Am
7. Juli 1969 wird Joe
Sakic in Burnaby, British Columbia, Kanada, geboren. Vater Marijan
ist Zimmermann und Mutter Slavica arbeitet in einer Elektronikfabrik.
Seine Eltern wanderten im Alter von 17 Jahren von Kroatien nach Kanada
aus. Er wächst auf in seinem Geburtsort in der Nähe von Vancouver
zusammen mit seinem Bruder Brian und seiner Schwester Rosemarie.
Das Schlittschuhlaufen lernen alle drei Kinder schon sehr früh. Die beiden
Brüder spielen später Eishockey und die Schwester geht zum Eiskunstlauf.
1985 beginnt Joe mit 16 Jahren bei
den Burnaby Midgets. Hier macht er in 60 Spielen schon 156
Punkte. Er ist sehr talentiert und hat eine sehr gute Spielauffassung. 1986
macht er auch schon 3 Spiele in der Western Hockey League, aber ohne
großen Erfolg. In diesem Jahr hat er mit seinem Team einen schweren Busunfall
bei dem vier Mitspieler ums Leben kommen. Er sitzt im Bus neben Sheldon
Kennedy. 1987 spielt er für
die Swift Current in der WHL und erzielt in 72 Spielen
bereits 133 Punkte. Anschließend wird er zum WHL-Rookie des
Jahres gewählt. Er spielt mit und gegen Spieler wie Theo
Fleury, Geoff Sanderson, Trevor
Linden,
Brent Gilchrist und Sheldon
Kennedy. Im gleichen Jahr wird er noch von den Quebec Nordiques
beim Entry Draft an 15. Stelle gesamt gezogen. Er ist aber nur Quebec's
zweite Wahl. 1988 erzielt er sogar 160
Punkte in nur 64 Spielen, ist der Toptorjäger mit 76
Toren und Topscorer der WHL. Er wird dafür zum besten
Nachwuchsspieler Kanadas gewählt. Im gleichen Jahr ist er der Kapitän
der Junioren Nationalmannschaft und gewinnt die Goldmedaille bei
der Junioren-WM.
Am
6. Oktober 1988 macht er sein erstes NHL
Spiel für die Quebec Nordiques gegen die Hartford Whalers.
Zwei Tage später erzielt er sein erstes NHL Tor gegen die New
Jersey Devils. Im Tor steht Sean Burke.
Die Saison 1989 beendet er mit 23 Toren
und 62 Punkten in 70 Spielen. Die Play Off verpassen die Nordiques.
1990 macht er in seiner zweiten Saison bereits
39 Tore und 102 Punkte in 80 Spielen und wird ins All Star
Team gewählt. Die Play Offs bleiben auch in diesem Jahr unerreicht.
Joe ist der einzige Spieler der NHL-Geschichte, der im schlechtesten
Team der Liga 100 Punkte erreicht. 1991
kommt er sogar auf 48 Tore und 109 Punkte in 80 Spielen.
Er wird zum zweiten mal ins All Star Team gewählt. Im gleichen Jahr
gewinnt er mit Kanada die Silbermedaille bei der WM. Seine plus/minus
Bilanz in den ersten drei Jahren ist katastrophal. Er ist offensiv eine Macht,
aber defensiv muss er noch viel lernen. Natürlich spielt er in einem der
schlechtesten Teams der Liga, was es sehr schwer macht mit einer guten plus/minus
Bilanz vom Eis zu gehen. Ab der vierten Saison werden seine Zahlen dann auch
besser. 1992 wird er zum Kapitän
der Mannschaft ernannt und beendet die Saison mit 29 Toren und 94
Punkten in 69 Spielen. Wieder wird er ins All Star Team berufen.
In Mats Sundin hat er endlich einen Mitspieler,
der ihm ebenbürtig ist. 1993 erzielt
er wieder 48 Tore und 105 Punkte in 78 Spielen, ist aber
nur zweiter hinter Mats Sundin in der internen
Scorerwertung. Aber er wird zum vierten mal in Folge ins All Star Team
gewählt. Und endlich ist das Team für die Play Offs qualifiziert,
aber in der ersten Runde kommt bereits das Aus. Joe macht in 6 Spielen
aber 3 Tore und 6 Punkte. Am 4. April 1994
erzielt Joe, im Spiel gegen die Buffalo Sabres, vier Tore und
kommt am Ende auf 28 Tore und 92 Punkte in 84 Spielen und
wird zum fünften mal in Folge ins All Star Team gewählt. Die
Play Offs bleiben wieder ein Traum. Im gleichen Jahr gewinnt er mit Kanada die
Goldmedaille bei der WM. In der verkürzten Saison 1995
kommt er auf 19 Tore und 62 Punkte in 47 Spielen. Die Mannschaft
qualifiziert sich zwar wieder für die Play Offs, scheidet aber erneut in
der ersten Runde aus. Joe macht in 6 Spielen diesmal 4 Tore und
5 Punkte. Die Situation für die Nordiques wird immer schlechter
in Kanada. Finanzielle Gründe veranlassen den Besitzer dazu, das Team zu
verkaufen. So landet die Mannschaft in den USA.
Der
Verein zieht um nach Denver, Colorado. Von nun an heißt das Team
Colorado Avalanche. Seine bislang beste Saison spielt er 1996.
Mats Sundin hat inzwischen das Team verlassen und spielt nun in Toronto
für die Maple Leafs. Dafür spielen nun Peter
Forsberg und Patrick Roy in der
Mannschaft. Am 23. Dezember 1996
erzielt er im Spiel gegen die Calgary Flames sein 300. Tor.
Joe beendet die Saison mit 51 Toren, 120 Punkten und einer plus/minus
Bilanz von +14 in 82 Spielen. Er führt sein Team in
die Play Offs. Die Avalanche schlägt im Conference Finale die Detroit
Red Wings und kommt sogar bis ins Finale. Hier schlagen sie die Florida
Panthers und Joe Sakic ist in den Play Offs ein ums andere Mal der Matchwinner.
Er stellt sogar in den Play Offs einen neuen Rekord mit 6 Game Winning Goals
auf. Die Avs fegen die Panthers in 4 Spielen vom Eis und Joe's größter
Traum geht in Erfüllung. Er macht in 22 Spielen starke 18 Tore
und 34 Punkte. Er gewinnt den Stanley Cup, ist Topscorer
und Toptorjäger der Play Offs und erhält die Conn Smythe
Trophy als wertvollster Spieler in den Play Offs. Am 2.
Januar 1997 erzielt er seinen 500. Assist und seinen 800.
Scorerpunkt im Spiel gegen die Calgary Flames. Am Ende hat er 22 Tore
und 74 Punkte in 65 Spielen. Er wird zum siebtenmal ins All
Star Team gewählt, kann aber wegen einer Verletzung nicht spielen.
In den Play Offs scheitern die Avs im Conference Finale an den Detroit Red
Wings. Joe macht in 17 Spielen aber starke 8 Tore und 25
Punkte. In diesem Sommer läuft sein Vertrag aus und die New York
Rangers machen ihm ein Angebot: 6 Mio $ für einen Vertrag über
drei Jahre, plus einem Unterschriftsbonus von 15 Mio $. Das bedeutet
im ersten Jahr 17 Mio $. Die Avalanche hat aber noch die Rechte an dem
Mittelstürmer und hält dieses Angebot. Damit wird Joe Sakic zum teuertsten
Eishockeyspieler aller Zeiten in diesem Jahr. Am 15.
Oktober 1997 erzielt er 6 Punkte
im Spiel gegen die Edmonton Oilers. In dieser Saison 1998
macht er zum erstenmal seit seiner Rookie-Saison weniger Punkte als Spiele.
Er kommt nur auf 27 Tore und 63 Punkte in 64 Spielen. Während
der Saison findet die Olympiade in
Nagano,
Japan statt. Er spielt im Team Canada mit Gretzky,
Bourque, Blake,
Kariya, Yzerman,
Lindros und vielen anderen Größen und erleidet mit der
Mannschaft eine empfindliche Niederlage, denn die hochdekorierte kanadische
Mannschaft geht leer aus. In den Play Offs scheiden die Avs bereits in der ersten
Runde aus, weil sie die Edmonton Oilers unterschätzen. Sakic macht
in 6 Spielen nur 2 Tore und 5 Punkte. 1999
kommt er auf 41 Tore und 96 Punkte in 73 Spielen. Dabei
hat er eine plus/minus Bilanz von +23. Kurz vor der Trading Dead
Line verpflichten die Avs Theo Fleury um
für die Play Offs gerüstet zu sein. Aber die Avalanche scheitert im
Conference Finale an den Dallas Stars. Joe macht in 19 Spielen
gute 6 Tore und 19 Punkte. Am 27. Dezember
1999 erzielt er seinen 1000. Scorerpunkt
im Spiel gegen die St. Louis Blues. Das schaffte vor ihm nur Peter
Stastny in der Franchise-Geschichte.
Am 23 März 2000
erzielt er sein 400. Tor im Spiel gegen die Phoenix Coyotes. Im
Tor steht Bob Essensa. Er wird zum Spieler
des Monats gewählt mit 15 Toren, 11 Assists und einer +/-
Wertung von +15. Joe ist lange verletzt und beendet
die Saison 2000 mit nur 60 Spielen
in denen er 28 Tore und 81 Punkte erzielt. Dabei kommt er aber
auf eine plus/minus Bilanz von +30. Diesmal verpflichten die Avs
Verteidiger Ray Bourque um die Defensive
zu verstärken, denn hier hat man in den letzten Jahren stets Schwächen
gezeigt. In den Play Offs scheitert die Avalanche aber erneut im Conference
Finale an den Dallas Stars. Joe kommt in 17 Spielen nur auf 2
Tore und 9 Punkte. Er muss harte Kritik einstecken und die Stimmen
werden lauter, die da meinen, Joe wäre sein Geld nicht wert. In der Saison
2001 spielt er auch um eine Vertagsverlängerung, denn am Ende
der Saison wird er ein "Unrestricted Free Agent" und kann sich seinen
Verein aussuchen. Aber er will unbedingt in Denver bleiben. Und ere bringt seine
Kritiker zum Schweigen. Er beendet die Saison mit 54 Toren und 118
Punkten in 82 Spielen. Dabei kommt er sogar auf eine plus/minus
Bilanz von +45. Die Avalanche schließt als punktbestes Team
die Saison ab. Kurz vor der Trading Dead Line holt man Rob
Blake aus L.A. nach Denver. Die Avalanche kommt in den Play
Offs sogar bis ins Finale. Hier schlagen sie die Titelverteidiger New Jersey
Devils in einer packenden Serie über 7 Spiele. Joe macht in 21 Spielen
starke 13 Tore und 26 Punkte. Er gewinnt seinen zweiten Stanley
Cup und ist der Topscorer der Play Offs. Zudem erhält er die
Hart Trophy und sticht damit sogar Jagr
und Lemieux aus. Außerdem erhält
er die Lady Byng Trophy als fairster Sportler der Liga und den Lester
B. Pearson Award als herausragendster Spieler. Die Saison 2002
läuft für Joe Sakic nicht so gut. Zwar ist er erneut der Topscorer
der Avalanche, aber seine Mitspieler haben ein Formtief. Das hat auch Auswirkungungen
auf sein Spiel. In 82 Spielen kommt er nur auf 26 Tore und
79 Punkte. Seine plus/minus Bilanz beträgt noch +12. In den
Play Offs führt er sein Team bis ins Conference Finale. In allen drei Runden
müssen die Avs über 7 Spiele gehen. Das kostet Kraft und Substanz.
In 21 Spielen macht er 9 Tore und 19 Punkte. Aber die Avs
scheitern in 7 Spielen an den Red Wings.
Joe
Sakic ist einer der besten Spieler in der NHL. Er ist momentan mit
Paul Kariya wohl Kanadas talentiertester
Spieler. Er besitzt eine hervorragende Spielübersicht und kann ein
Spiel lesen. Er ist auf den ersten Metern wohl der schnellste Läufer in
der NHL. Er ist sehr beweglich und seine Stocktechnik und seine Pässe
sind nahezu perfekt. Er ist ein herausragender Spielmacher, aber auch ein
Torjäger. Er ist ein ausgezeichneter Bullyspieler und hat sich im Laufe
der Jahre zu einem der besten Defensivstürmer entwickelt. Darüber
hinaus besitzt er ausgezeichnete Fähigkeiten als Führungsspieler.
Er gewann 2mal den Stanley Cup, wurde mit der Hart Trophy, der
Conn Smythe Trophy, der Lady Byng Trophy und dem Lester B. Pearson
Award ausgezeichnet. Er ist der einzige Spieler der NHL-Geschichte, der
im schlechtesten Team der Liga auf 100 Punkte kam und hält den Rekord
mit den meisten Siegtreffern in den Play Offs. Mittlerweile hat er eine
neuen Vertrag in Dever unterzeichnet, der ihn für die nächsten 5 Jahre
bei der Colorado Avalanche hält. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er in
Denver seine Karriere beenden wird.
Privat ist Joe Sakic ein sehr ruhiger und freundlicher Mesch. Er ist befreundet mit NHL-Spielern wie Curtis Leschyshyn, Ron Tugnutt und Tony Twist. Er ist, zusammen mit Theo Fleury und Profi-Wrestler Bret Hart, Mitbesitzer der Calgary Hitmen, die in der WHL spielen. Er ist auch Mitbesitzer eines italienischen Restaurants. Er unterrichtet in seiner Freizeit in einer Jugend-Hockey-Schule in British Columbia und beteiligt sich an Wohltätigkeitsspielen des "Ronald McDonald Kinderhaus". Er lebt mit seiner Frau Debbie und seinem Sohn Mitchell Allen in Littleton, Colorado. Er mag Pasta, Lammsteaks, Erdbeereis, Country Musik (Garth Brooks), Baseball, Football, Basketball und ....Damentennis?. Er bewundert Spieler wie Wayne Gretzky, Mario Lemieux, Pat Lafontaine, Sergei Fedorov, Michael Jordan und Larry Walker. Er absolvierte sogar schon ein Trainingsspiel mit dem Football-Team Denver Broncos und erzielte dabei ein Fieldgoal. Sein jüngerer Bruder spielt in der CHL.