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Februar 2001 - In etwa einem Jahr beginnen die "Olypmpischen Spiele"
in Salt Lake City, USA. Die letzte Olympiade 1998 in Nagano ist
wohl noch den meisten fest im Gedächtnis. Kanada und die USA
erlitten schwere Niederlagen durch ihre Überheblichkeit und ihre Arroganz.
In dem festen Glauben, sie wären das Maß aller Dinge und außer
einer Goldmedaille käme sowieso nichts in Frage, wurde Kanada, das Mutterland
des Eishockey, bloßgestellt und ihre amerikanischen Kollegen konnten sich
noch nicht mal darüber in Schadenfreude auslassen, denn ihnen erging es
nicht anders. Aber diesesmal soll alles anders laufen, darüber sind sich
Kanadier und US-Amerikaner einig. Man diskutiert bereits heftig über ein
spezielles Trainingscamp, wo die nominierten Spieler sich eine Woche
lang auf die Olympiade vorbereiten sollen.
Zwar
wissen nicht alle Spieler die zu diesem Camp eingeladen werden, ob sie auch
ins Team berufen werden, aber das ist zweitrangig. Auch der Zeitpunkt, nämlich
Sommer 2001, ist nicht unbedingt günstig. Denn da haben eigentlich alle
Spieler ihren Urlaub mit ihren Familien. Vor allem ist es für ein abstimmen
der Mannschaft und eventuelle Reihen viel zu früh. Denn selbst wenn man
sich in dieser Zeit auf die größere Eisfläche und die Mitspieler
einstellen kann, ist bis zum Turnierbeginn alles wieder hinfällig, da alle
Spieler bis dato wieder fünf Monate NHL Betrieb haben. Aber dieses Treffen
ist auf jeden Fall besser, als gar kein Training. Auch Überlegungen z.B.
Spieler, die in ihren Vereinen bereits zusammen spielen, auch im Olympiateam
in einer Reihe auf das Eis zu schicken, werden schon vertieft. Wayne
Gretzky, der Verantwortliche für das Team Canada, ist
jedenfalls begeistert von dieser Idee. Die NHL erklärte sich bereits im
Vorfeld der Olympiade erneut dazu bereit, den Spielbetrieb für zwei Wochen
einzustellen. Problematisch wird es für die
Nordamerikaner
aber trotzdem wieder. Am 13. Februar müssen alle Spieler der NHL
ihr letztes Spiel vor Beginn der Olympiade bestreiten. Am 15. Februar
beginnt bereits das Turnier. Erfahrungsgemäß brauchen die Nordamerikaner
immer ein paar Tage bzw. Spiele, bis sie sich an die größere Eisfläche
gewöhnt haben. Außerdem sind sie nicht aufeinander eingespielt, im
Gegensatz zu den Teams aus Europa, die teilweise oder ganz ohne NHL Stars auskommen.
Und daß es manchmal besser ist, eine eingespielte Mannschaft zu haben,
als ein Team gespickt mit Stars aus der NHL, das haben die Tschechen bereits
mehrmals bewiesen. Alle sechs automatisch qualifizierten Teams, also Kanada,
USA, Russland, Tschechien, Schweden und Finnland, müssen bis zum 25. März
acht bis zwölf Spieler bereits beim IOC melden. Das war Bedingung des Weltverbands,
damit für die "Olympischen Spiele 2002" entsprechend mit großen
Namen geworben werden kann. Bis zum 22. Dezember haben sie dann noch Zeit um
die restlichen Spieler zu nominieren. Der Kader darf maximal 23 Spieler umfassen.
Die Nominierungen
Wie nicht anders zu erwarten war, haben die gr0ßen, automatisch qualifizierten Teams nur NHL Spieler nominiert. Die einzige Ausnahme sind die Schweden, die auch zwei Spieler aus der schwedischen Liga nominierten. Allerdings spielten auch diese beiden bis vor kurzem noch in der NHL. Auffällig ist noch, daß die USA nur einen Verteidiger nominierten, Kanada und USA keinen Goalie meldeten und die Russen vorläufig auf Sergei Fedorov und Alexander Mogilny verzichteten. Fedorov wurde allerdings auf eigenem Wunsch nicht berücksichtigt. Er will aber für Russland spielen.
Der Hauptverantwortliche
für das Team Canada ist Wayne Gretzky
(Phoenix Coyotes). Er bestimmt die Spieler die für das Team Canada nominiert
werden. Er hat die Qual der Wahl, denn das Reservoir an talentierten Spielern
ist riesig. Auch stellt er sich die Frage, nominiert man lieber erfahrene Veteranen,
junge und hungrige Nachwuchstalente oder vielleicht besser eine gesunde Mischung
aus beidem? Der Headcoach ist Pat Quinn (Toronto Maple Leafs). Er hat
die schwierige Aufgabe aus dem zusammengewürfelten Haufen ohne Vorbereiungszeit
ein Team zu formen. Bereits nominiert sind für das Team
Canada: Rob Blake (V), Scott Niedermayer (V), Chris
Pronger (V), Mario Lemieux (C), Paul Kariya (S), Owen Nolan
(S), Joe Sakic (S) und Steve Yzerman (C).
Auch die US-Amerikaner
haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie ihre Kollegen aus dem Nachbarland.
Der Hauptverantwortliche für das Team USA
heißt Herb Brooks. Er war bereits verantwortlich für das Team
USA beim "Miracle On Ice" 1980, als die USA Olympiasieger in Lake
Placid wurden. Er betreute auch das Team France in Nagano 1998 und spielte selbst
mehre Jahre für die Nationalmannschaft der USA. Er soll erneut das Team
zum Sieg bei Olympia führen. Zum General Manager wurde Craig Patrick
ernannt. Assistant Coaches sind John Cunnif (Albany River Rats) und Lou
Vairo (Coach bei Olympia 1984). Folgende Spieler wurden bereits für
das Team USA nominiert: Brian
Leetch (V), Brett Hull (S), Tony Amonte (S), Mike Modano
(C), Doug Weight (C), Keith Tkachuk (S), Bill Guerin (S),
Chris Drury (S), John LeClair (S) und Jeremy Roenick.
Wie sieht es aber bei den europäischen Teams aus? Russen, Tschechen, Schweden und Finnen haben sicher teilweise mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Auch sie müssen bis auf den letzten Tag auf ihre Top-Spieler aus der NHL warten. Aber sie können auch auf Spieler zurückgreifen, die in den National-Ligen spielen und vor allem aufeinander eingespielt sind. Auch ein Trainingscamp unmittelbar vor der Olympiade ist möglich. Und selbst die Stars aus der NHL, auf die man nicht verzichten will, sind auf der größeren Eisfläche aufgewachsen. Sie haben also weitaus weniger bzw. gar keine Probleme im Gegensatz zu den Nordamerikanern.
Die Russen
haben natürlich auch ein sehr großes Reservoir an Spielern. Viele
spielen in der NHL, aber auch in allen europäischen Ligen sind sie zu finden.
Die Russen können dabei vor allem auf komplette Reihen aus der russischen
Liga zurückgreifen. Das ist ein großer Vorteil. Aber auch die besten
Cracks aus dem Osten spielen in der NHL. Für das Team
Russland wurden nominiert: Nikolai Khabibulin (T), Darius
Kasparaitis (V), Dimitri Yushkevitch (V),Sergei Gonchar (V),
Oleg Tverdovsky (V), Pavel Bure (S), Alexei Kovalev (S)
und Alexei Yashin (C).
Bei
den Tschechen sieht es ähnlich aus wie bei den Russen. Zwar ist ihr Reservoir
an Spielern nicht so groß, aber die Spieler sind alle auf recht hohem
Niveau. Auch hier kann man auf eingespielte Reihen zurückgreifen. Zudem
hat man als Olympiasieger und zweifacher Weltmeister in den letzten drei Jahren
bewiesen, daß man auch ohne NHL Stars sehr stark ist. Für das
Team Tschechien wurden bereits nominiert: Dominik Hasek (T),
Petr Svoboda (V), Jaromir Jagr (S), Martin Straka (S),
Milan Hejduk (S), Petr Sykora (S), Patrik Elias (S) und
Martin Rucinsky (S).
Bei den
Schweden sieht es vielleicht nicht ganz so gut aus. Das Reservoir an Spielern
ist klein, aber die Spieler sind sehr gut ausgebildet. Aber in den letzten Jahren
sind immer mehr Spieler in die NHL abgewandert. Die besten Cracks spielen also
auch bis zum letzten Tag, aber man kann sicher den einen oder anderen Spieler
aus europäischen Ligen integrieren und eventuell sogar ein Trainingscamp
einrichten. Nominiert werden für das Team Schweden
sicher: Tommy Salo (T), Nicklas Lidström (V), Mattias
Öhlund (V), Mattias Norström (V), Peter Forsberg
(C), Mats Sundin (C), Markus Näslund (S), Daniel Alfredsson
(S), Michael Nylander (S) und Jörgen Jönsson (S).
Für
die Finnen gilt das gleiche wie für die Schweden. Ihr Reservoir ist klein
aber fein. Viele spielen in Finnland, Schweden, aber auch in Deutschland oder
der Schweiz. Die besten Spieler sind aber ebenfalls bis zum letzten Tag in der
NHL tätig. Bereits nominiert wurden für das
Team Finnland: Teppo Numminen (V), Janne Niinimaa (V),
Kimmo Timmonen (V), Teemu Selänne (S), Jere Lehtinen
(S), Saku Koivu (C), Sami Kapanen (S) und Juha Ylönen
(C).
Zum guten
Schluß sollte man aber die Slowakei nicht vergessen. Sie sind zwar nicht
automatisch qualifiziert, aber sie gehören sicher zu den Top-Teams im Eishockey,
das haben sie auch bei der letzten WM bewiesen. Für die Slowaken gilt aber
das gleiche wie für Schweden und Finnland. Ihr Spielerreservoir ist sehr
klein, aber die Spieler sind gut ausgebildet uns spielen überwiegend in
Europa. Aber mit Sicherheit werden für das Team
Slowakia Spieler aus der NHL kommen, als da wären: Zigmund
Palffy, Josef Stümpel, Michal Handzus, Marian Hossa,
Miroslav Satan, Robert Svehla und Pavol Demitra.
Wer von all diesen Teams die besten Aussichten auf Erfolg hat, hängt zum großen Teil davon ab, wie sich die nordamerikanischen Spieler entscheiden und verhalten. Enorm wichtig wird sein, ob sich Team Canada und Team USA im Vorfeld des Turniers entsprechend vorbereiten. Hilfreich, wenn auch nur bedingt, wäre das erwähnte Trainingscamp im Sommer. Auch der Einsatz von einigen jungen Nachwuchstalenten könnte nicht schaden. Gefragt sind ebenfalls Spieler mit Siegeswillen und bedingungslosem Einsatz. Satte Stars, die ihre beste Zeit hinter sich haben, sollte man zu Hause lassen. Auch Spieler die im Verein bereits zusammen spielen, wären hilfreich. Aber das ist meisten sehr schwer zu realisieren, da die Teamkollegen meistens aus verschiedenen Ländern kommen.
Nähere Informationen werden wir in Zukunft regelmäßig an dieser Stelle veröffentlichen. Bis dahin.......