Support Forum/FAQ > Archiv

Fussballthread

<< < (26/523) > >>

Leafsfan:

--- Zitat von: J.Sakic am 25. September 2010, 07:10:06 ---Wow ist das süß
Öhm hat dich jemand gezwungen meine Beiträge zu lesen?Nein!
BIst du nun Admin geworden das du mir schon Ratschläge gibst?Nein
Es ist ein Forum und hier kann Jeder seine Meinung äußern
--- Ende Zitat ---

Kannst du. Die Frage ist aber, ob es auch wirklich passend ist.
Denn hier


--- Zitat von: J.Sakic am 25. September 2010, 07:10:06 ---Ach und nochmal kurz was zu Poldi
Der Hauptgrund ist der mich an ihm stört ist, das er bei schlechten Spielen direkt losledert aber selber auch keine Leistung gebracht hat und sich angepasst hat
Er sollte evtl erst auf seine Leistung schaun und dann kann er was sagen
Es spricht ja nix dagegen wenn er sich den A.... aufreisst und der Rest nix macht und dann den Mund aufzumachen.Nur kommt das eben leider selten vor.
--- Ende Zitat ---

kann ich eben absolut nicht zustimmen. Er hat diese Saison sehr vorbildlich gespielt, stets hart gearbeitet, Tore geschossen und viele Chancen erspielt. Das in einem extrem defensiven Team, wo er als Führungsspieler auch dazu gehalten ist, das vom Trainer vorgesehene System zu spielen. Zudem kommen da seine miserablen Offensivmitspieler bzw. die Tatsache, dass er nur alleinige Spitze ist. Er selber hat seine Stärken aber eher viel zentraler, wenn er Mitspieler vor sich hat, was er auch selber sagt.

Das Mainz-Spiel ist nicht wirklich glücklich gelaufen, man kann aber nicht behaupten, dass er sich dort hat hängen lassen. Und ich jedenfalls erwarte von einem Führungsspieler, dass er den Mund aufmacht. In diesem Fall völlig zurecht, denn was Soldo da hat spielen lassen kann man gegen die Bayern machen, aber nicht gegen die anderen 16 Teams der Liga.

Poldi wurde damals bei seiner Rückkehr versprochen, dass der FC nun Qualität in die Mannschaft holen und ein offensives System spielen möchte, so wie in den Aufstiegsjahren, wo er ja auch sehr davon profitiert hat. Da kann ich Poldis Unzufriedenheit schon verstehen, wenn 1. fast gar keine guten Spieler geholt werden und 2. vom Trainer vorgegeben wird Antifussball zu spielen.

Das Spiel gestern ging zum Glück in die richtige Richtung. Ein aufspielender FC, wie man ihn lange nicht gesehen hat. Das gibt Mut zur Hoffnung, dass am neuen System festgehalten wird. Aber bitte dann mit 2 Spitzen und Poldi in zentraler Rolle.


--- Zitat von: 500-Player am 23. September 2010, 10:04:46 ---Ich hätte Poldi nach dieser tollen WM verkauft. So gut bzw. so hoch wird sein Wert nicht mehr werden. Mit dem Geld kann man das Team ordentlich verstärken.

--- Ende Zitat ---

Ich weiß nicht, ob man als Bayern-Fan das Wort "Loyalität" kennt, aber er hat sich ganz klar mit dem Wechsel für sein Herz und gegen Champions League, höheres Gehalt und Meistertitel ausgesprochen. Sowas sieht man heute leider gar nicht mehr. Er ist "unser Junge". Er ist quasi Köln und wird hoffentlich noch sehr lange unser Trikot tragen. Ich frage mich warum so etwas überhaupt nicht anerkannt wird, gerade in den Zeiten, wo doch alle auf Tradition und Loyalität schwören, wenn Clubs wie Hoffenheim nach oben "gekauft" werden.

Und den Wechsel zu den Bayern kann man ihm jetzt nicht vorhalten, wo er ja auch schon sagte, dass er später nach Köln zurück kommen wird. Er ist damals nach einem Abstieg schon einmal mit in die 2. Liga gegangen, obwohl es nicht hätte förderlich für seine Nationalmannschaftskarriere sein können, denn dort war er schon gesetzt. Nach 2 Jahren gleich wieder in die 2. liga mitzugehen, hätte man von keinem Spieler seines Alters und Qualität erwarten können.


Und nein, für mich ist Poldi nicht der größte Spieler des Universums, auch wenn das für manchen hier so klingen mag. Er ist jedoch ein außergewöhnlich, talentierter Spieler, der den Spaß und Leichtigkeit am Fussball verkörpter(te). Er hat unserem Verein und der Stadt sehr viel gegeben und wird in den Medien einfach viel zu oft und hart kritisiert, da er nicht den Karriereweg eines typischen, kaltschnäuzigen Profifussballer geht.

J.Sakic:

--- Zitat ---Aber du bist einfach unfähig das wahrzunehmen, wenn du dich erstmal auf eine Person eingeschossen hast.
Wenn ich mir deine Beiträge durchlese, bin ich fast immer am  brech, denn in 90 % dieser kann man nicht mehr als Nörgeleien lesen. Es ist ein Diskussionsforum und wenn du nur weiter fähig bist deine Provokationen hier abzulassen und nicht argumentieren möchtest bzw. kannst, dann rate ich dir gleich auf das Schreiben in diesem Forum ganz zu verzichten.

--- Ende Zitat ---

Wow ist das süß
Öhm hat dich jemand gezwungen meine Beiträge zu lesen?Nein!
BIst du nun Admin geworden das du mir schon Ratschläge gibst?Nein
Es ist ein Forum und hier kann Jeder seine Meinung äußern

Ach und zum Thema Klose,Gomez und Dzeko
Falls es dir evtl leider nicht aufgefallen ist wiederhole ich es nochmal.Habe Klose auch immer als nicht wirklich gut spielend beschrieben.Auch hätte ich Ihn eher nicht zur WM genommen.
Auch jetzt find ich Klose nicht wirklich gut.Genauso kann man das in der mom Verfassung selbst bei einem Schweinsteiger sagen und alles erinnert mich stark an 2006.
Viele ne super WM gespielt und danach war erstmal Pause.Ribbery ist ja auch immer ganz oben auf meiner Meckerliste.Tja allein nur Poldi isses dann auch wieder nicht :zwinker:

So und nun zu Gomez
Keine Ahnung was ich von dem halten soll.Bei VFB eine Granate und nun kommt nix mehr von Ihm
Klar fehlt das Selbstvetrauen,Spielpraxis usw aber dennoch isses nimmer der Gomez vom Vfb
Da könnte man nun auch das Spielsystem von van Gaal ins Spiel bringen.
Vlt wär er sogar bei nem anderen Verein besser aufgehoben

Dzeko?
Also da würde ich schon behaupten das er besser stehen würde wie der Poldi
Ist eine Torgarantie und es sind ja gar nichtmal so viele Vorlagen oder so von Diego und Grafite gewesen

Ach und nochmal kurz was zu Poldi
Der Hauptgrund ist der mich an ihm stört ist, das er bei schlechten Spielen direkt losledert aber selber auch keine Leistung gebracht hat und sich angepasst hat
Er sollte evtl erst auf seine Leistung schaun und dann kann er was sagen
Es spricht ja nix dagegen wenn er sich den A.... aufreisst und der Rest nix macht und dann den Mund aufzumachen.Nur kommt das eben leider selten vor.

Sabres90:

--- Zitat von: Leafsfan am 24. September 2010, 22:45:44 ---Wieviele Tore hätten denn Klose, Gomez oder ein Dzeko in solch einem Team gemacht?

--- Ende Zitat ---

Hmm, ja, aber ich finde, das kannst du schwer vergleichen! Man hat Dzeko bisher immer nur in einem offensiv recht starken Team gesehen! Sicher wäre das etwas anderes, wenn ein Dzeko in Köln spielt, wo ihm ein Grafite, Diego oder einst Misimovic fehlt. Aber ich vermute mal, ganz schlecht würde sich ein Dezko da auch nicht anstellen ... naja, das ist etwas Spekulationssache, finde ich :zwinker:!

Leafsfan:

--- Zitat von: J.Sakic am 23. September 2010, 09:25:02 ---
Die Kölner können aber von mir aus auch absteigen
Das was die da in Mainz gezeigt haben war echt nur Mauerfußball und sowas kann man gegen Bayern machen aber dann auch gegen die Fußballweltmacht Mainz so Angsthasenfußball zu spielen ist lächerlich
Ja und dann kommt ein Poldi und meckert mal wieder
Er selbst ist ja auch total abgetaucht

--- Ende Zitat ---

Ach liebes Säckelchen (Um es mal mit deinen Worten zu sagen). Vorletzte Woche warst du ja nicht Manns genug auf meine Antwort zu antworten, nachdem du mal wieder über Poldi gelästert hast. Warte, ich hol es mal für dich hier hin:


--- Zitat von: Leafsfan am 12. September 2010, 18:34:24 ---
--- Zitat von: J.Sakic am 08. September 2010, 17:29:48 ---Normal müsste der Poldi auch ausgepfiffen werden

--- Ende Zitat ---

Immer das Selbe :blah: von dir. Wie viele Spiele hast du denn in der Saison von ihm gesehen? Lass mich raten. KEINS.

Fakt ist:
-Super WM gespielt
-Diese Saison in den ersten beiden Spielen mit einem Tor und vielen guten Szenen. Stets bester Kölner auf dem Platz
-Bisher mit einem sehr guten Spiel gegen Pauli. Ein Tor abgepfiffen, da es minimal abseits war, 1 Pfostentreffer aus 18 Metern, der zur Vorlage zum 1:0 wurde, 1 Schuss aus Halbdistanz an die Latte, mal wieder gefährlichster Mann.

Mario Gomez findest du hingegen sicher ganz toll  :lol:

--- Ende Zitat ---

Was hat sich in den Wochen geändert? Poldi bringt weiter Leistung, hat sogar schon 3 Tore in 6 Spielen, was eine überragende Quote ist, wenn man bedenkt, dass Soldo so defensiv spielen lässt und er offensiv einfach keine guten Mitspieler hat. Wieviele Tore hätten denn Klose, Gomez oder ein Dzeko in solch einem Team gemacht?
Er war in jedem Spiel sehr engagiert bei der Sache, mit Geromel stets bester Kölner.

Aber du bist einfach unfähig das wahrzunehmen, wenn du dich erstmal auf eine Person eingeschossen hast.
Wenn ich mir deine Beiträge durchlese, bin ich fast immer am  :brech:, denn in 90 % dieser kann man nicht mehr als Nörgeleien lesen. Es ist ein Diskussionsforum und wenn du nur weiter fähig bist deine Provokationen hier abzulassen und nicht argumentieren möchtest bzw. kannst, dann rate ich dir gleich auf das Schreiben in diesem Forum ganz zu verzichten.

Wie war das nochmal? Das Internet das Mekka für Meckerer.

Versicherungsfuzzi:
(M)ein Idol...Da krieg ich Tränen in den Augen... :heul: (Mike, auch wenn es NUR kopiert ist, würde ich dich trotzdem bitten, diesen Beitrag nicht zu löschen...vielen Dank)


--- Zitat ---Donnerstag, 23. September 2010 (Sächsische Zeitung)


Dresdens verlorener Fußballsohn Von Sven Geisler

Jörg Stübner war eine große Hoffnung des DDR-Fußballs, doch nach der Wende verlor er den Halt und stürzte völlig ab. Jetzt rappelt er sich wieder auf. Bildergalerie Jörg Stübner hatte den Halt verloren. Jetzt startet er einen neuen Versuch, sein Leben nach dem Fußball zu meistern. Jörg Stübner: Der verschollene Dynamo-Star Sein Name steht am Klingelschild. Das war nicht zu erwarten. Schließlich heißt es seit Jahren, er lebe anonym und zurückgezogen oder er sei in der Alkoholikerszene abgetaucht. Die ZDF-Sportreportage wiederholte die Gerüchte erst vor zwei Wochen und zeigte dazu eine Plattenbausiedlung. Doch das hier ist ein kleines Haus im Dresdner Stadtteil Klein-zschachwitz, an dem der Zahn der Zeit sichtlich nagt und in dem mehrere Mieter wohnen. Zweimal klingeln. Keine Reaktion. Nach ein paar Minuten kommt jemand über den Hof, Jeans, Lederjacke, eine braune Aktentasche unter dem Arm. „Haben Sie bei mir geklingelt?“ Und ja, er ist es tatsächlich: Jörg Stübner – Dresdens verlorener Fußballsohn. Geheimratsecken statt Popperlocke, ein paar Falten auf der Stirn, aber rank und schlank wie zu seinen besten Zeiten. Die liegen schon so lange zurück wie die großen Erfolge von Dynamo. Je zweimal hat er mit den Schwarz-Gelben die DDR-Meisterschaft und den Pokal gewonnen. Er war der Kämpfer, der für die Techniker in den eigenen Reihen rackerte und die Spielmacher des Gegners schier zur Weißglut brachte. Ein Terrier eben, einer, der sich in eine Sache verbeißen konnte. Sie nannten ihn „Stübs“. Wenn Jörg Stübner, heute 45, von damals erzählt, funkeln seine Augen, ganz besonders bei den Erinnerungen an den 2:0-Sieg mit der DDR gegen Frankreich im September 1985. 100000 Zuschauer im Leipziger Zentralstadion: Stübner spielte gegen Michel Platini, den Torschützenkönig der Europameisterschaft im Jahr zuvor, einen der besten Fußballer weltweit. Doch der Weltstar sah gegen den erst 20-jährigen Dresdner keinen Stich. „Er hat Platini regelrecht zur Sau gemacht“, kommentierte Mitspieler Andreas Trautmann. Stübner schiebt es auf seine Unbekümmertheit. „Was hatte ich denn zu verlieren? Es war eine Ehre für mich, gegen solche Leute zu spielen.“ Sein Kontrahent von damals ist inzwischen zum Chef des europäischen Fußball-Verbandes Uefa aufgestiegen, während Stübner von der Bildfläche verschwand. „Ich bin der Verlierer“, sagt er, nippt an seinem Kaffee und fügt hinzu: „Durch meine eigene Dummheit.“ Mit der Wende, die für die meisten ein Aufbruch war, begann sein Absturz. Während viele Dynamo-Spieler in die Bundesliga wechselten, schlug Stübner lukrative Angebote aus. Fest vereinbarte Gesprächstermine bei Austria Wien und HerthaBSC ließ er sausen, „weil ich unbedingt in Dresden bleiben wollte“. Entschieden hat er das allein, während sich heutzutage fast jeder B-Jugendliche einen Berater an seine Seite holt. Und wieder kommt so ein Satz, der nach verspäteter Einsicht klingt: „Ich habe mich damals überschätzt.“ Allein war er zu schwach, seine Interessen zu vertreten, wobei er wohl selbst nicht so richtig wusste, welche das sind. Er kannte nur Dynamo und brauchte sein vertrautes Umfeld. „Das war damals mein Zuhause.“ Aber nicht nur die Freunde wie Ulf Kirsten zogen aus. Der Klub wurde quasi auf den Kopf gestellt. Für das Miteinander, das einen wie Stübner stark macht, blieb kein Platz mehr. Plötzlich war er allein und musste sich um vieles kümmern, was ihm früher im Verein geboten wurde. Diese Kurve hat Stübner nicht gekriegt. Er brachte nicht mehr die gewohnten Leistungen, war öfter verletzt. In der Bundesliga kam er 1991 noch fünfmal zum Einsatz – allerdings schon als Einwechselspieler. Im Frühjahr 1993 steckte ihm ein Dynamo-Mitarbeiter, der in Dresden-Prohlis neben ihm wohnte, die Kündigung in den Briefkasten. „Der schlimmste Moment war, als ich meinen Spind im Stadion ausgeräumt habe. Da kamen noch mal alle Erinnerungen hoch.“ Vielleicht fühlte er, dass es das Ende seiner Karriere sein würde, die so viel versprochen hatte. „Es ist traurig, dass er nicht den Weg genommen hat wie andere auch. Das Zeug dazu hätte er gehabt“, sagt Eduard Geyer, sein Trainer bei Dynamo und in der DDR-Auswahlmannschaft. Geyer holte Stübner noch zum FCSachsen Leipzig. „Eigentlich hätte ich das schon nicht mehr machen dürfen, sondern mich krankschreiben und therapieren lassen müssen“, erzählt Stübner. Doch die Krankheit, die er rückblickend diagnostiziert, hatte seinerzeit noch keinen so bekannten Namen: Burn-out-Syndrom. „Ich habe mich zum Training geschleppt, weil ich es so gewohnt war. Aber auf deutsch gesagt hatte ich die Schnauze dermaßen voll. Ich wollte nicht mehr.“ Stübner wechselte nicht nur den Verein – von Leipzig nach Neubrandenburg –, sondern ergriff die Flucht. „Ich bin den Weg des geringsten Widerstands gegangen, habe zeitweise exzessiv Alkohol getrunken und Tabletten genommen.“ Heute, sagt er, könne er auch nach einem Glas aufhören. Damals hätte ihn dieser Cocktail beinahe umgebracht. 1995 wachte er auf der Intensivstation in einem Dresdner Krankenhaus auf. Er war an der Bushaltestelle zusammengeklappt. Kreislaufkollaps. Hilfe schlug er trotzdem aus. „Die Ärzte rieten mir zu psychologischer Behandlung. Das wollte ich nicht.“ Die alten Freunde versuchten ihm zu helfen. Matthias Döschner, damals Trainer beim sauerländischen SVEresburg-Obermarsberg, verschaffte ihm einen Vertrag. „Die haben mich wirklich gut bezahlt“, sagt Stübner, der seine Ersparnisse zuvor für Reisen in die weite Welt beinahe aufgebraucht hatte. Doch das frische Geld alleine machte ihn nicht glücklich. „Meine Mitspieler gingen arbeiten, wir trainierten deshalb erst 18Uhr. Ich habe praktisch den ganzen Tag rumgehangen.“ Diese Einsamkeit konnte er nicht ertragen. Also machte er sich wieder aus dem Staub – zu allem Überfluss in dem Mietauto, das ihm der Verein gestellt hatte. Ein Versehen, versichert Stübner. „Ich dachte, ich hätte noch drei Tage Zeit, ihn zurückzubringen.“ Als der Wagen nicht mehr vor dem Hotel stand, sei er zur Polizei gegangen, um den Diebstahl zu melden. „Ich wusste ja nicht, dass ich gesucht werde.“ Der Besitzer des Autos zog die Anzeige zurück. Überall, wo Jörg Stübner in den 1990-er-Jahren als Neuzugang gemeldet wurde – zum Beispiel beim FVDresden-Nord und in Sangerhausen – war er ruckzuck wieder verschwunden. Die Hartnäckigkeit, die ihn als Fußballer auszeichnete, fehlte ihm im wahren Leben. Als er zum Abschiedsspiel von Ulf Kirsten im November 2003 noch einmal im Dresdner Dynamo-Stadion auflief, hofften seine Fans für ihn, er würde ins Leben zurück finden. Doch dieser Weg, meint der 45-Jährige, sei schwieriger als jeder Gegenspieler. Ein Versuch, auf der Kanareninsel Gran Canaria ganz neu anzufangen, scheiterte vor sechs Jahren kläglich. „Das war auch Naivität von mir.“ Weder sprach er spanisch, noch hatten sie in den Hotels auf ihn als Fitnesstrainer gewartet. Also buchte er nach vier Wochen einen Rückflug und landete im gleichen tristen Alltag wie zuvor. Immer wieder nahm ihn seine Mutter Inge Stübner in Prohlis auf, wenn er sich nach seinen Abstürzen ein paar Tage aufbauen wollte. „Sie hat mich immer unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Heute lebt der einstige Fußballstar von den elf Euro am Tag, die er als HartzIV vom Staat bekommt. „Ich kann froh sein, dass es ein solches Netz in Deutschland gibt“. Trotzdem fühle er sich „in gewisser Weise ausgegrenzt“. „Kultureinrichtungen wie Theater oder Kino, das fällt alles weg, weil man das finanziell nicht stemmen kann.“ Er würde auch gern eine Familie gründen. „Für einen Mann ist das ja mit 45 noch nicht zu spät“, sagt er – und für einen Augenblick blitzen seine Augen. Stübner hat beinahe alles verloren, jedoch nicht seinen Stolz. „Ich könnte mich noch heute nicht von einer Frau einladen lassen. Wenn ich kein Geld habe, gehe ich lieber nicht mit ihr aus. Das ist zwar schade, aber so bin ich.“ Sein Leben soll so aber nicht bleiben. „Ich habe Torschlusspanik“, sagt Jörg Stübner. Deshalb suchte er Anfang des Jahres endlich Beistand bei einem Psychologen. Jetzt macht er sich fit – er sieht das sportlich, wie nach einer langen Verletzung. Morgens stemmt er zu Hause Gewichte und geht dann an der Elbe bis zu zweieinhalb Stunden joggen. Nachmittags fährt er in die Bibliothek, um die Tageszeitungen zu lesen und eine kostenfreie halbe Stunde im Internet zu surfen. Doch es fehlt die Aussicht, wie als Spieler irgendwann auf den Platz zurückzukehren, also eine regelmäßige, sinnvolle Beschäftigung. „Theoretisch gehe ich in 20Jahren in Rente. Die Zeit bis dahin möchte ich nutzen und nicht rumgammeln.“ Zu DDR-Zeiten hat er Maschinen- und Anlagenmonteur gelernt wie viele Dynamo-Spieler. Das Zeugnis heftet er zwar in seine Bewerbungsmappe, aber für eine Einstellung ist es beinahe genauso wenig wert wie der von der Agentur für Arbeit vermittelte Englisch-Intensivunterricht und der Computerlehrgang. Ohne die Wende, meint Jörg Stübner, wäre er heute Trainer oder Sportlehrer. Doch bei Dynamo anklopfen und um Hilfe bitten würde er nie. „Ich bin nicht der Typ, der den Leuten die Ohren vollheult oder sich anbiedert.“
Das hat auch West-Stürmerstar Gerd Müller nicht getan, als er Anfang der 1990-er-Jahre dem Alkohol verfallen war. Bei seinem alten Verein Bayern München erkannten sie trotzdem sein Problem und stellten den einstigen Weltklassestürmer zunächst als Torwart- und Stürmertrainer für die Jugendteams ein. Mittlerweile arbeitet er als Assistenzcoach bei der U-23-Auswahl. „Wenn ich damals keinen Job bekommen hätte, wäre die ganze ******e wieder von vorne losgegangen“, erinnert sich Müller.

So etwas fürchtet Jörg Stübner jetzt auch. „Ich will wieder in einen normalen Tagesrhythmus kommen, das heißt: arbeiten, und zwar nicht nur mit einer Teilzeitstelle.“ Es wird nicht leicht, darüber ist er sich im Klaren, aber diesmal will er den Biss zeigen, mit dem er einst Weltstar Platini zu einem Statisten degradierte.
--- Ende Zitat ---


EDIT Admin:
 Bitte sowas immer mit der Zitat-Funktion einbetten, und auch eine Quellenangabe sollte Pflicht sein. Wenn im Internet verfügbar, dann bitte auch mit Link. Danke
EDIT vom EDIT: Quellenangabe hast du vorbildlich, sorry ... ;)

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln