Spezial

Analysen

Dogfight

- April 2000 - Eine ganz besondere Rolle spielen in der NHL die Goons.Das englische Wort "Goon" steht für einen angeheuerten Schläger, und genau dafür sind diese Spieler da. Die Faustkämpfe auf dem Eis haben einen sehr hohen Stellenwert in Nordamerika. Sie gehören zum Eishockey wie das Eis und der Bullykreis. Es gibt kaum ein Spiel ohne eine Schlägerei,Foto: Keith Primeau/Bill Guerin seltener kommt es zu einer Massenschlägerei. Jedes Team hat mindestens einen, meistens aber mehrere "Tough Guys" die für den nötigen Respekt beim Gegner sorgen sollen. Meistens kommt es zwischen zwei Goons zum Kampf, manchmal sind es aber auch andere Spieler, die sich zu einer Schlägerei hinreissen lassen. Dabei sind die Nahkampfspezialisten keineswegs dumme Prügelknaben. Ken Baumgartner (Boston Bruins) zählt seit Jahren zu den berühmtesten Goons der Liga. Aber bevor er seine Profikarriere in der NHL begann, schloss er erstmal sein Wirtschaftsstudium ab. Und er ist das beste Beispiel für den modernen Faustkämpfer. Die bösen Schläger aus alten Tagen sind heute nicht mehr gefragt. Intelligenz ist bei den Goons wichtiger als nur rohe Kraft. Es ist sehr schwer beim Boxen das Gleichgewicht auf den Kufen zu halten. Man braucht auch ein feines Gespür für den richtigen Zeitpunkt, denn ein Faustkampf soll der Mannschaft helfen. Es ist auch cleverer nach einem fliegenden Wechsel einen Gegner herauszufordern, der schon ausgepumpt ist. Man muß seine Gegner kennen, wissen wie sie reagieren und wie sie ihren Kampf führen. Jedes Team braucht die Goons als Respektsperson, denn nichts ist schlimmer als ein Team, das ständig herumgeschubst wird. Geht ein Gegner zu hart auf den Körper des eigenen Stars, bekommt er es mit dem Goon zu tun. Ein harter Check, manchmal reicht auch ein Wort, schon weiß der Gegner Bescheid. Die Zuschauer begrüßen die Faustkämpfe und erwarten diese auch. Der Kampf geht in der Regel so lange, bis einer offensichtlich unterlegen ist, oder beide Kämpfer auf dem Boden liegend zum Ringkampf übergehen. Beide Spieler bekommen dann eine 5 min. Strafe. Disziplinarstrafen oder Sperren gibt esFoto: Adam Deadmarsh/??? nur, wenn ein Spieler absichtlich provoziert hat oder während einer Rangelei die Spielerbank verlässt um sich in den Kampf einzuschalten. Aber auch die Goons müssen ein gewisses Niveau an Technik und läuferischer Qualität bringen, denn es reicht nicht, wenn man sich gut prügeln kann, um in der NHL eine Chance zu haben. Zu den bekanntesten Goons zählen: Tie Domi (Toronto), Bob Probert (Chicago), Sandy McCarthy (Philadelphia), Chris Simon (Washington), Rob Ray (Buffalo), Jeff Odgers (Colorado), Craig Berube (Philadelphia), Krystof Oliwa (New Jersey), Mat Barnaby (Pittsburgh), Marty McSorley (Boston), Paul Laus (Florida), Gino Odjick (N.Y. Islanders), Brad May (Vancouver) und Darren McCarty (Detroit). Aber auch Stars wie Kevin Stevens, Ulf Samuelsson, Claude Lemieux und Adam Deadmarsh lassen gerne die Handschuhe fallen. Sogar Superstars wie Eric Lindros, Brendan Shanahan, Keith Tkachuk, Bill Guerin und Keith Primeau sind für ihre Fights bekannt.

 

 

 

 

 

NHL-Wappen

|Startseite|