "Das war mein letztes Spiel.
Ich werde nie wieder das Trikot der Habs überziehen!" Vier Tage später
wird Roy in einem Trade nach Colorado geschickt. Er kommt zusammen mit
Mike Keane für Jocelyn Thibault, Andrei Kovalanko
und Martin Rucinsky nach Denver zur Colorado Avalanche. Das kuriose
daran ist, dass die Colorado Avalanche die ehemaligen Quebec Nordiques
sind, die in seiner Kindheit immer sein Lieblingsteam waren.
Auch
bei der Avalanche ist Patrick Roy der Garant für seine neue Mannschaft.
Er beschließt die Saison
1996 mit 2,95 Gegentoren und einer Fangquote von 90,7%
in 61 Spielen. In den Play Offs kommt die Avalanche bis ins Finale. Hier
schlagen sie die Florida Panthers, die überraschend stark waren.
Roy liefert sich ein fantastisches Duell mit John Vanbiesbrouck.
Jedes Tor der Panthers wird mit Hunderten von Gummiratten, die von den Fans
aufs Eis geworfen werden, gefeiert. Vor dem vierten Spiel hält Roy eine
"Ansprache" im Umkleideraum. "Keine Ratten mehr!" . Roy
hält im vierten Spiel 63 Schüsse. Colorado gewinnt mit 1:0 in der
dritten Verlängerung. Am Ende der Play Offs liegt sein Gegentorschnitt
bei 2,10 und seine Fangquote bei 92,1 %. Er gewinnt seinen dritten
Stanley Cup, die Montreal Canadiens schieden bereits in der ersten Runde aus.
1997 macht er 62 Spiele und kommt
dabei auf 2,32 Gegentore und hält 92,3% aller Schüsse.
"The Brick" ( der Mauerstein), wie man ihn auch nennt, da er
stets wie eine unüberwindbare Wand im Tor steht, ist besser denn je und
absolviert sein fünftes All-Star Game. Im Spiel gegen die Toronto
Maple Leafs stellt er am 10. Dezember
einen neuen Rekord auf mit 51 gehaltenen Schüssen. In den Play Offs
scheitert die Avalanche im Conference Finale an den Detroit Red Wings.
Roy hat einen Schnitt von 2,21 und hält 93,2 % aller Schüsse,
aber dennoch reicht es nicht zum Finale. 1998
ist für ihn eine bittere Niederlage. Er unterliegt Dominik Hasek
und den Tschechen bei den olypischen Spielen in Nagano, trotz eines sensationellen
Gegentorschnitts von 1,46. Die Saison beendet er mit 2,39 Gegentoren
und fängt 91,6% aller Schüsse in 65 Spielen. Er spielt
sein sechstes All-Star Game. In den Play Offs scheitert die Avalanche
bereits in der ersten Runde an den Edmonton Oilers. Er kommt auf einen
Schnitt von 2,51 Gegentoren und hält 90,6 % aller Schüsse.
1999 kommt er in 61 Spielen auf
2,29 Gegentore und 91,7% gehaltene Schüsse. In dieser Saison
stellt er einen neuen Rekord auf mit 11 Siegen in Folge.
In
den Play Offs scheitert die Avalanche erst im Conference Finale an den Dallas
Stars. Roy hält 92,0 % aller Schüsse und hat einen Schnitt
von 2,66 Gegentoren. In der Saison 2000 schafft
er eine neue persönliche Bestmarke mit 2,28 Gegentoren. Dazu hält
er 91,4% aller Schüsse in 63 Spielen. In den Play Offs scheitert
die Avalanche aber wier im Conference Finale an den Dallas Stars. Roy
hält 92,8 % aller Schüsse und kommt auf einen Schnitt von 1,79
Gegentoren. Aber auch seine überragende Leistung reicht wieder nicht für
das Finale. Erst in der Saison 2001 holen
die Colorado Avalanche Verteidiger Ray Bourque als letztes Mosaiksteinchen
ins Team. Bourque sagt vor einem Spiel zu Roy: "Genieße einfach die
Zeit. Hab Spaß am Spiel, Gewinnen ist nicht alles. Das wichtigste ist
einfach nur sein Bestes zu geben." Sie schließen die Saison als punktbestes
Team der Liga ab und Roy hat einen Gegentorschnitt von 2,21 und hält
91,3 % aller Schüsse. Die Avs schlagen in den Play Offs die Vancouver
Canucks, die Los Angeles Kings und die Louis Blues. Roy dominiert
die Play Offs mit seinen Paraden und führt die Avalanche bis ins Finale.
Hier treffen sie auf die New Jersey Devils. Colorado gewinnt mit 5:0
das erste Spiel, verliert das zweite Spiel und gewinnt Spiel 3 mit 3:1. Aber
durch leichtsinnige Fehler Roys verlieren die Avs zwei Spiele in Folge und müssen
nach Spiel 5 mit einem 2:3 Rückstand nach New Jersey. Vor dem sechsten
Spiel spricht Roy mit dem Trainer: " Finde du einen Weg, wie unsere Jungs
ein Tor machen können. Ich lass heute nichts rein!" Colorado gewinnt
mit 4:0. Im entscheiden Spiel 7 in Denver dominiert Roy erneut. Colorado holt
den Stanley Cup. Roy wird zum drittenmal als wertvollster Spieler der
Play Offs mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet. Damit ist er der
einzige Spieler in der Geschichte der NHL, der dreimal diese Trophäe erhielt.
Sein Gegentorschnitt liegt am Ende der Play Offs bei 1,70. Seine Fangquote
beträgt 93,4 %. Damit verbesserte er erneut seine Play Off Statistiken.
Die Saison 2002 ist für Roy einerseits sehr erfolgreich,
andererseits eine große Entäuschung. Bei 32 Siegen in 63
Spielen hat er einen Gegentorschnitt von 1,94 und damit den besten
seiner bisherigen Karriere. Seine Fangquote beträgt 92,5 % und ist
ebenfalls die beste seiner gesamten Karriere. Zudem macht er 9 Shutouts
was ebenfals eine Bestmarke ist. Für den niedrigsten Gegentorschnitt der
Liga erhält er zum viertenmal die Jennings Trophy. Die Play
Offs laufen allerdings diesmal nicht so gut. In drei Runden müssen die
Avs jeweils über sieben Spiele gehen. Im Conference Finale scheitern die
Avs an den Red Wings. Dabei ist Roy entscheidend bei der Niederlage mitverantwortlich.
In allen drei Serien passieren ihm immer wieder grobe Fehler. In Spiel 7 gegen
die Red Wings kassiert Roy bei 10 Schüssen im ersten Drittel 4 Tore. Nach
dem 0:6 lässt er sich auswechseln. Die Avs verlieren das entscheidende
Spiel mit 0:7. Sein Gegentorschnitt liegt in 21 Spielen bei 2,51.
Seine Fangquote liegt bei 90,9 %. In die Saison 2003
startet er langsam, steigert sich aber im Verlauf der Saison und ist
in der zweiten Hälfte der beste Torhüter der Liga. Am Ende hat er
einen Gegentorschnitt von 2,18 und eine Fangquote von 92,0 %.
Trotz schwachen Start und streckenweise schwacher Leistung der Mannschaft kommt
er am Ende auf 35 Siege. In den Play Offs scheitern die Avalanche völlig
überraschend an den Minnesota Wild in der ersten Runde. Eine 3:1 Führung
verspielen sie trotz Heimrecht und verlieren mit 3:4. Am 29. Mai gibt
Roy offiziell seinen Rücktritt bekannt.
Mit
Patrick Roy verschwindet eine weitere lebende Legende aus den Reihen der NHL.
Seine Fans lieben ihn, viele hassen ihn. Aber fast alle bewundern ihn und anerkennen
seine Leistungen. Man gab ihm verschiedene Namen. "The Brick" (Mauerstein)
und "Saint Patrick" (Heiliger Patrick) sind seine bekanntesten Namen.
Viele halten ihn für den besten Torhüter aller Zeiten, zumindest ist
er aber der erfolgreichste Goalie in der Geschichte der NHL. Zahlreiche Auszeichnungen
belegen seinen Sonderstatus. 3 Vezina Trophies (bester Torhüter),
3 Conn Smythe Trophies (MVP der Play Offs) und 4 Jennings Trophies
(wenigste Gegentore) sind nur die wichtigsten Auszeichnungen die er erhielt.
Hinzu kommen viele Rekorde die er hält, unter anderem die meisten Spiele
(1092), die meisten gespielten Minuten (60234), die meisten Siege
(551), die meisten Play Off Spiele (247), die meisten Play Off Siege
(151), die meisten Play Off Shutouts (23), die meisten Saisons mit
mindestens 30 Siege (13) und die meisten aufeinanderfolgenden Saisons
mit 30 Siegen (8). Am bedeutendsten sind aber natürlich seine 4
Stanley Cups. Patrick Roy gilt als der wettkampfstärkste Torhüter
in der Geschichte der NHL. Unter anderem hält er auch den Rekord in Play
Off Spielen (247). Kein Spieler im gesamten nordamerikanischen Profisport hat
mehr Play Off Spiele in der höchsten Spielklasse absolviert.
Roy ist
sehr ehrgeizig. Er hasst es zu verlieren. Selbst in unwichtigen All Star Games
ärgert er sich über jedes Gegentor. Er will immer gewinnen, egal um
was es geht. Was er am meisten bedauert ist, dass seine Großmutter, die
ein großer Fan der Montreal Canadiens war und vor allem die Goalies liebte,
nie erfahren hat, dass er es bis in die NHL geschafft hat, sogar die Nummer
1 der Habs wurde. Seine Großmutter starb leider an Krebs, bevor er überhaut
von den Canadiens gezogen wurde. "Wenn sie das erlebt hätte, wäre
sie vor Aufregung gestorben!" sagt Roy selbst. Roy ist Mitbesitzer der
Quebec Ramparts, einem Team in der QMJHL. Er unterstützt
das "Ronald McDonald Haus", einer Einrichtung für benachteiligte
Kinder. Roy ist außerdem ein fanatischer Sammler von Spielerkarten. Mit
85.000 Karten besitzt er eine der größten Sammlungen der Welt.
Darunter befinden sich Karten aus dem Jahr 1911. Er mag Musik von Rod Stewart,
Madonna, Celine Dion, Bücher von Agatha Christie, Golf und ißt gerne
Hühnchen. Er lebt mit seiner Frau Michelle Piuze und seinen Kindern
Jonathan, Fredrik und Jana in Parker, Colorado, USA. Den
Sommer verbringt er in La Beauport, Quebec.
Wie fast alle Goalies, ist auch Roy sehr abergläubisch. Vor jedem Training und vor jedem Spiel hat er seine speziellen Riten und Eigenarten. Sein Kopfnicken und Schulterzucken sind heute berühmt. Damals hielt man es für Nervosität. Er selbst sagte, durch das Kopfnicken verschaffe er sich Kühlung, denn unter der Maske sei es sehr heiß. Beim Aufwärmen umkreist er in ganz bestimmter Reihenfolge die Bullykreise. Beim Betreten der Eisfläche steigt er immer über die rote und blaue Linie hinüber, ohne sie zu berühren. Neben den bereits erwähnten Eigenarten schreibt er auf jeden seiner Stöcke die Namen seiner Kinder, umwickelt jeden Stock genau 60mal mit Klebeband (einmal pro Spielminute) und bewahrt jeden Puck aus den Spielen seiner Shutouts in seinem Spinnt auf.
Roy beeinflusste ganze Generationen von Torhütern mit seinem innovativen, bis in Vollendung, entwickelten Butterfly Stil. Martin Brodeur, Jean-Sebastien Giguere, Jose Theodore, Roberto Lungo, Martin Biron, ...sie alle geben Patrick Roy als ihr Vorbild an. Am Ende seiner Karriere stehen 1276 Spiele, 702 Siege und 89 Shutouts auf seinem Konto. Auch sein Gegentorschnitt von 2,48 und seine Fangquote von 91,2 % können sich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass in seiner Anfangszeit noch wesentlich offensiver gespielt wurde. Alle, egal ob Fans oder Spieler, bedauern seinen Rücktritt. Giguere sagte nach der Pressekonferenz: "Es wird sehr traurig für den Eishockeysport werden. Er war ein großartiger Torhüter, wahrscheinlich der beste Torhüter der jemals gespielt hat." Mike Keane meinte dazu: " Er hat grundsätzlich alles geschafft, brach jeden Rekord. Ich denke es ist ziemlich eindeutig, er ist er beste Torhüter der jemals spielte." Und Shjon Podein sagte: Er muss als bester Torhüter aller Zeiten angesehen werden!" Greg DeVries äußerte sich dazu so: "Wir spielen mit dem größten Torhüter der jemals gelebt hat!" Und Rob Blake sagte: "In einem Entscheidungsspiel würde man keinen anderen Torhüter im Tor haben wollen."
Wenn man dies alles Revue passieren lässt, seine Erfolge, seine Rekorde, seine Auszeichnungen, die mündlichen Bekundungen der Mitspieler und Kontrahenten, der Trainer und Manager sowie der Journalisten, dann kann man nur zu einem Schluss kommen... Patrick Roy war definitiv der größte Goalie in der Geschichte der NHL und mit ihm verliert die Liga eine weitere Galionsfigur!