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Analysen

Europäer in der NHL

- Oktober 1999 - In der NHL spielen viele europäische Spitzenspieler. Spieler, die sich technisch wie läuferisch auf allerhöchstem Niveau befinden. Spieler, die in den besten europäischen Ligen und auf internationaler Ebene ihr ganzes Können erfolgreich bewiesen haben. Heute zählen einige dieser Spieler zu den besten in der NHL. Stars wie Jaromir Jagr, Peter Forsberg, Teeamu Selänne, Foto: Jaromir Jagr Mats Sundin und Pavel Bure gehören seit Jahren zu den absoluten Topscorern. Was aber unterscheidet diese Spieler von den übrigen aus der alten Welt? Nun, viele Spieler aus Europa haben sicher Probleme, sich an die kleineren Eisflächen zu gewöhnen. Ihnen fehlt der Platz zur spielerischen Entfaltung. Der engere Raum auf den amerikanischen Eisflächen macht das Spiel schneller und verkürzt die Reaktionszeit. Außerdem ist ein genaueres Paßspiel erforderlich. Hinzu kommt, daß es auf den kleineren Eisflächen schwerer ist, an den gegnerischen Abwehrspielen vorbei zu kommen. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, daß in keiner anderen Liga der Welt so viele "Riesen" auf dem Eis stehen. Das macht die Sache natürlich nicht leichter. 1972 war die Durchschnittsgröße in der NHL noch 1,80 m, heute liegt sie bei 1,85 m. Die Spieler werden im Schnitt immer größer und schwerer. Das geht mittlerweile Foto Peter Forsberg soweit, daß viele amerikanische und kanadische Profis in Europa spielen, da sie für die NHL zu klein sind, und trotz hohem Spielniveau keine Verträge bekommen. Wenn ein NHL-Team die Wahl hat, zwischen zwei technisch gleich starken Spielern, wählen sie garantiert den größeren von beiden. Ein weiterer Grund, warum sich manche Europäer in Nordamerika nicht richtig durchsetzen können, ist wohl die harte, körperbetonte Spielweise. Das kanadische System, schnell nach vorne, den Puck tief ins gegnerische Drittel schlagen, hinterher sprinten, Kampf an der Bande und in den Ecken, hart auf den Körper gehen, liegt eben vielen europäischen Spielern nicht. Natürlich hat sich im Laufe der Jahre die Spielweise in der NHL durch die vielen Cracks aus Europa etwas geändert, Teams wie Toronto oder Ottawa spielen sehr europäisch. Aber nach wie vor wird in der Liga extrem hart und in den letzten Jahren zunehmend unfair gespielt. Deshalb gehen wohl auch noch immer viele Europäer den härteren Zweikämpfen aus dem Weg. Was aber macht nun den einen so erfolgreich, und hindert den anderen am großen Durchbruch? Was macht den Unterschied?? Ist es die körperliche Unterlegenheit eines Saku Koivu? Der technisch und läuferisch brillante Finne mit seinen 1,77 m und 83 kg hat es sicher schwerer als ein Jaromir Jagr mit 1,87 m und 103 kg  oder ein Mats Sundin mit 1.93 m und 102 kg Lebendgewicht. Pavel Bure dagegen, mit 1,77 m und 86 kg zählt wohl eher zu den kleineren Spielern der Liga, gehört aber im Gegensatz zu Koivu jedes Jahr zu der Spitze der Topscorer. Ist es die mangelnde Erfahrung, weshalb ein Michael Nylander stets weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt? Der Schwede glänzt auf jedem WM- Turnier und spielt seit mehreren Jahren als Profi in der NHL, zeitweise auch in der DEL und in der Schweiz, und natürlich in seiner Heimat. Aber an die Leistungen eines Peter Forsberg wird er wohl nie heranreichen. Sind es die mangelnden Torjägerqualitäten, die einen Sergei Berezin von einem Teemu Selänne unterscheiden? Wohl kaum. In der russischen Liga war Berezin Topscorer, in der DEL ebenfalls. In der NHL ist der spielerisch exzellente Russe eher durchschnittlich. Was also macht einen europäischen Spitzenspieler zu einem Topstar in der besten Liga der Welt? Durchsetzungsvermögen, mentale Stärke und Charisma machen wohl den Unterschied. Dies sind die Eigenschaften die einen großen Spieler auszeichnen. Persönlichkeit ist in der NHL besonders gefragt. Nur technisches Können allein reicht nicht aus um in der härtesten Liga der Welt zu bestehen und zu glänzen.
 
Foto: Teemu Selänne
Foto: Mats Sundin
Foto: Pavel Bure
Teemu Selänne
Mats Sundin
Pavel Bure

NHL-Wappen

 

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