Analysen

 

New York Rangers - Mit Vollgas in die Zukunft!

Messier- August 2002 - Seit fünf Jahren sind die Rangers nun bereits ohne Play Off Teilnahme. Den letzten Stanley Cup gewannen die Rangers 1994, damals gegen die Vancouver Canucks. Seit dem ist Flaute im Big Apple in Sachen Eishockey. In den letzten fünf Jahren ernteten die Broadway Blue Shirts viel Spott und Hohn, denn es gelang ihnen auch mit großem Budget und teuren Stars nicht die Play Offs zu erreichen. Auch die Rückkehr von Mark Messieraus Vancouver hatte nicht den erwünschten Effekt. Dabei ist es im Big Apple schwerer als in jeder anderen Stadt erfolgreich zu sein. Dennn in keiner anderen Stadt werden so hohe Erwartungen gestellt. In keiner anderen Stadt steht man derart im Rampenlicht. In keiner anderen Stadt ist der Druck so groß. Kein anderes Team ist so schwer für einen Trainer zu führen. Der letzte Trainer, Ron Low, war scheinbar nicht der richtige Mann für den Job bei den Rangers. Seine Offenivtaktik schlug fehl. Seine Führungsqualitäten reichten nicht aus um die Staransammlung der Rangers zu leiten. Die Spieler hatten nicht den nötigen Respekt. Er war kein Typ, der eine Mannschaft mitreißen und motivieren kann. Deshalb musste seine Mission scheitern.

TrottierNun soll alles anders werden. Mit der Verpflichtung von Bryan Trottier hat man ausgerechnet einen ehemaligen Superstar des Erzrivalen aus Long Island zum neuen Trainer der Rangers gemacht. Trottier ist mit Denis Potvin der wohl unbestreitbar beliebteste Mann bei den Fans der Islanders. Umso schwieriger ist die Vorstellung, dass dieser Mann nun hinter der Bande der Rangers die Fäden ziehen soll. Aber mit Bryan Trottier hat man einen aussergewöhlichen Mann ins Team geholt. Sicher, der gebürtige Kanadier mit US Pass hat keine Erfahrung als Chef-Trainer. Aber er hat die Erfahrung von 15 Jahren und 1500 Spielen in der NHL als einer der größten Spieler aller Zeiten. Dabei war er bekannt als herausragender Defensivstürmer. Er legt also sehr großen Wert auf Defensive. Und genau da liegt der Knackpunkt. Mit Trottier als Trainer beginnt eine neue Zeit bei den Rangers.

Bryan Trottier gewann als Spieler 4 Stanley Cups mit den Islanders, danach gewann er noch zweimal den Stanley Cup mit Pittsburgh. Er ist ein Siegertyp und weiß was man braucht um erfolgreich zu sein. Er genießt bei allen größten Gespekt, auch bei seinen Gegnern. Nach Beendigung seiner Spielerkarriere war er zunächst Assistenz-Trainer bei den Islanders, dann bei den Penguins. Danach war er Chef-Trainer der Portland Pirates in der AHL. Zuletzt war er Assistenz-Trainer in Colorado. Dort holte er seinen siebten Stanley Cup. Dabei war Trottier der jenige, der die Avs in der Kabine betreute, sie motivierte und antrieb, ihnen mit gutem Beispiel voran ging und ihnen immer wieder das Ziel vor Augen hielt. Trottier ist eine herausragende Führungspersönlichkeit. Er ist ein Motivationsgenie. Er ist ein Typ wie Steve Yzerman, Mark Messier und Bobby Clarke. Er kann eine Mannschaft mitreißen. Er kann seine Spieler motivieren. Und das wichtigste...er kann den Rangers Disziplin und Defensivarbeit beibringen. Bryan Trottier ist also zweifellos der richtige Mann für die Rangers.

Vom Talent und Potential her sind die Rangers eines der besten Teams der Liga. Die Frage wird sein, ob und wie weit Trottier aus der Staransammlung ein funktionierendes Kollektiv formen kann. Eine weitere Frage wird sein, wie Trottier mit Eric Lindros, Pavel Bure und Mark Messier zurecht komen wird. Letzterer hat sehr großen Einfluss in New York und bei den Rangers. Seine Stimme hat Gewicht. Trottier muss es gelingen, dass seine Stars und das gesamte Team an einem Strang ziehen, dann ist alles möglich.

RangersMit Lindros haben die Rangers einen der besten Spielmacher der Liga. Mit Bure haben sie den aktuell besten Torjäger der Liga. Die beiden Neuverpflichtungen Bobby Holik und Darius Kasparaitis bringen Härte und Defensistärke ins Team. Da man auf der Centerposition sehr gut besetzt ist, kann man sich den Luxus leisten Peter Nedved als Flügel einzusetzen. Nedved würde mit Lindros und Bure eine der besten Sturmreihen der Liga bilden, wenn nicht vielleicht sogar die Beste. In der zweiten Reihe ist man mit Holik, Martin Rucinsky und Radek Dvorak ebenfalls gut besetzt. Messier wird wohl die dritte Reihe anführen mit Matthew Barnaby und Mikael Samuelsson. Rem Murray wird als Center der vierten Reihe zwischen Krystof Oliwa und Sandy McCarthy spielen. Variieren kann man dazu mit Roman Lyashenko in der dritten oder vierten Reihe. Was den Rangers an Tiefe in den Offensivreihen fehlt, gleichen die Verteidiger wieder aus. Mit Brian Leetch, Tom Poti, Vladimir Malakhov und Richard Lintner haben die Rangers gleich vier Verteidiger die das Spiel sehr gut nach vorne bringen können. Aber auch defensiv haben die Rangers viele gute Spieler. Lindros, Holik, Rucinsky, Leetch, Kasparaitis, Malakhov, Kloucek, Lefebre, und Lintner haben alle gute Defensivqualitäten. Man kan aber davon ausgehen, dass unter Trottier jeder Spieler Defensivaufgaben übernehmen wird, auch Bure. Das klingt unglaubwürdig? Nun, das hat man seinerzeit auch gesagt, als Brett Hull zu den Stars ging. Und Hull entwickelte sich in Dallas zu einem Zwei-Wege Stürmer. So weit muss es aber mit Bure unter Trottier nicht kommen...

In Sachen Phyisis müssen die Rangers keinen Gegner fürchten. Mit Kasparaitis, Tomas Kloucek, Sylvain Lefebre, Dave Karpa und Dale Purinton stehen gleich fünf der härtesten Verteidiger der NHL in Diensten der Rangers. Dazu kommen Oliwa, McCarthy, Holik, Barnaby und nicht zuletzt Lindros selbst. Kein anderes Team der Liga ist härter. Rumschubsen wird die Rangers jedenfalls niemand. Zudem sind die Rangers eins der schnellsten Teams der Liga. Das unterstützt noch die Defensivtaktik des Trainers, da man so immer kontergefärlich ist.....

Ein Schwachpunkt könnte die Torhüterposition werden. Hier ist man mit Mike Richter und Dan Blackburn zwar gut besetzt, aber Richter ist verletzungsanfälliug, Blackburn zu jung und unerfahren. Wenn Richer aber gesund bleibt, ist er ein sicherer Rückahlt. Vor allem ist Richter ein Mann, der immer dann seine Bestleitung zeigt, wenn es am nötigsten ist. Blackburn hat ebenfalls bereits bewiesen, wieviel Talent er besitzt.

Alles in allem müssen sich die Rangers keine all zu großen Sorgen machen. Wenn Trottier einen Draht zu seinen Spielern findet, sie motivieren kann und ihnen seine Defensivtaktik eintrichtern kann, dann muss man mit den Rangers rechnen. Wenn Messier auf dem Eis die Marschroute seines Trainers unterstützt, Lindros und Bure ihr Ego beiseite lassen und vor allem von größeren Verletzungen verschont bleiben, muss man mit den Rangers rechnen. Ich denke die Rangers können, auch bei der starken Konkurrenz in der Atlantic Division, durchaus den Divisionstitel holen. Die Play Offs sollten kein Problem sein. Möglich wäre sogar punktbestes Team im Osten zu werden. Ich traue ihnen auf jeden Fall zu, das Conference Finale zu erreichen. Ob sie das Stanley Cup Finale erreichen, ist fraglich. Und dass sie den Stanley wohlmöglich gewinnen, eher auszuschließen. Aber mit Sicherheit geht es für die Rangers mit Vollgas in die Zukunft....

 

 

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