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Der Fan hat das Wort...

 

Die Stars der Zukunft

Wer schafft den Durchbruch und wer bleibt das "ewige Talent" ?


Ein Artikel von Hannes Gramberger (habsfannr1)

- September 2002 - Nachdem Wayne Gretzky 1999 seinen Rücktritt erklärte und Mario Lemieux auf Grund seiner vielen Verletzungen auch nicht ewig spielen wird, "sucht" die Liga schon lange nach einen legitimen Nachfolger Gretzky's, einen Posterboy, ein Aushängeschild für ihre Organisation. Doch bisher konnte sich noch keiner der "Top Talente" der letzten Jahre so richtig in ihrer Rookie Saison behaupten, erst nach ein paar Jahren Anlaufzeit gelang dann meistens erst der Durchbruch.

Jay Bouwmeester2002 wurde Rick Nash von den Columbus Blue Jackets an erster Stelle gezogen, doch der wirkliche Star des Drafts war der Verteidiger Jay Bouwmeester. Der 18 jährige Kanadier, der mit 16 Jahren und 3 Monaten der jüngste Kanadier war der bei einer Junioren Weltmeisterschaft teilnahm, wurde von den Florida Panthers an 3er Stelle gedraftet. Er gewann bereits eine Silbermedaille und 2 Bronzene bei Junioren Weltmeisterschaften und gilt als der "ausgeglichenste" Defensivspielers den Kanada in den letzten Jahren hervorbrachte. Doch die Vorschusslorbeeren müssen ersteinmal bewiesen werden und das wird bei einem Team wie den Panthers keine leichte Aufgabe.
2001 meinte jeder mit Ilya Kovalchuk endlich den Spieler der Zukunft gefunden zu haben. Es lastete sehr viel Druck auf den 1st Round Pick, doch Kovalchuk bewies mit 51 Punkten in 65 Spielen, bevor ihn eine Verletzung aus dem Rennen warf, das er das Zeug zu einem ganz Großen hat. Mit Dany Heatley hat er in seiner Mannschaft auch gleich seinen "kongenialen" Mitspieler gefunden. Die beiden harmonierten in ihrer ersten Saison sensationell und Heatley gewann letztendlich auch mit 67 Punkten in 82 Spielen die Calder Trophy als bester Rookie der Liga.
Die Florida Panthers glaubten auch, 2001, mit Kristian Huselius einen Glücksgriff getan zu haben. Huselius dominierte die schwedische Elite Liga und scorte in seiner letzten Saison einen neuen Punkterekord, doch seine erste Saison in der NHL verlief nicht ganz so erfreulich. Mit 45 Punkten in 79 Spielen ranchierte er am Ende auf Platz 3 der Rookie Wertung.
Platz 4 ging an Erik Cole der 40 Punkte in 81 Spielen scorte. Doch in den Playoffs zeigte er dann der ganzen Liga was für ein Potential er wirklich hat. Mit krachenden Bodychecks und mit einem unwiderstehlichen, kraftvollen Zug zum Tor wurde er zu einer der Schlüsselspieler bei den Canes.
Pavel Datsyuk (35 Punkte in 70 Spielen) gewann mit den Red Wings gleich in seiner ersten Saison den Stanley Cup. Er spielte zwar die gesamte Saison über in der 4ten Reihe, aber auch dort zeigte er seine Qualitäten

Doch was ist mit den anderen 1st Round Draft Pick's bzw. den "großen Talente" der letzten Jahre??
2000 wurde zum Ersten Mal in der Geschichte des NHL Entry Draft's ein Goalie an erster Stelle gezogen. Rick DiPietro wurde von den Islanders verpflichtet, ist aber bis jetzt nur sehr wenig bis gar nicht zum Einsatz gekommen. Die meiste Zeit verbringt der 19 jährige Amerikaner bei den Bridgeport Sound Tigers in der AHL.
1999 sicherte sich Atlanta mit Patrik Stefan an erster Stelle einen jungen tschechischen Center, der aber bisher sehr wenig zu Stande brachte. Kleine Verletzungen plagten den 20 Jährigen in den letzten 3 Saisonen, doch wenn er gesund bleibt könnten die Trashers mit ihm, Heatley und Kovalchuk eine gute Reihe hinbekommen.
Vincent Lecavalier wurde 1998 von den Tampa Bay Lightning an erster Stelle gezogen. Er wurde 2000 zum Captain gewählt, enttäuschte aber bisher maßlos. Von einem Spieler mit so einem großen Potential müsste man eigentlich mehr erwarten dürfen, doch wenn er nicht bald das Team wechselt oder bessere Spieler zur Seite gestellt bekommt wird er wohl das "ewige Talent" bleiben.
Joe ThorntonDas glatte Gegenteil ist der 1st Round Pick von 1997. Joe Thornton, der vom Spielertyp Lecavalier sehr ähnelt, wurde von den Bruins gezogen und zeigt von Jahr zu Jahr eine ansteigende Tendenz. Es wurde ihm mehr und mehr Spielzeit gegeben und nach dem Abgang Allison's, wurde ihm auch die Captain Rolle zugesprochen. 2000/01 schaffte er dann endlich seine "Breakthroug Season" mit 71 Punkten in 72 Spielen. Letzte Saison machte er 68 Punkte in 66 Spielen, bis ihn eine Verletzung frühzeitig aus dem "Rennen" warf.
Chris Phillips der 1st Round Pick von 1996 zeigte bisher konstante Leistungen in der Abwehr bei den Ottawa Senators, der große Durchbruch blieb ihm bis jetzt aber noch verwehrt.
Bryan Berard's Geschichte, der 1st Round Pick von 1995, müsste eigentlich jeder kennen. (Wenn nicht dann lest euch doch Patrick König's Bericht "Aus Liebe zum Sport" durch. ;))
Ed Jovanovski wurde 1994 von den Panthers an erster Stelle gezogen und seine gute Rookie Saison brachte ihm einen Platz im NHL All Rookie Team. 1998 wurde Jovanovski nach Vancouver transferiert, im Gegenzug erhielten die Panthers unter anderem Pavel Bure. In Vancouver reifte Jovanovski zu einem All Star heran, doch defensiv hat der Kanadier zuweilen immer noch einige Black Outs. Sein größter Erfolg ist bis jetzt der Gewinn der olympischen Goldmedaille 2002 mit Kanada in Salt Lake City, USA.
Alexandre Daigle, der 1993'er Draft Pick, kann man wohl als das "ewige Talent" schlecht hin bezeichnen. Ottawa setzte sehr viele Erwartungen in ihm, wurde aber nie dafür "belohnt". Die launische Diva trieb sich zu oft in Nachtclubs herum, und nachdem er zuletzt für die Rangers spielte, verabschiedete er sich in die Filmbranche. Doch 2002 will es der junge Kanadier noch einmal wissen und trainiert derzeit bei den Pittsburgh Penguins für sein Comeback.
1992 zogen die Lightning Roman Hamrlik an erster Stelle. Der Tscheche überzeugte in seinen darauffolgenden Saisonen bei Tampa Bay, Edmonton und den NY Islanders. Mehrere All Star Nominierungen zeugen von den Qualitäten des Verteidigers, der auch schon öfters für sein Heimatland bei diversen Tunieren teilgenommen hat.
Über die 1st Round Picks der Jahre 1984-1991 muss man nicht sehr viel Worte verlieren. Spieler wie Mario Lemieux, Pierre Turgeon, Mike Modano, Mats Sundin, Owen Nolan oder Eric Lindros kennt jeder NHL Fan und jeder der Genannten wurde ihrem Tribut als "Top Talent" des jeweiligen Jahres gerecht.

Zwei junge Spieler taten sich letztes Saison besonders hervor:
Jerome Iginla, 24, von den Calgary Flames bewies endlich mit einer hervorragenden 2001/02 Saison (96 Punkte in 82 Spielen), dass er zu den ganz Großen der Liga gehört und bekam dafür auch die Maurice Richard Trophy als bester Torschütze und die Art Ross Trophy für den Punktbesten Spieler. Auch José Théodore, 24, von den Montreal Canadiens bewies sein Potential und wurde mit der Vezina Trophy als bester Torhüter und mit der Hart Trophy als der MVP der Liga ausgezeichnet.
Marian Gaborik 19, Scott Hartnell 19, Mike Comrie 20, Martin Havlat 20, Alex Tanguay 21, Simon Gagne 21, Patrick Marleau 21, Joe Thornton 22, Wade Redden 22, Marian Hossa 22, Roberto Luongo 23, Shane Doan 24, Mark Parrish 24, Ryan Smith 25, Patrick Elias 25, Jeff O'Neill 25, Chris Crury 25, Milan Heyduk 25, Pavol Demitra 26 oder ein Paul Kariya 26 sind wohl die heißesten jungen Stars die die Liga derzeit zur "Verfügung" hat.

Doch ob wirklich jemand von den Genannten einmal an einen Mario Lemieux oder Wayne Gretzky heran reichen wird, steht in den Sternen ......

 


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