
- Oktober 1999 - In den letzten Jahren fallen immer weniger Tore in der NHL.
Die Goalies werden scheinbar immer besser, die Gegentorschnitte immer niedriger.
Beispiel Byron Dafoe: Er hatte in der letzten Saison, seine erste als Nummer
eins, einen Gegentorschnitt von 1,99. Ed Belfour hatte ebenfalls einen
Schnitt von 1,99. Dominik Haseks Schnitt lag bei 1,87 und Ron
Tugnutt hatte einen unglaublichen Schnitt von 1,79 Gegentoren pro Spiel.
Aber werden die Goalies tatsächlich immer besser? Sagt der niedrige Gegentorschnitt
nicht vielmehr etwas über das Defensiv-Verhalten der ganzen Mannschaft
aus?
Bestes Beispiel sind die Dallas Stars. Die Stars wurden von ihrem Trainer so
sehr auf Defensive gedrillt, daß selbst Offensivspezialisten wie Brett
Hull sehr stark in der Abwehr involviert waren, und gerade Hull war nie ein
Freund von Verteidigungsarbeit. In der heutigen Zeit werden Spiele in der Defensive
gewonnen. Offensivschlachten wie es sie in früheren Zeiten gab sind längst
vorbei. In der Finalserie '99 wurden nahezu 50% aller Schüsse der Sabres
von den Spielern der Stars abgeblockt, indem sie sich todesmutig in jeden
Schuss warfen und die Räume äußerst geschickt dicht machten.
Somit hatte Ed Belfour gar nicht allzu viel zu halten. Und in einer defensiv
stark eingestellten Mannschaft kann dann auch ein eher durchschnittlicher Goalie
mit einem herausragendem Gegentorschnitt glänzen. Zweifellos ist
Belfour einer der besten Goalies in der NHL, aber das besagt weniger sein Gegentorschnitt
als vielmehr seine Fangquote von 91,5% in der Saison 98/99. Denn für
die Saves ist der Goalie immer noch alleine verantwortlich. Hier erkennt man
erst den wahren Wert eines Goalies. Zum Beispiel Patrick Roy mit 91,7%,
Guy Hebert mit 92,2% und Dominik Hasek mit 93,7%. Martin Brodeur
dagegen, eigentlich der beste Goalie in den letzen zwei bis drei Jahren, hatte
mit einem Gegentorschnitt von 2.29 und einer Fangquote von 90,6%
für seine Verhältnisse eine eher "schwache" Saison. Ein Torwart muß
sich natürlich auf seine Vorderleute verlassen können . Sicher ist
ein Dominik Hasek schon die halbe Miete, aber es ist doch eher unwahrscheinlich,
daß er auch mit den Tampa Bay Lightning bis ins Finale gekommen wäre,
oder ??

