Interview

Interview mit Martin St. Louis (Tampa Bay)

 

Das folgende Interview wurde nach der Play Off Serie der Lightning gegen die Capitals geführt

Martin St. LouisWas war das für ein Gefühl, nach einem 0:2 Rückstand die Serie noch zu gewinnen und dabei 3 Siegreffer in Folge zu erzielen?

Nun, wenn man mit 0:2 zurückliegt, darf man nicht an sich selbst zweifeln. Wir holten unseren ersten Sieg in Spiel 3 in der Verlängerung. Ich denke das war der Wendepunkt. Diesen Schwung konnten wir ins nächste Spiel mitnehmen. Ich war mir sicher, dass wir daraus eine Serie mchen konnten und wir gewannen ja dann auch 4 Spiele in Folge. Das gefühl war unbeschreiblich. Es war schön in diesem Moment Teil der Mannschaft zu sein.

An welchen Punkt in ihrer Karriere hatten sie das Gefühl mal auf diesem Niveau in der NHL spielen zu können und Tore zu erzielen?

Nun, ganz ehrlich gesagt letztes Jahr. In meinem ersten Jahr in Tampa bekam ich endlich mehr Zeit in der Offensive. Ich hatte einen tollen ersten Monat. Ich startete stark und ich sah, dass ich jemnd sein kann, auf den man sich verläßt, dem man vertraut. Dann brach ich mir ds Bein und ich war sehr enttäuscht. Ich hatte das gefühl, dieses Jahr wird mein Durchbruch.

Die New Jersey Devils haben den Ruf eines der defensiv stärksten Teams zu sein. Was denken sie wird in der Serie anders sein als gegen Washington?

Ich glaube es wird sehr ähnlich sein. Sie haben eine ziemlich gute Defensivreihe mit John Madden. In Washington war es die Reihe um Jeff Halpern. Die devils sind sehr erfahren und haben gute Führungsspieler. Ihre Abwehr wird unsere Schlüsselspieler physisch sehr stark angehen. Sie sind sehr stark bei Kontern und sehr schnell. Ich denke der Unterschied sind die Defensivreihen gegen die wir spielen müssen. Ihre Topreihe muss in der Lage sein Tore zu erzielen. John Madden, ihr defensiver Center, machte 8 Punkte in der ersten Serie. Wir müssen uns glaube ich keine Sorgen machen ob wir Tore schießen. Aber wir müssen vorsichtig sein, dass sie uns mit ihrer Offensivreihe nicht schlagen können.

Kannst du etwas über deine Reihe erzählen und warum sie so gut funktioniert?

Wir kennen uns sehr gut. Ich habe bereits vorher mit meinen Mitspielern gespielt. Sie kennen meine Spielweise. Man sieht es jedem tag im Training. Ich weiß was ich erwarten kann. Ich denke der Schlüssel iegt darin, dass wir bei unserem ersten Einsatz gleich zwei gute Torchancen hatten. Dadurch haben wir Selbstvertrauen aufgebaut. Und auf dieser Welle schwimmen wir. Bereits in der dritten Schicht machten wir ein Tor. Und wenn dies so früh passiert, steigert sich das Selbstvertrauen und man wird immer besser.

Martin St. LouisWenn eine Reihe so effektiv ist, ist die Gefahr sehr groß, dass die Reihe aufgeteilt wird, um mehr Ausgeglichenheit ins Team zu bringen. Gab es solche Überlegungen?

Ja, gab es. Wir und das gesamte Team wissen, dass es schwer ist mit nur einer Reihe zu gewinnen. Aber das werden wir wohl müssen. Jeder im Team muss aber auch ein wenig mehr Verantwortung übernehmen. Wir wissen, dass die Devils ihre Topverteidiger auf unsere Topreiheansetzen werden. Damit müssen wir klar kommen, so wie wir es auch in der vorherigen Serie getan haben.

Es wurde viel über ihre Größe gesprochen und wie sie damit klargekommen sind. Hat ihnen jemals ein Trainer oder Mitspieler gesagt, dass sie es niemals in der NHL schaffen werden, weil sie zu klein sind?

Nein, nie hat einer meiner Trainer so etwas geäußert. Ich weiß, es gab viele Zweifler die dachten ich sei ein guter Collegespieler und solle es dabei belassen. Ich selbst sah es immer als Chance den Leuten zu zeigen, dass sie sich geirrt haben. Ich war sehr enttäuscht, dass ich nach einer so guten College Karriere keine Angebote aus der NHL bekam. Das war hart, aber ich erkannte, dass ich eben noch mehr an mir arbeiten mußte. Ich wollte einfach nicht aufgeben. Ich wollte mir selbst die Chance geben, es in die NHL zu schaffen, also ging ich in die Minor League um mich dort mit harter Arbeit zu empfelen.

Die Devils machten eine gute Arbeit als sie die Topreihe der Bruins mit Joe Thornton ausschalteten. Was denken sie werden sie anders machen, um offensiv effektiver zu sein?

Na ja, ich denke wir müssen einfach abwarten. Ich kann mir denken, was uns erwartet, aber wir werden es erst wissen wenn es so weit ist. Unsere Reihe ist schnell und wir werden uns viel bewegen. Wir werden versuchen in ihrem Drittel zu spielen. Wir werden nicht versuchen bei jeder Gelegenheit ein Tor zu machen. Wir werden geduldig sein und unsere Chancen nutzen. Das haben wir auch gegen Washington getan.

Sie sprachen bereits darüber wie sie ihren Weg in die NHL fanden. Dieser Weg ist sehr ähnlich wie der Weg von John Madden. In der Minor League trafen sie sich ja berits öfter. Sind sie überrascht, dass er den Weg in die NHL fand?

Nein, ich hatte keinen Zweifel, dass er es schaffen würde. Er ist sehr schnell und kämpft sehr hart. Das sind zwei ganz wichtige Aspekte.

Glauben sie, dass Manager in Zukunft zweimal überlegen werden, beim Draft einen Spieler ihrer Größe zu ziehen?

Das hoffe ich doch. Ich war so enttäuscht, als ich nicht gezogen wurde. Und wenn es hilft...alle kleineren Spieler können kämpfen und hart an sich arbeiten. Und sie können in der NHL den gleichen Erfolg haben wie ich. Andere haben mir den Weg geebnet, ich tue dies gerne nun für Andere.

Können sie etwas über die Calgary Flames erzählen, die sie und Jean Sebastien Giguere ziehen ließen? Dachte man von ihnen beiden sie würden es nicht schaffen?

Wissen sie, ich kann über die Flames nichts schlechtes sagen. Sie gaben mir die Chance in der NHL zu spielen. Damals war meine Rolle mehr defensiv. Ich war mit meiner Rolle nicht sehr glücklich und wußte ich könnte weit mehr leisten, wenn ich eine Chance bekäme offensiver zu spielen. Diese Möglichkeit habe ich nun in Tampa. Ich denke Torhüter brauchen meistens etwas länger, bis sie ihr volles Talent zeigen. Giguere gehen zu lassen war eine schwere Entscheidung. Aber es ist eben oft schwer zu sagen, wie sich ein Spieler in der Zukunft enwickeln wird. Heute mag es so aussehen, als sei es eine schlechte Entscheidung gewesen, mich und Giguere gehen zu lassen, aber damals sah es vielleicht nach einer guten Entscheidung aus.

Hat man ihnen in Calgary so wenig Geld geboten? Oder wollten sie einfach woanders einen neuen Versuch wagen?

Man ließ mich gehen.

Weil sie nicht die erwarteten Punkte erzielten? Aber sie waren doch ein Defensivspieler? Wieviele Punkte hatte man denn von einem Defensivspieler erwartet?

Das Problem war, alle Leute die mit mir zufrieden wren wurden gefeuert. Brian Sutter, Nick Polano, sie wurden gefeuert. Und die Leute die dafür angeheurt wurden, schlugen einen anderen Weg ein.

Wenn man einen Blick auf ihre Statistiken wirft, dann sieht man sie machten sie in der Collegezeit einen Punkt pro Spiel, manchmal machten sie sogar 2 Punkte pro Spiel. Und auch in St. John (Minor League) machten sie einen Punkt pro Spiel. Wie kommt es, dass ein Spieler der einen Punkt pro Spiel macht, als Defensivstürmer eingesetzt wird?

Im Trainingscamp in Calgary schaffte ich es in den festen Kader und spielte zu beginn mit Theo Fleury und Andrew Cassels in einer Reihe. Aber ich machte nicht einen Punkt, das wars. Ich war wohl einfach so nervös, gleich mit so guten Spielern in einer Reihe zu spielen, dass ich einfach nichts produktives zustande brachte. Ich war froh, dass man doch eine Rolle für mich fand, auch wenn es als Defensivstürmer war. So machte ich ab und zu ein Tor und konnte mich an die NHL gewöhnen. Ich denke wenn Al und Brian immer noch da wären, wäre ich nicht gegangen und sie wären zufrieden mit mir. Ich hätte meine Offensivrolle gelernt so wie jetzt in Tampa.

Hätten sie je gedacht, dass Giguere eone so große Rolle spielen würde, wie jetzt in Anaheim?

Oh ja. Ich spielte oft in den Minors gegen ihn und man konnte da schon sein großes Potential sehen. Er ist groß, er ist ein Kämpfer. Er hat alles was ein Torhüter braucht.

Wie haben sie sich nach dem zweiten Spiel gegen Washington gefühlt?

Ich fühlte mich besser als nach dem ersten Spiel, denn wir machten ein gutes Spiel. Wir kassierten nur zu viele Strafen. Dumme Strafen. Ich wußte wenn wir weniger Strafen bekommen, dann haben wir eine gute Chance, eine Chance zu gewinnen. Und nach Spiel 3 wußten wir es ist machbar.

Wie werden sie sich auf die New Jersey Devils vorbereiten? Wie werden sie gegen die starke Abwehr antreten?

Wir müssen erkennen gegen wen wir da spielen. Sie warten auf unsere Fehler und profitieren davon. Wir müssen mit Geduld spielen, denn sie werden uns frustrieren. Sie werden unsere Offensive ausschalten, sicher. Wir müssen einfach ihre Stars physisch bearbeiten. Wir werden viele Checks kassieren, aber wir müssen auch austeilen.

 

Das Interview wurde aus dem Englischen übersetzt und im Original auf der Website der Tampa bay Lightning veröffentlicht


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