Spezial

Regeländerungen

August 2005 - Die neue NHL Saison wird mit einigen entscheidenden Regeländerungen starten, die das Spiel wesentlich offensiver und damit attraktiver machen sollen.

Das eigens geründete Regelkommittee der NHL hat großen Wert darauf gelegt, dass die Anzahl und Qualität der Torchancen erhöht werden soll.
Das Kommittee besteht aus vier Spielern (Rob Blake, Jarome Iginla, Trevor Linden, Brendan Shanahan), vier General Managern (Bob Gainey, Kevin Lowe, David Poile, Don Waddell) und mit Ed Snider (Philadelphia) einem Teameigner. Vorsitzender ist NHL Executive Vizepräsident und Director of Hockey Operations Colin Campbell.

Die wichtigsten Änderungen ab der Saison 2005/06 sehen wie folgt aus:

Eisfläche

Die neutrale Zone wurde von 16,46m auf 15,24m verkleinert. Das Tor wurde um 61cm nach hinten verschoben, wodurch sich insgesamt die Angriffsdrittel in der Länge jeweils um 1,22m vergrößern. Damit soll der angreifenden Mannschaft mehr Platz für Kombinationen gegeben werden.

 

Torhüter

Die Ausrüstung der Torhüter ( Beinschoner, Oberkörperschutz, Blocker und Trikot) wurden in der Größe um 11% verkleinert. Hinter der Torauslinie dürfen die Goalies den Puck zudem nur noch innerhalb eines trapezförmigen Bereichs spielen. Das Spielen des Pucks außerhalb dieser Area resultiert in einer 2-Minuten Strafe gegen den Torhüter wegen Spielverzögerung. Eine kleine Strafe erhält der Schlussmann ebenfalls sobald er unnötigerweise den Puck "einfriert", also festhält.

 

Abseits

In Anlehnung an die bereits vor Jahren vom Internationalen Eishockeyverband eingeführten Abseitsregelungen, hat sich nun auch die NHL entschlossen ihre Regelung zu modifizieren. Das 2-Linien Abseits (Pass über die blaue und rote Linie) wird vollkommen abgeschafft. Ein im Angriffsdrittel stehender Spieler kann zudem seine Abseitsposition wieder aufheben, sobald er die blaue Linie mit dem Schlittschuh berührt. ('Tag-Up' Abseits)

Das Regelkommittee hat sich jedoch dafür entschieden, entgegen der IIHF-Regelung, das 'Touch Icing' beizubehalten. Den Linienrichtern wird ein Ermessensspielraum bei der Beurteilung des Unerlaubten Weitschusses eingeräumt, sofern dieser nicht zur Befreiung aus dem eigenen Drittel, sondern aus einem Passversuch heraus entsteht. Der Linienrichter hat somit die Gelegenheit, das für die Spieler nicht ungefährlichen 'Touch Icing' zu entschärfen.

 

Strafen

Regelverstöße wie Behinderung, Haken und Halten werden noch stärker als bisher geahndet. Gegen jeden Spieler wird eine 2-Minuten Strafe wegen Spielverzögerung ausgesprochen, wenn er die Scheibe in der eigenen Verteidigungszone direkt über die Bande befördert.

Ein Spieler der innerhalb der letzten fünf Spielminuten einen 'Faustkampf provoziert, wird mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe und einer Suspendierung für das darauffolgende Spiel belegt. Im Wiederholungsfall des Vergehens erhöht sich die Sperre um jeweils ein weiteres Spiel.
Desweiteren muss der Teamcoach eine Strafe von 10.000 $ begleichen. Das Bußgeld gegen den Trainer verdoppelt sich bei jedem weiteren Vorfall.

Unsportliches Verhalten eines Spielers kann auch im Nachhinein durch Videobeweis mit einer Geldstrafe belegt werden. Fällt ein Spieler durch 'Schwalben' auf oder indem er eine Verletzung simuliert, bekommt dieser zunächst eine schriftliche Abmahnung, in weiteren Fällen eine Strafe von 1.000 $, 2.000 $, beim vierten Mal eine Spielsperre.

 

Penaltyschießen

Endet eine Partie nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden, gibt es eine fünfminütige Verlängerung. Ist der Spielstand nach der Overtime immer noch ausgeglichen, dann findet ein Penaltyschießen mit je drei Spielern pro Team statt. Sollte danach immer noch kein Sieger feststehen, wird das Penaltyschießen im Sudden Death Verfahren fortgesetzt. Das Gewinnerteam erhält, 2 Punkte, der Verlierer 1 Punk. Unabhängig davon mit wieviel Toren das Penaltyschießen gewonnen wurde, wird beim Torverhältnis des Siegers nur ein zusätzliches Tor angerechnet.

 

Kommentar: Ob diese Änderungen das Spiel interessanter, schneller, torreicher und besser machen, das bleibt abzuwarten. Ich denke, jede einzelne Änderung für sich würde kaum etwas bewirken. Aber die Summe der Veränderungen kann durchaus eine menge bewirken. Ob letztendlich wirklich mehr Tore fallen ist dabei nicht mal so wichtig. Viel wichtiger ist, dass das Spiel für den Zuschauer attraktiver wird. Und davon kann man schon ausgehen. Sicher wird es eine Zeit lang dauern, bis die Änderungen ihre Wirkung erzielen. In der ersten Zeit wird es sehr viele Strafen geben, bis die Spieler alle begriffen haben, dass jede Regelwidrigkeit in einer Strafe resultiert, womit man dem eigenen Team schadet. Wenn die Schiedsrichter aber konsequent bleiben, wird sich das nach einer gewissen Zeit legen. Dann wird das Spiel sicher interessanter, attraktiver, schneller und somit besser...

 

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